06. Januar 2021 / 14:11 Uhr

Mittelstürmer Lauberbach – auf der Außenbahn ist er der Größte

Mittelstürmer Lauberbach – auf der Außenbahn ist er der Größte

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Leihgabe von Zweitligist Holstein Kiel: Stürmer Lion Lauberbach (22).
Leihgabe bis zum Saisonende von Zweitligist Holstein Kiel: Stürmer Lion Lauberbach (22). © Lutz Bongarts
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Der 1,94-Meter-Mann von Holstein Kiel soll bei Hansa Rostock die Lücke schließen, die Litkas Ausfall gerissen hat.

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Am Tag, als Maurice Litka in Hamburg am Knie operiert wurde, stellte sich Lion Lauberbach in Rostock erstmals den Fragen der Journalisten. Der 22-jährige, den Hansa bis zum Saisonende von Holstein Kiel ausgeliehen hat, soll in der Offensive die Lücke stopfen, die durch den Kreuzbandriss des Flügelflitzers entstanden ist. Trainer Jens Härtel plant den 1,94-Meter-Mann für die linke Außenbahn ein. Das sei „relativ ungewöhnlich“, findet Lauberbach: „Ich kenne keinen mit der Größe, der auf Außen spielt.“ Aber der gebürtige Erfurter traut sich auch diese Position zu.

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„Ich habe das in meiner Karriere nicht permanent gespielt, aber das heißt nicht, dass ich das nicht spielen kann. Ich bin nicht verschlossen, was die Position angeht“, sagt der Linksfuß. In Sachen Flanken, Schnelligkeit, und Qualität im Eins-gegen-eins müsse er sich nicht verstecken. „Ich versuche, flexibel zu sein. Als Außenspieler kann man auch mal ins Zentrum und in die Halbräume reingehen. Der klassische Dribbler bin ich nicht, ich muss mich anpassen. Es gibt auch andere Wege, zum Torerfolg zu kommen.“

Diese Spieler genießen bei den Fans besondere Sympathien:

Oliver Hüsing (*1993): Umsichtiger Abwehrchef, Kapitän und Liebling der Fans. Kam 2016 für die Rückrunde aus Bremen und kehrte von 2017 bis 2019 noch mal zu Hansa zurück. Wechselte anschließend in die 2. Liga nach Heidenheim. Zur Galerie
Oliver Hüsing (*1993): Umsichtiger Abwehrchef, Kapitän und Liebling der Fans. Kam 2016 für die Rückrunde aus Bremen und kehrte von 2017 bis 2019 noch mal zu Hansa zurück. Wechselte anschließend in die 2. Liga nach Heidenheim. ©

Dass die Außenbahn nicht seine Lieblingsposition ist – daraus macht Lauberbach allerdings keinen Hehl: „Ich sehe mich eher im Zentrum.“ Doch dort ist John Verhoek weiterhin klar Härtels erste Wahl, damit musste sich bisher auch Hansas vormals bester Torjäger Pascal Breier abfinden.

Eine Hinrunde fast ohne Spielpraxis in Kiel hat nicht am Selbstvertrauen des früheren Erfurters und Zwickauers (Saison 2018/19) gekratzt. „Ich bin ein sehr physischer Spieler, versuche viel mit dem Körper zu arbeiten. Für meine Größe bin ich relativ schnell und technisch nicht so schlecht.“ Darüber hinaus verfüge er über „einen guten Abschluss, vor allem mit links“, sagt er selbstbewusst: „Ich versuche, meine Mitspieler in Szene zu setzen und auch selbst im Strafraum torgefährlich zu werden.“

Der Thüringer kennt seine Qualitäten, und die will er bis Mai in Rostock zeigen. „Ich möchte mehr Spielzeit bekommen und der Mannschaft helfen, die Ziele zu erreichen.“ Nach einer vielversprechenden ersten Saison in Kiel mit 21 Einsätzen schaffte es der Mittelstürmer in dieser Spielzeit nicht, einen Platz in der Mannschaft des zeitweiligen Zweitliga-Tabellenführers zu erobern: Nur drei Spiele und 21 Einsatzminuten stehen in seiner Bilanz. Sein Vertrag bei den Störchen läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Mit guten Leistungen bei Hansa will er sich für eine Weiterbeschäftigung in Kiel empfehlen, dann vielleicht sogar in der Bundesliga.

„Bei Rostock hat das Komplettpaket am besten gestimmt“, erklärt das Sturmtalent, warum er sich mit anderen Angeboten, auch aus dem Ausland „nicht groß beschäftigt“ hat. „Es war nicht mein Ziel, ins Ausland zu gehen, ich wollte in Deutschland bleiben. Ich kenne Hansa sehr gut und weiß, was hier die Ansprüche sind“, sagt Lauberbach, der im vergangenen Jahr sogar mal mit Bayern München in Verbindung stand. „Es gab Interesse aus der zweiten Mannschaft“ – und ein Gespräch mit dem damaligen Trainer Sebastian Hoeneß. Ein konkretes Angebot wurde daraus nicht. „Es hat relativ schnell ein Ende gefunden, ich wollte mich in Kiel durchsetzen.“ Dafür nimmt das Sturmtalent auch den Umweg über Rostock in Kauf.