13. Mai 2020 / 08:25 Uhr

Dresden Monarchs sehen Silberstreif am Horizont

Dresden Monarchs sehen Silberstreif am Horizont

Jochen Leimert, DNN
Dresdner Neueste Nachrichten
Dresden Monarchs Stadion Bernsdorfer Straße; Foto Anja Schneider
Noch ist es recht ruhig auf dem Trainingsgelände der Dresden Monarchs, aber ab morgen soll hier wieder trainiert werden. © Anja Schneider
Anzeige

Die Dresden Monarchs hoffen sehr, dass die wegen der Corona-Krise verschobene Football-Spielzeit nun im September starten kann. Ob die ausländischen Spieler rechtzeitig da und spielberechtigt sein werden, bleibt noch offen.

Anzeige

Dresden. Es gibt wieder Hoffnung für alle Football-Fans, dass das Ei in diesem Jahr doch noch durch die Stadien fliegt. Am vergangenen Wochenende einigten sich der American-Football-Verband von Deutschland (AFVD), das Ligadirektorium, die Landesverbände, die Football-Jugend und der Bundesschiedsrichterausschuss darauf, eine verkürzte Saison von September bis November zu spielen. Absteiger soll es keine geben, einen German Bowl aber schon. Den wollen auch die Dresden Monarchs wieder ins Visier nehmen, doch sie wären schon froh, wenn bei einem Abflauen der Corona-Pandemie überhaupt noch gespielt werden kann. Denn das ginge aus Kostengründen nur mit Zuschauern, denn Fernsehgeld spielt im deutschen Football kaum eine Rolle.

Anzeige

„Wie die verkürzte Saison genau aussehen soll, das wird gerade diskutiert“, sagt Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler, „ich denke aber, dass es die Fans cool fänden, wenn noch gespielt wird.“ Monarchs-Cheftrainer Ulrich Däuber hofft sogar sehr, dass das Verbot von Großveranstaltungen am 31. August aufgehoben und der Weg damit frei gemacht wird: „Wir wären sehr froh, wenn dieses Jahr noch gespielt werden kann. September ist sicherlich auch der letzte Zeitpunkt, wo wir anfangen können. Ich glaube, noch weiter nach hinten verschieben können wir die Spielzeit nicht.“ Erstens würden die Bodenverhältnisse in der nasskalten Jahreszeit immer schlechter, zweitens hätten viele Vereine dann Probleme, weil der Fußball dann zunehmend Plätze beansprucht. Zudem wäre die Pause zur Saison 2021 zu kurz, wenn man ins neue Jahr hinein spielen müsste, glaubt Däuber.

Nicht auf Spiele angewiesen

Der Dresdner Coach geht davon aus, dass es in der kurzen Zeit im Herbst keine 14 Spiele in der zweigleisigen GFL plus Play-offs geben kann: „Es wäre sinnvoll, die Liga jeweils zu teilen und Vierergruppen zu bilden. Dann spielt in der Vierergruppe jeder gegen jeden – das sind sechs Spiele. Dann kommen noch Viertelfinale, Halbfinale und das Endspiel dazu. Mit einer Woche Pause könnte man letztlich in zehn Wochen fertig sein.“ So sei Spielern, Fans und auch Sponsoren gedient, glaubt Däuber, der auf eine baldige Fixierung des Modus’ durch den Verband hofft.

Mehr zu Sport in der Region

Laut Geschäftsführer Dreßler sind die Monarchs zum Glück nicht auf Gedeih und Verderb auf die Spiele angewiesen. Nach gegenwärtiger Einschätzung werde der 700 Mitglieder starke Verein, beheimatet im Trainingszentrum an der Bärnsdorfer Straße, auch ohne Saison sicher nicht untergehen. Optimismus, die Krise halbwegs unbeschadet zu überstehen, schöpft Dreßler aus Absichtserklärungen der Monarchs-Partner: „Bis jetzt haben wir sehr, sehr positive Signale von unseren Sponsoren und Förderern erhalten. Sie wollen uns in jedem Falle zur Seite stehen – mit oder ohne Saison. Dafür sind wir sehr dankbar, denn ohne Spiele, damit auch ohne Zuschauer hätten wir einen dramatischen Einnahmeverlust.“ Da man traditionell vorsichtig plane und inzwischen sehr mitgliederstark sei, könne man das Jahr überstehen, so Dreßler. Sollte es die Politik nicht zulassen, dass ab September vor Zuschauern gespielt wird, glaube er, dass die Monarchs auch aus bereits geschlossenen Verträgen mit ausländischen Profis herauskommen.

Ausländische Spieler noch in Heimatländern

Viel lieber aber will man spielen, juristische Auseinandersetzungen und persönliche Kränkungen unbedingt vermeiden. Bisher sind alle Spieler gesund, „auch bei den Ausländern haben wir keinen Corona-Fall“, so Däuber, der den Kontakt zu seinen Jungs hält. Bis auf A.J. Wentland seien alle ausländischen Spieler noch in ihren Heimatländern, langweilten sich dort, wie der Coach mitteilt. Er veranstaltet gegenwärtig Video-Meetings, für Donnerstag stellt Dreßler einen Trainingstestlauf für einen Teil des GFL-Teams in Aussicht, vornehmlich mit Lauftraining. 75 Minuten lang soll Kleingruppentraining auf Distanz gemäß der Infektionsschutz-Vorgaben erprobt werden. „Richtiges Training ist das noch nicht, eher Bewegung und Begegnung“, so Dreßler. Er hofft bei einem positiven Fazit, dass danach alle Mannschaften in der kommenden Woche vorsichtig wieder einsteigen können.

Um im September spielfit zu sein, müsste das Bundesliga-Team vier Wochen zusammen trainieren, erklärt Däuber. Ob das klappt, ist sehr ungewiss, denn keiner weiß, ob die Ausländer Ende Juli einreisen dürfen und ob sie ohne Quarantäne gleich Sport treiben können. „Wir müssen dann auch schauen, ob wir alle holen können, denn es muss bei einer verkürzten Saison auch finanzierbar sein“, weiß Däuber. Man wolle kein Risiko eingehen, um den Verein als Ganzes nicht zu gefährden, „denn wir möchten auch noch weitere Saisons spielen.“