20. Juli 2021 / 17:06 Uhr

Modellprojekt: SG Lenglern kooperiert bei eFootball mit zwei Schulen

Modellprojekt: SG Lenglern kooperiert bei eFootball mit zwei Schulen

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
SG Lenglern plant eFootball-Offensive: Fußball-Abteilungsleiter Thomas Streibel, Bleron Pergjegjaj und Projektkoordinator Kay Kobold (von links).
SG Lenglern plant eFootball-Offensive: Fußball-Abteilungsleiter Thomas Streibel, Bleron Pergjegjaj und Projektkoordinator Kay Kobold (von links). © Eduard Warda
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Mit einem Modellprojekt wollen die Fußballabteilung Lenglern/Harste der SG Lenglern und zwei Schulen dem Bedürfnis nach eFootball entsprechen und gleichzeitig das Fußballtraining auf dem Platz forcieren. Kooperationspartner sind die Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen und die Grundschule Lenglern.

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Eine eFootball-Offensive plant die SG Lenglern. Unter anderem ist eine Kooperation mit zwei Schulen vereinbart worden – Projektpartner sind die Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen und die Grundschule Lenglern. Darüber hinaus sollen weitere Projekte in Angriff genommen werden.

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„Förderung digitaler Breitensport in Verbindung mit traditionellem Sport unter Nutzung bisheriger Schul- beziehungsweise Vereinsstrukturen“, lautet die offizielle Bezeichnung des Modellprojekts, dessen Träger die Fußballabteilung Lenglern/Harste der SG Lenglern ist. Grundlegende Idee ist, den Schülern ab dem kommenden Schuljahr in Form einer Arbeitsgemeinschaft „eFootball/Fußball einmal pro Woche einen Mix aus Fußball an der Konsole, also eFootball, und „echtem“ Fußball zu bieten – nach einer Unterrichtsstunde eFootball folgt verpflichtend eine weitere Unterrichtsstunde mit klassischem Fußballtraining unter Anleitung eines Trainers.

Beteiligen am Modellprojekt können sich die Siebt- und Achtklässler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule sowie die Dritt- und Viertklässler der Lenglerner Grundschule. Am Ende des ersten Schulhalbjahres erfolgt eine Untersuchung und Bewertung des Modellprojekts. Sollte es erfolgreich verlaufen sein, werde das Angebot gegebenenfalls „erweitert oder in andere Jahrgangsstufen verlegt“, wie es in der Projektbeschreibung der SGL heißt.

Auch sozial benachteiligte Kinder sollen profitieren

Durch die Kooperation mit den Schulen, so die Idee hinter dem Projekt, sollen im Rahmen der Ganztagsbetreuung auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien Zugang zum eSport erhalten. Denn: „Die Kombination mit traditionellem Fußball hat eine gesundheitsfördernde Komponente.“ Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler über das gemeinschaftliche Fußballspielen für den Sport im Verein gewonnen werden.

Als Projektkoordinatoren konnten Kay Kobold und Dennis Kleinhans gewonnen werden. Dass Kleinhans beteiligt ist, sei für die SG Lenglern ein Glücksfall, habe er doch seine Masterarbeit im Studiengang Sportmanagement über eFootball geschrieben, berichtet Thomas Streibel, Fußball-Abteilungsleiter der SG.

Das Modellprojekt befindet sich im Einklang mit der Stoßrichtung der niedersächsischen Politik, die den digitalen Breitensport per Entschließung des Landtages fördern möchte. Danach soll unter Einbindung des Landessportbundes und des Niedersächsischen Fußballverbandes geprüft werden, wie die bisherigen Sport- und Vereinsstrukturen für virtuelle Sportarten im Breitensport eingesetzt und gefördert werden können. Außerdem sollen bereits bestehende Strukturen zwischen traditionellem Sport und virtuellen Sportarten ausgebaut werden.

Ergänzend führt die Fußballabteilung Lenglern/Harste wöchentlich ein Präsenztraining „eFootball“ durch. Als Übungsleiter fungiert hier unter anderem Bleron Pergjegjaj, der für die SG Lenglern/Harste in den vergangenen Monaten zweimal den eFootball-Kreismeistertitel holte und sich darüber hinaus mit seinen Teamkollegen beim DFB-ePokal bis ins Playstation-Halbfinale vorspielte.

Geplant ist ferner, für den interessierten eFootball-Nachwuchs Spiele und Turniere zu organisieren. „Wir hoffen, bei der nächsten eFootball-Runde mit drei, vier Teams anzutreten“, unterstreicht Streibel. Denkbar sei auch die Endrunde im Präsenz mit Zuschauern in einer Sporthalle durchzuführen.

Weiteres Projekt: eFootball in Seniorenheimen

Für das Training im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule Lenglern konnte Thomas Hellmich gewonnen werden, der unter anderem im Fußballkreis Göttingen-Osterode Vorsitzender des Qualifizierungsausschusses ist. „Ziel ist natürlich auch, bei Kindern das Interesse zu wecken, Fußball im Verein zu spielen“, so Streibel.

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Noch Zukunftsmusik ist die Idee, eFootball auch in Senioren- und Pflegeheimen zu etablieren. „Die Heime sind technisch gut ausgestattet. Unsere Abteilung sieht das positiv, wir suchen noch einen Termin“, berichtet Kobold. Möglicherweise könne sich der Umgang mit der Konsole positiv im Bereich der Demenzerkrankungen auswirken.