13. August 2020 / 13:40 Uhr

Kniefall bei Nationalhymne: MLS-Stars von eigenen Fans ausgebuht - "Absolut widerlich"

Kniefall bei Nationalhymne: MLS-Stars von eigenen Fans ausgebuht - "Absolut widerlich"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Spieler des FC Dallas um Verteidiger Reggie Cannon wurden von den eigenen Fans ausgebuht. 
Die Spieler des FC Dallas um Verteidiger Reggie Cannon wurden von den eigenen Fans ausgebuht.  © imago images/ZUMA Wire/Montage
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Als Protest gegen Rassismus knieten die Spieler des FC Dallas bei der Nationalhymne vor dem MLS-Spiel gegen den SC Nashville - und wurden dabei von einigen Fans im eigenen Stadion ausgebuht. Dallas-Profi Reggie Cannon reagierte fassungslos und mit scharfer Kritik. 

Von den Buhrufen der eigenen Fans war Reggie Cannon einfach nur angewidert. "Wie schändlich ist das? Ich finde es absolut widerlich", sagte der Verteidiger des FC Dallas nach dem 0:1 im Heimspiel gegen den SC Nashville. Vor dem Spiel hatten beide Teams der nordamerikanischen Profiliga MLS und die Referees beim Abspielen der Nationalhymne gekniet, um mit dieser Geste gegen Rassismus zu demonstrieren. Nicht alle Fans fanden das gut, einige buhten.

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Dallas-Profi Cannon: "Unglaublich frustrierend"

"Nicht mal im eigenen Stadion wird man von seinen eigenen Fans unterstützt. Sie verstehen nicht, was das Knien bedeutet. Sie verstehen nicht, warum wir knien. Sie denken, dass wir die Ignoranten sind und das ist unglaublich frustrierend", sagte Cannon. Millionen anderer Menschen würden den Protest gegen Rassismus unterstützen: "Und wir haben Fans, die uns ausbuhen. Das ist mir ein Rätsel“, sagte der 22-Jährige.

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Nur zwei Tage nach dem Ende des Corona-Comeback-Turniers in Florida unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte die MLS ihre reguläre Saison fortgesetzt und dabei auch Zuschauer im Stadion gehabt. Die zugelassenen 5.100 Besucher waren beim Nashville-Sieg nach Angaben von US-Medien aber dem Augenschein nach nicht da - laut ESPN waren 2.912 Fans in der Arena. Texas und insbesondere Dallas gehören weiterhin zu den am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Regionen der USA. Allein in der texanischen Metropole wurden bereits über 55.000 Fälle registriert.

US-Präsident Trump sauer über Rassismus-Proteste

Beide Teams konnten am "MLS is back"-Tournament (Die MLS ist zurück) wegen zu vieler Corona-Fälle in der Mannschaft nicht teilnehmen. Am Sonntag gibt es das nächste von insgesamt drei Duellen beider Teams. Damit holen beide Mannschaften die Zahl der verpassten Spiele in Orlando nach. Die große Mehrheit der Major League Soccer steigt erst in einer Woche in die wegen der Pandemie zunächst unterbrochene Hauptrunde ein. Der Spielplan ist modifiziert, Zuschauer in den Stadien unterliegen den Regeln in den Bundesstaaten.

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Als Begründer der Kniefall-Geste bei der Nationalhymne gilt Football-Star Colin Kaepernick. Der einstige Star-Quarterback ist seitdem zum Politikum geworden und seit 2016 ohne Team in der NFL. Im Rahmen der aufflammenden Proteste gegen Rassismus in den USA hatten sich zahlreiche Sportler auf die Seite der Black-Lives-Matter-Bewegung gestellt. Vor allem Spieler aus der Basketball-Liga NBA avancierten zu Wortführern und wurden dafür von US-Präsident Donald Trump erst am Dienstag als "sehr böse" und "sehr dumm" bezeichnet.