14. Dezember 2021 / 23:55 Uhr

Modeste lästert: "Es ist schön, Wolfsburg in die Krise zu schicken!"

Modeste lästert: "Es ist schön, Wolfsburg in die Krise zu schicken!"

Andreas Pahlmann und Jürgen Braun
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Getroffen und gelästert: Anthony Modeste (l. bei seinem zweiten Tor) traf in Wolfsburg doppelt.
Getroffen und gelästert: Anthony Modeste (l. bei seinem zweiten Tor) traf in Wolfsburg doppelt. © Boris Baschin (2)
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Frust beim VfL Wolfsburg nach der 2:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln. Anthony Modeste, Torjäger der Geißböcke, traf doppelt - und teilte anschließend verbal aus.

Ausgerechnet Anthony Modeste hat den VfL Wolfsburg tiefer in die Krise geschossen. Zwei Kopfballtore des Kölner Stürmers sorgten für die 2:3-Niederlage der Niedersachsen - die sechste Pflichtspielniederlage des VfL in Folge - zuletzt hatte die Wolfsburger vor 44 Jahren in der 2. Liga Nord so oft hintereinander verloren. Modeste, der 2018 die Kölner Richtung China verlassen hatte und beim Wechsel in Streit mit dem damaligen Köln-Manager Jörg Schmadtke geriet, machte nach dem Spiel aus seiner Schadenfreude keinen Hehl. "Wir haben in Wolfsburg gespielt und gewonnen, gegen die Mannschaft von Schmadtke", sagte er der ARD: "Man trifft sich immer zwei Mal im Leben. Es ist schön, hier zu gewinnen und Wolfsburg in die Krise zu schicken."

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Eine starke Ansage in Richtung des heutigen Wolfsburg-Managers. Der VfL aber hat ganz andere Sorgen, nähert sich durch die erneute Pleite der Abstiegszone. Verantwortliche und Profis waren zutiefst enttäuscht, rangen teilweise schwer um Worte. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer: "Es liegt auf der Hand, dass wir im Moment einfach nicht gut genug verteidigen. Die Mannschaft war bemüht, eine Reaktion zu zeigen. Ihr ist es auch gelungen, mit einem tollen Konter 1:0 in Führung zu gehen. Leider haben wir durch einen Fehler ein Gegentor kassiert. Das ist etwas, womit wir im Moment nicht immer ganz so gut umgehen können. Wenn wir Rückschläge verkraften müssen, kommen wir teilweise nicht zurück. Das ist eine große, eine sehr große Enttäuschung. Das ist ein weiterer Rückschlag, wo es doch heute unser Ziel war zurückzukommen, ein Erfolgserlebnis zu schaffen. Deshalb ist die Enttäuschung riesengroß."

VfL Wolfsburg gegen 1. FC Köln: Die Bilder zum Spiel

Niedergeschlagen: Maximilian Arnold, Renato Steffen und der VfL Wolfsburg nach dem 2:3 gegen Köln. Zur Galerie
Niedergeschlagen: Maximilian Arnold, Renato Steffen und der VfL Wolfsburg nach dem 2:3 gegen Köln. ©

Sein Fazit, das er mit der Erfahrung zog, die er als VfL-Spieler, der Höhen und auch solche Tiefen erlebt hat: "Wir sind alle gefordert, wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen, auch wenn solche Phasen wirklich schwierig sind. Wir müssen uns dagegen stemmen, noch mehr in die Waagschale werfen, um aus dieser Phase rauszukommen. Dass das nicht einfach wird, dass man den Hebel nicht so einfach umlegen kann, hat man heute wieder gesehen." Richtung Bayern wollte er noch nicht schauen. Obwohl das Spiel beim Spitzenreiter bereits am Freitag (live um 20.30 Uhr auf Sat1) ansteht. Denn, so Schäfer, bei der Niederlage gegen Köln sei "so viel zusammengekommen, das muss man erst einmal sacken lassen, da brauche man den Mittwoch auch noch dafür".

Stürmer Wout Weghorst, der den VfL mit dem 2:1 und seinem sechsten Saisontor auf einen guten Weg gebracht zu haben schien, war auch geknickt: "Wir wissen alle, in was für einer Phase wir sitzen, dass es nicht läuft, da musst du einfach knallhart arbeiten." Er glaubt: "Da ist keiner, der sich nicht zu hundert Prozent einsetzt, keiner, der nicht hundert Prozent Willen hat, um einen Sieg zu holen. Aber wir müssen auch ganz klar sagen, am Ende fallen diese zwei Tore zu einfach, das darf einfach nicht passieren. Und es passiert." An Bayern mochte auch er noch nicht denken, kämpfte im Sky-Interview regelrecht um Worte, sagte leise: "Es muss besser werden."

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Auf jeden Fall nicht ans Bayern-Spiel zu denken, braucht ein Wolfsburger Defensivspieler. Das ist ärgerlich und war nicht gerade clever: Jerome Roussillon ist am Freitag im Spiel beim FC Bayern München gesperrt, sah in der 79. Minute seine fünfte Gelbe Karte der Saison. Weil er sich wegen einer seiner Meinung nach unnötig spät erfolgten Abseitsentscheidung gegen Köln lautstark geärgert hatte. Roussillon war gerade erst für den lange ausfallenden Paulo Otavio ins Team gerückt, jetzt mangelt es an Linksverteidigern. Yannick Gerhardt, gestern eingewechselt, könnte ein erster Alternativkandidat sein.

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