27. Oktober 2021 / 07:20 Uhr

96 empfängt Fortuna Düsseldorf im Pokal: Nur 10.000 Zuschauer in HDI-Arena erwartet 

96 empfängt Fortuna Düsseldorf im Pokal: Nur 10.000 Zuschauer in HDI-Arena erwartet 

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Suchen die richtigen Teile fürs 96-Team: Jan Zimmermann (rechts) mit Co-Trainer Jens Jansen (links) halten an Lukas Hinterseer (kleines Foto) für die Sturmspitze fest. 
Suchen die richtigen Teile fürs 96-Team: Jan Zimmermann (rechts) mit Co-Trainer Jens Jansen (links) halten an Lukas Hinterseer (kleines Foto) für die Sturmspitze fest.  © Florian Petrow
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Mittwochabend um 20.45 Uhr empfängt Hannover 96 Fortuna Düsseldorf in der HDI-Arena. Während beim Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 noch 40.000 Zuschauer zu Gast waren, werden im Pokalspiel nur 10.000 erwartet. Derweil will Trainer Jan Zimmermann auch weiterhin am bislang noch torlosen Lukas Hinterseer festhalten.

​Es gibt gerade wenig Positives von 96 zu berichten. Der sportliche Trend ist negativ, der Trainer verzockt sich – warum soll man also heute in die HDI-Arena gehen? Vielleicht, weil es ein DFB-Pokalspiel gegen Düsseldorf ist, mithin ein Unentschieden ausgeschlossen ist. Aber das scheint als Argument nicht auszureichen. Von den knapp 40 000, die Schalke sehen wollten, kommt gegen Düsseldorf wohl nicht mal ein Viertel. 

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„Leistungen wie gegen Schalke kosten dann auch immer Zuschauer“, ärgert sich 96-Chef Martin Kind.

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Die Mannschaft hat das Stadion leer gespielt. Zu viele Enttäuschungen haben sich über zu viele Jahre angehäuft. Besserung wird immer nur über das Prinzip Hoffnung im Konjunktiv versprochen. Hätten wir unsere Chancen genutzt, dann ... Der späte Anpfiff um 20.45 Uhr wird zusätzlich Zuschauer kosten.

"Wir sind leider noch in der Findungsphase"

Auf das chancenlose 0:1 gegen Schalke folgte das 1:3 in Regensburg am vergangenen Sonntag mit einer kuriosen und später revidierten Aufstellung. „Jetzt haben wir wieder ein bisschen gepuzzelt und müssen nun die richtigen Teile zusammensetzen“, sagt Jan Zimmermann – wohl mehr zu sich selbst. Der 96-Trainer gibt auch zu: „Wir sind leider noch in einer Findungsphase.“

Alles auf Anfang muss Zimmermann aber nicht setzen. Die zweite Hälfte aus Regensburg dient als Krücke für die heutige Partie. „Eine sehr positive Reaktion“ sah der Coach „mit fünf, sechs Situationen“, in denen auch ein besseres Ergebnis möglich gewesen wäre. „Wir brauchen auch mal so eine Situation. Die Spiele, in denen wir in Führung gegangen sind, haben wir für uns entschieden.“

DFB-Pokal: 96 scheiterte in den vergangenen zehn Jahren sieben Mal in Runde zwei

Das waren aber nur drei, zwei endeten unentschieden, sechs Partien verlor 96. Diese Ligabilanz zählt allerdings im DFB-Pokal nicht. Nach dem lockeren 4:0 in Norderstedt in der ersten Runde versucht 96, gegen Fortuna das Pokalglück zurück nach Hannover zu holen. Auf dem Triumph von 1992 im Berliner Finale liegt längst der Staub des Vergessens. In den letzten zehn Jahren scheiterte 96 siebenmal in der zweiten Runde.


Die besten Torschützen von Hannover 96 seit 2000 (jeweils für jeweilige Saison).

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Saison 2020/21 (2. Bundesliga): Marvin Ducksch - 16 Tore ©

Der 96-Sportchef lässt jedoch keinen Zweifel am Ziel. „Wir treten an, um zu gewinnen“, meint Marcus Mann. Kind hofft, „dass wir gewinnen. Das würde uns auch finanziell helfen.“ Der Pokal gilt als Sonderposten im 96-Haushalt. „Wir haben den Pokal nicht in die Planung aufgenommen“, erklärt Kind. Eine halbe Million zahlt der DFB fürs Erreichen der dritten Runde. Dazu kommen die geteilten Zuschauereinnahmen, aber das dürfte sich in Grenzen halten.

Hinterseer bleibt als Sturmführer gesetzt

Eher beschränkt bleibt auch die offensive Qualität der Mannschaft. Tore sind eine Seltenheit, Lukas Hinterseer hat noch gar nicht getroffen, bleibt aber als Sturmführer gesetzt. „Er ist unermüdlich und arbeitet für die Mannschaft.“ Für Zimmermann „gibt’s keinen Grund umzudenken“. Die Frage sei vielmehr, ob man „Lukas besser in Szene setzen kann“. Auch Tom Trybull, der noch vor der Halbzeit in Regensburg völlig zu Recht ausgewechselt wurde, will Zimmermann „nicht niedermachen“, sondern beizeiten wieder heranführen.

Die Startelf dürfte mit der Mannschaft aus der zweiten Regensburger Hälfte identisch sein. Sie besitzt laut Zimmerman „nur drei Tage nach der Niederlage eine Super-Chance, gleich wieder auf den Platz zu können“. Kopf hoch und weiter – das wäre der 96-Wunsch.