16. September 2021 / 15:00 Uhr

Mit Tipps von Tusche: Emir-Can Gencel hofft auf Spielpraxis beim SV Babelsberg 03

Mit Tipps von Tusche: Emir-Can Gencel hofft auf Spielpraxis beim SV Babelsberg 03

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Mittelfeldspieler Emir-Can Gencel (am Ball) feierte im Pokal gegen den BSC Süd 05 sein Debüt im Trikot des SV Babelsberg 03.
Mittelfeldspieler Emir-Can Gencel (am Ball) feierte im Pokal gegen den BSC Süd 05 sein Debüt im Trikot des SV Babelsberg 03. © Verein
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Regionalliga Nordost: Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler bekommt es am Freitagabend mit seinem neun Team mit Ex-Club Tennis Borussia Berlin zu tun und trainierte auch schon unter Markus Zschiesche.

Bei diesem Wechsel hatte ein ehemaliger Nulldrei-Trainer seine Finger mit im Spiel: Dass Emir-Can Gencel vor zwei Wochen im Doppelpack mit Nicola Jürgens von der VSG Altglienicke zum SV Babelsberg 03 wechselte, hat mit Karsten Heine zu tun. Der 66-Jährige stand von Oktober 1997 bis Oktober 1999 zwei Jahre am Babelsberger Park in der Verantwortung und ist aktuell Chefcoach bei der VSG. Gencel (20) und Jürgens (23) kamen unter ihm wenig zum Zug. „Er hat den Kontakt zu Babelsberg hergestellt und gesagt, dass hier auf junge Spieler gesetzt wird. Jetzt hoffen wir, dass wir mehr Spielpraxis bekommen“, berichtet Gencel.

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Der gebürtige Berliner fühlt sich im zentralen Mittelfeld am wohlsten, kann defensiv wie offensiv aber auch beide Außenpositionen bekleiden. „Diese Vielseitigkeit sehe ich auf jeden Fall als Vorteil.“ Bei seinem SVB-Debüt vor knapp zwei Wochen gegen den Brandenburger SC Süd 05 im AOK-Landespokal (2:0) begann er im Zentrum neben Paul Wegener, wechselte dann ins linke Mittelfeld und beendete die Partie als Rechtsverteidiger. Nach über einem Jahr mit ganz wenig Spielanteilen hofft er unter Jörg Buder auf mehr Bewährungschancen. Die ersten zwei Wochen beim neuen Verein liefen aus seiner Sicht nach Plan. „Ich fühle mich wohl, die Jungs haben mich gut aufgenommen.“ Auch einen Spitznamen hat er bereits verpasst bekommen. „Zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben“, verrät „Emo“ mit einem Schmunzeln.

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Innenverteidiger Marcus Hoffmann habe ihm diesen beim Eckspiel zu Beginn einer Trainingseinheit kurzerhand verpasst. Von Routiniers wie Hoffmann oder Daniel Frahn will der in Berlin-Steglitz lebende Kicker mit der Rückennummer acht in den kommenden Monaten lernen und sich im Männerfußball etablieren. „Beim Wechsel vom Jugendbereich war es so, als wenn man den Fußball neu erlernen muss“, berichtet Gencel. Das sei auch ein Grund gewesen, warum er bei Altglienicke so selten zum Einsatz kam. „Mir hat die Männerhärte gefehlt.“

Missen möchte er die Zeit trotzdem nicht. „Auf meiner Position haben mit Christian Skoda und Tolcay Cigerci zwei überragende Kicker gespielt. Da konnte man sich ganz viel abschauen und im Training eine Menge lernen.“ Auch Altglienickes Co-Trainer Torsten Mattuschka nahm ihn sich immer wieder zur Seite. „Er ist ein guter Trainer und geiler Typ. Er hat mir immer wieder Tipps gegeben. Sei es beim Ausführen von Standards oder auch beim Verhalten auf dem Platz.“

Ex-Babelsberger Fabrice Montcheu bei TeBe

Der langjährige Zweitligaprofi von Union Berlin hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Gencel nach seinen vier Jahren in Nachwuchs des 1. FC Union Berlin zum aktuellen Tabellendritten der Regionalliga wechselte. „Er war bei einem Pokalspiel von uns gegen die Altglienicker A-Jugend vor Ort. Ich habe in dem Spiel zwei direkte Freistoßtore erzielt und ein paar Wochen später kam das Angebot.“

Jetzt will sich der beidfüßige Akteur, der eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen hat, voll und ganz auf die anstehenden Aufgaben mit seinem neuen Verein konzentrieren.


SV Babelsberg 03: Zu- und Abgänge der Saison 2021/22.

<b>Alle Zu- und Abgänge vom SV Babelsberg 03 für die Saison 2021/22:</b> Zur Galerie
Alle Zu- und Abgänge vom SV Babelsberg 03 für die Saison 2021/22: ©

Nach der Zwangspause am vergangenen Wochenende, als die Nulldrei-Partie in Auerbach wegen Quarantänemaßnahmen beim VfB abgesagt wurde, geht es am Freitagabend (19 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) gegen Tennis Borussia Berlin mit dem ehemaligen Babelsberger Fabrice Montcheu um drei Punkte. „Trainer Markus Zschiesche war während meiner Jugendzeit bei TeBe ein Jahr mein Coach. Ab und zu schreiben wir uns“, berichtet Gencel, der aus gemeinsamen Union-Zeiten die kommenden Gegenspieler Ruben Travassos und Linus Czosnyka kennt.

„Gegen einen Ex-Verein und ehemalige Weggefährten ist man natürlich immer besonders motiviert“, freut sich der Mittelfeldspieler und hofft auf seinen Einsatz. Nach den Neuzugängen der vergangenen Wochen hat SVB-Coach Jörg Buder bei der Startelf die Qual der Wahl. Kapitän Petar Lela hat nach überstandenen Adduktorenproblemen am Mittwoch wieder das Mannschaftstraining aufgenommen. Ein Einsatz gegen die Veilchen, die nach mehreren coronabedingten Absagen erst fünf Saisonspiele absolviert haben und mit sieben Punkten Platz 16 belegen, dürfte aber noch zu früh kommen.