03. Dezember 2019 / 14:17 Uhr

"Mittelfristig in die Bezirksliga": FC Can Mozaik mischt als Aufsteiger die Kreisliga 3 auf

"Mittelfristig in die Bezirksliga": FC Can Mozaik mischt als Aufsteiger die Kreisliga 3 auf

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jubel bei Can Mozaik: Das ist in dieser Saison keine Seltenheit.
Jubel bei Can Mozaik: Das ist in dieser Saison keine Seltenheit. © deisterpics/Stefan Zwing
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Der FC Can Mozaik spielt als Aufsteiger in der Kreisliga 3 oben mit. Für Trainer Sevkan Bulut ist klar: Früher oder später soll es noch eine Klasse höher gehen. Bis dahin sind aber noch einige Schritte zu gehen - auch in Sachen Fairplay.

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Vor der Saison hatte Sevkan Bulut, Trainer des FC Can Mozaik, bereits einen Vorstoß gewagt. Er hoffe, dass seine frisch aus der 1. Kreisklasse aufgestiegene Mannschaft "eines der Überraschungsteams" werden könne, dass oben mitmischt. Nach der ersten Halbserie zeigt der Blick auf die Tabelle: Das hat geklappt. Mozaik ist Vierter in der Kreisliga 3, der Relegationsplatz ist nur drei Punkte entfernt - und das bei zwei Spielen weniger als der TSV Kirchdorf.

"Intern haben wir gewusst, dass wir eine starke Kreisliga-Mannschaft haben, aber wir hatten großen Respekt vor der Staffel", sagt Bulut, der im Sommer das Amt angetreten hatte. Den legte der Aufsteiger aber rasch ab, erst am 7. Spieltag setzte es die erste Niederlage gegen Kirchdorf (0:3). Der Neuling thronte auf einmal an der Tabellenspitze, noch vor Top-Favorit SV Ihme-Roloven. Andere Aufstiegsaspiranten wie die SG 05 Ronnenberg, Germania Grasdorf oder der TSV Goltern wollten nicht so recht in Fahrt kommen.

Keine falsche Bescheidenheit im Klub

"Unser erstes Ziel war der Klassenerhalt, das war klar. Nach zehn Spieltagen kann man dann ja schon eher sehen, in welche Richtung es geht", meint Bulut. Für Mozaik nicht nach unten, das war deutlich zu sehen. "Damit die Luft nicht irgendwann raus ist, mussten wir uns neue Ziele setzen. Wir wollen jetzt bis zum Schluss oben mitspielen", sagt Bulut, dessen Bruder Volkan Co-Trainer von Ex-96-Coach André Breitenreiter war. "Niemand erwartet von uns den Aufstieg, aber wenn wir am Ende auf Platz eins oder zwei stehen, nehmen wir das natürlich mit."

Falsche Bescheidenheit wollen sie nicht heucheln beim in Badenstedt beheimateten Kreisligisten. Bulut und Co. wollen über kurz oder lang dahin, wo der Verein herkommt: in die Bezirksliga. "Da haben wir sehr erfolgreiche Jahre gehabt. Mittelfristig ist der Aufstieg das Ziel. Das muss aber nicht diese und auch nicht zwingend nächste Saison passieren", so Bulut. Von 2006 bis 2016 spielte Mozaik im Bezirk, ehe etliche Spieler den Verein verließen und der Absturz in die 1. Kreisklasse folgte.

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Nur sportlich Rivalen:

 Iltens Torhüter Jan Hendrik Hoppe (links) und Altwarmbüchens Ulf Eckelt mit Sportsgeist. Zur Galerie
Nur sportlich Rivalen: Iltens Torhüter Jan Hendrik Hoppe (links) und Altwarmbüchens Ulf Eckelt mit Sportsgeist. ©
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Bulut begeistert vom Zusammenhalt

Im Sommer rüstete der Aufsteiger dann wieder auf, holte unter anderem die bezirksligaerfahrenen Asurcan Yildirim, Cagdas Yagci, Bahadir Balya und Onur Aydin. Eine Sensation ist der Erfolg also keineswegs, respektabel bleibt er dennoch. Denn Bulut schaffte es schnell, aus individueller Klasse ein Kollektiv zu formen. "Der Teamgeist ist wirklich mega, die Jungs gehen zusammen was essen oder eine Shisha rauchen, machen immer wieder Mannschaftsabende", freut sich der Coach.

"Haben nicht die typisch türkische Mentalität"

Das spiegelt sich auch auf dem Platz wieder, Einstellungsprobleme zeigt Mozaik nicht. "Wir haben nicht die typisch türkische Mentalität, sondern haben den Jungs eine eher typisch deutsche Mentalität eingetrichtert. Die rennen bis zur 96. Minute, jeder für jeden. In Wettbergen und in Springe hat die Mannschaft beispielsweise gezeigt, dass sie nach einem Rückstand zurückkommen kann." Beide Partien gewann der FC Can.

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SC Hemmingen/Westerfeld (Landesliga): Der Vizemeister trennt sich von Semir Zan. Nach vier sehr erfolgreichen Jahren, dem Aufstieg von Kreisliga in die Landesliga, trennen sich Verein und Trainer. Zan wäre in der vergangenen Saison mit dem Team fast sogar in die Oberliga durchmarschiert, doch am Ende schwächelten die Hemminger. Zur Winterpause liegen sie auf Platz acht. ©

Luft nach oben beim Fairplay - Sonderlob von Golterns Kuhn

Auch was Disziplin und Fairplay angeht, will Bulut Vorurteilen entgegenwirken, dass von ausländischen Spielern geprägte Teams eher zu Unsportlichkeiten neigen. Bislang gelang das nur bedingt, in der Fairnesstabelle ist Can Mozaik Drittletzter. Zwei der drei Platzverweise gab es allerdings für zwei Notbremsen, "die man ziehen musste", so Bulut. Nur eine entsprang einer Rudelbildung aus dem Spiel gegen Kirchdorf und war somit vermeidbar.

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"Die Jungs machen das nicht extra"

Dennoch sagt Bulut: "Wir wissen, dass da noch Luft nach oben ist, dazu gab es schon eine Ansage. Die Jungs machen das ja nicht extra, aber sie müssen ihre Emotionen im Griff haben." Eine positive Tendenz sei freilich erkennbar. "Wir haben uns keine grobe Unsportlichkeit, kein Nachtreten oder ähnliches erlaubt, das beruhigt mich." Dass die Bemühungen Can Mozaiks um ein faires Auftreten in der Liga durchaus wahrgenommen werden, zeigt ein Sonderlob von Golterns Trainer Gustav Kuhn, der mit seiner Mannschaft Ende Oktober 2:3 bei der Bulut-Elf verlor und anschließend betonte: "Man hört ja immer viel Negatives über ausländische Mannschaften, aber bei Can Mozaik ist mir wirklich das ganze Drumherum mit Zuschauern und Spielern positiv aufgefallen. Es war zwar von beiden Seiten ein hartes Spiel, aber am Ende sind alle zusammengekommen und es gab Shakehands. So macht Fußball Spaß."

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