01. April 2021 / 20:01 Uhr

Modellprojekt: RB Leipzig und SC DHfK müssen sich in Geduld üben

Modellprojekt: RB Leipzig und SC DHfK müssen sich in Geduld üben

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Warten auf das Modellprojekt: Dieser Fan ist einer unter 1.000 Zuschauern.
Warten auf das Modellprojekt: Dieser Fan ist einer unter 1.000 Zuschauern. © imago images/Picture Point LE
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Alles auf Anfang: Durch die neue Corona-Schutzverordnung beginnt der Genehmigungsprozess für das Modellprojekt von RB Leipzig und dem SC DHfK wieder bei Null. Diese vier Schritte stehen noch aus, bevor eine Zuschauerrückkehr möglich ist.

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Leipzig. Es ist der 1. April, Gründonnerstag, kurz vor Ostern und kurz vor dem Bundesligagipfel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern München. Vor wenigen Wochen war die Hoffnung noch groß, dass das Leipziger Modellprojekt beim SC DHfK an den Start gehen könnte. 1.000 Probanden wären seit den frühen Morgenstunden in die Testzentren geeilt und hätten mit Maske, Abstand und dem negativen Ergebnis am Abend den Handball-Kracher gegen Erlangen live erleben dürfen. Zwei Tage später hätten 1.000 begeisterte Bullen-Anhänger das gleiche Prozedere durchgemacht, um der Wissenschaft einen wichtigen Dienst zu erweisen – und das vielleicht wichtigste Bundesligaspiel der Saison im Stadion erleben zu dürfen.

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Steigende Infektionszahlen: Projekt ist falsches Signal

Durch steigende Corona-Zahlen, eine fast ausgereizte Krankenhaus-Kapazität und eine neue Schutzverordnung kam nun doch alles anders. Das Modellprojekt ist auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben worden, die Universität Halle, die Betreiber der Arena Leipzig und zwei Bundesligisten müssen sich gedulden. Zu allem Überfluss musste sogar die Handball-Partie gegen Erlangen verschoben werden, da die Gäste mehrere Fälle innerhalb der Mannschaft zu beklagen haben. „Der Fokus liegt jetzt auf dem Heimspiel am 15. April“, so Karsten Günther am Mittwoch, der seine Hoffnung nun auf das Heimspiel gegen Balingen setzt. „Es gibt inzwischen ein anderes Prozedere, da die Städte oder die Kreise nun entscheiden können“, erklärt der Manager der DHfK-Handballer. Das Problem: der Genehmigungsprozess startet erneut bei Null.

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Bevor die Stadt Leipzig über die Zukunft des Projekts entscheiden darf, müssen laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung drei Genehmigungen beim Freistaat Sachsen eingeholt werden. Erst wenn die sächsischen Datenschutzbeauftragten, das Sozialministerium und das Ministerium für Kultur und Tourismus dem Projekt ihren Segen gegeben haben, liegt der Ball bei Oberbürgermeister Burkhard Jung und der Messestadt. Nach SPORTBUZZER-Informationen liegt jedoch noch keine der drei Genehmigungen aus den sächsischen Ministerien vor.

Doch auch auf kommunaler Ebene sollten sich die Profisportler keine zu großen Hoffnungen machen, da der OBM zunächst abwarten möchte. Wie Jung im jüngsten LVZ-Talk erklärte, setzt er auf einen Start des Modellprojekts „nach einem harten Lockdown“. Ein Start vor dem 18. April wirkt dementsprechend unrealistisch. Die grundlegende Idee hält Jung allerdings weiterhin für richtig: „So ein Modellprojekt halte ich für großartig und sinnvoll. [...] In einer Situation, in der die Infektionszahlen signifikant steigen, ist es aber das falsche Signal.“