16. Mai 2021 / 22:24 Uhr

Moral gezeigt: RB Leipzig sichert sich nach 0:2 doch noch Vize-Meisterschaft

Moral gezeigt: RB Leipzig sichert sich nach 0:2 doch noch Vize-Meisterschaft

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig sichert sich Platz zwei in der Bundesliga, der VfL Wolfsburg die Champions-League-Qualifikation.
RB Leipzig sichert sich Platz zwei in der Bundesliga, der VfL Wolfsburg die Champions-League-Qualifikation. © imago images/Matthias Koch/Getty Montage
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Die erste Halbzeit ließ einmal mehr Schlimmes befürchten. 0:2 lag RB Leipzig zurück, zeigte dann aber Zähne. Schließlich hieß es 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. Damit machten die Sachsen Platz zwei perfekt und die Wölfe die Teilnahme an der Königsklasse.

Leipzig. Letztes Heimspiel der Roten Bullen. Abschied vom nicht vorhandenen Publikum in der Red-Bull-Arena für Cheftrainer Julian Nagelsmann und Abwehrmann Dayot Upamecano. Die beiden leitenden Kräft spülen über 67 Millionen Euro in die Kasse. Bei Nagelsmann/Upamecano wird es nicht bleiben, weitere zwei bis drei Abgänge werden folgen.

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RB Leipzig auf acht Positionen verändert

Das Adieu gegen vor der Halbzeit bärenstarke Wolfsburger geht nicht in die Turnhose, RB biegt einen 0:2-Rückstand, holt ein überaus verdientes 2:2 und kann beim letzten Saisonspiel bei Union Berlin am Sonnabend (15.30 Uhr) nicht mehr von Platz zwei verdrängt werden. Auch für die Gäste hat sich der Ausflug nach Sachsen gelohnt. Durch den Punkt ist ihnen die Teuilnahme an der Champions League in der kommenden Saison sicher. Maximilian Philipp schießt das 0:1 11.) und 0:2 (45 + 1), Justin Kluivert das 1:2 (51.), Marcel Sabitzer per Foulelfmeter das 2:2 (78.).

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Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Spielhälfte holt RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg noch einen Punkt und ist damit vom zweiten Tabellenrang nicht mehr zu verdrängen. Zur Galerie
Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Spielhälfte holt RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg noch einen Punkt und ist damit vom zweiten Tabellenrang nicht mehr zu verdrängen. ©

Rein in die leere Bude. RB mit acht (!) Änderungen im Vergleich zum Pokalspiel in Berlin. Neu im Team: Ibrahima Konaté, Willi Orban, Benjamin Henrichs, Konrad Laimer (erster Starteinsatz seit dem Champions-League-Halbfinale gegen Paris), Emil Forsberg, Christopher Nkunku, Yussuf Poulsen, Justin Kluivert. „Überlebende“ des 1:4 gegen Dortmund: Peter Gulacsi, Lukus Klostermann und Marcel Sabitzer. XXL-Rotation.

Die Lage - eindeutig: RB braucht einen Punkt, um die zweite Vize-Meisterschaft nach 2017 perfekt zu machen. Die wiederum ist nicht nur gefühlt, sondern auch monetär von Bedeutung. Überdies würden sie gerne die Rekord-Marke aus 2016/2017 (67 Punkte) knacken. Lothar Matrhäus zum Thema: „Rekorde sind dazu da, zu brechen.“ Die Armen. Den Wölfen ist nach dem 3:4 der SGE auf Schalke die Königsklasse zu 99,5 Prozent sicher, Lust auf einen Dreier haben die Ehrgeizlinge von Ehrgeizling Oliver Glasner auch eingedenk einer ausbaufähigen Bilanz gegen RB trotzdem. Wolfsburg mit der ersten Top-Chance der Partie, die der Ex-Mainzer Ridle Baku sehr frei vor Gulacsi nicht nutzt (6.). Die Gäste sind ausgeruht, griffig, willig - und erfolgreich. In der elften Minute haut Maximilian Philipp den Ball nach Maximilian-Arnold-Pass volley und unbedrängt in den Winkel. Traumtor, 1:0 fürs Glasner-Team.

Leipzig findet erst in Halbzeit zwei zu alter Stärke

RB antwortet mit einer Forsberg-Flanke auf Laimer, dessen Kopfball knapp neben Koen Casteels linkem Pfosten landet. RB ist jetzt besser im Spiel und hat um ein Haar die Riesen-Möglichkeit zum 1:1. Casteels rettet gegen Poulsen, leitet mit einem Befreiungsschlag einen Konter und einen Pfostenschuss von Wout Weghorst ein (24.). Danach steckt Forsberg durch auf Nkunku, der von Casteels gestoppt wird. Forsberg ist bester Leipziger, bringt auch Orban in Stellung - Kevin Mbabu klärt kurz vorm Einschlag. Das unterhaltsame Spiel legt wenig Pausen ein, Weghorsts Versuch bringt fast das zweite Tor der Gäste. Der VfL hat mittlerweile das Heft des Handelns zurückerobert und besorgt das 2:0. Arnold-Beinschuss gegen Henrichs im tiefen Mittelfeld, Baku-Flanke durch Orbans Beine, Abschluss am Fünfmeter-Raum durch Phillipp, der eine Fußspitze schneller als Konaté ist. Halbzeit, der ausgeruhte VfL hat mehr und bessere Chancen, ist entschlossener, führt verdient.

Wiederbeginn. Angeliño und Amadou Haidara kommen für Henrichs und Laimer. Geht noch was? Aber ja doch! Sabitzer genial auf Kluivert, der lässt Mbabu lässigst aussteigen und nagelt den Ball zum 1:2 ins Netz. Ein Klasse-Tor (51.). Die RB-Kicker schwingen sich zu Herren des Verfahrens auf, schnüren Wolfsburg ein, lassen Ball & Gegner laufen, haben durch Angeliño und Klostermann Chancen. Die Statik des Spiels ist gekippt, das Spiel - noch - nicht. Kluivert hat das 2:2 auf den Fuß, riskiert dabei viel, wird von Casteels regelkonform abgeräumt (67.). Hee-Chan Hwang kommt für Kluivert, der imaginäre Gong zur Schluss-Offensive ertönt mit Orbans Beinahe-Ausgleich (73.). Dann fordert Haidara einen Elfmeter, den Felix Zwayer erst auf den zweiten Video-Blick als solchen erkennt. Ja, Paulo Otavio hat Haidara gefoult, Käptn’ Sabitzer verwandelt sicher. 2:2 (78.). RB will jetzt alles, will den Dreier, geht auch in der fünfminütigen Nachspielzeit all in. Dann ist es vorbei. Der letzte Heimspiel-Eindruck? Ein Guter. Nächster und letzter Halt: Am Sonnabend in der Alten (und gegen RB immer heißen) Försterei.