09. April 2018 / 21:09 Uhr

Montagsprotest funktioniert bei RB Leipzig nicht

Montagsprotest funktioniert bei RB Leipzig nicht

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Der Fanblock von RB Leipzig während der Partie gegen Leverkusen.
Der Fanblock von RB Leipzig während der Partie gegen Leverkusen. © mro
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Der angekündigte Protest im Spiel gegen Bayer Leverkusen zündete nicht wie gewünscht.

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Leipzig. Stimmungsboykott gegen Bundesligaspiele am Montag: Was andere Kurven in den vergangenen Wochen mit eisigem Schweigen, leeren Rängen oder Tennisballwürfen vorgemacht haben, hat in Leipzig beim Spiel der Roten Bullen gegen Bayer Leverkusen nur bedingt funktioniert.

Die Rasenballisten, unterstützt von zwölf weiteren Fangruppen, hatten aufgerufen, in der ersten Halbzeit die Roten Bullen nicht zu unterstützen. Gesänge und Fan-Utensilien standen im Sektor B offiziell auf dem Index. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick appellierte im SPORTBUZZER-Interview am Spieltag an den eigenen Anhang. "Die Hütte muss gegen Bayer brennen", so der 59-Jährige. Er halte die eigenen Fans für zu reflektiert und im positiven Sinne anders, als dass sie den Verein ausgerechnet hängen lassen würden.

Das Stadion präsentierte sich schon vor dem Anstoß zweigeteilt. Die Mehrheit der Besucher, auch lautstark im Sektor B, hatte sich entschieden, das eigene Team zu unterstützen. Nur eine Minderheit schwieg oder machte sich mit Trillerpfeifen bemerkbar. Zu sehen war außerdem ein Banner mit der Aufschrift: "Montags, nein danke!"

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Nach einer Viertelstunde war die Sache dann eindeutig geklärt. "Rasen-Ballsport"-Wechselgesänge hallten durch die Arena. Und als sich Marcel Sabitzer davon angestachelt fühlte, zog er eine Minute später ab. 1:0 für RB Leipzig.

In der zweiten Hälfte, als dann alle Schlachtenbummler wieder die Roten Bullen anfeuerten, begann eine lange Leidenszeit für die Zuschauer. Drei Tore direkt vor dem Sektor B machten die deftige Heimniederlage perfekt. Und die Fans? Sie unterstützen ihre Mannschaft auch noch wenige Minuten vor dem Schlusspfiff, geradeso, als ob sie ihr Mut für den Donnerstag in Marseille zusprechen wollten. Das beeindruckte auch RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. "Unsere Fans haben sogar in der 89. Minute bei einem Stand von 1:4 ihre Mannschaft gefeiert. Die Unterstützung heute war top", sagte der Coach.

In der RB-Fanszene dürfte der Support vom Montagabend allerdings weiter für Diskussionen sorgen. Die Kurve präsentierte sich zweigeteilt, was auch schon während des Spiels zu heftigen Wortgefechten und teilweise auch Handgreiflichkeiten untereinander im Sektor B führte, wie die Fangruppe Schwabenballisten in einer Einschätzung des Abends berichten. "Wir wünschen, dass der Verein mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ermittelt, wer für die Handgreiflichkeiten verantwortlich ist", so die Gruppe. Auch die Polizei bestätigte ein Gerangel. Die Beamten mussten aber nicht eingegriffen, die Ordner im Stadion hätten die Lage schnell in den Griff bekommen.

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