26. August 2020 / 21:00 Uhr

Morgan Fassbender: Neuzugang der BSG Chemie denkt eigentlich den ganzen Tag an Fußball

Morgan Fassbender: Neuzugang der BSG Chemie denkt eigentlich den ganzen Tag an Fußball

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Morgan Fassbender hat große Ziele, auch mit der BSG Chemie.
Morgan Fassbender hat große Ziele, auch mit der BSG Chemie. © Picture Point
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Ein Tor, eine Vorlage: Morgan Fassbender hat sich bestens eingeführt bei der BSG Chemie Leipzig. Der Neuzugang im Angriff hat beste Referenzen und ambitionierte Ziele. In Leutzsch will der gebürtige Schwabe den nächsten Schritt gehen.

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Leipzig. Er trägt gern eine Rastafrisur, hört amerikanischen Rap, will mal mit dem FC Bayern im Champions-League-Finale stehen und ist vor allem verdammt schnell: Mit Morgan Fassbender (21) hat sich die BSG Chemie eine ehrgeizige Verstärkung im Sturm geangelt.

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Bisher hat sich der gebürtige Stuttgarter mit ghanaischen Wurzeln in Leipzig noch nicht richtig eingelebt, da er noch im Hotel wohnt. Sportlich hingegen fühlt er sich schon so richtig wohl, denn der „schwäbische Pfeil“ hat bereits  eine Torvorlage sowie einen eigenen Treffer zu Buche stehen. „Es hat ganz gut gepasst bisher“, meint der nicht (!) schwäbelnde Schwabe bescheiden. Klar, durch seine Schnelligkeit hat er einen klaren Vorteil gegenüber den meisten anderen Spielern, aber durch die gute Grundausbildung sowohl beim VfB Stuttgart, den Stuttgarter Kickers als auch dem SSV Ulm hat er noch viel mehr drauf als nur zu sprinten.

Tabellenführung "sagt gar nix aus"

„Ich denke, dass ich technisch ganz gut drauf bin, mich im 1:1 durchsetzen kann und einen ordentlichen Torabschluss habe“, schätzt er ein. Ein auf seinem Instagram-Account zu sehendes Video zeigt eindrucksvolle Szenen von seinen bisherigen Stationen in Freiberg und Göppingen (beide Württemberg) sowie Illertissen (Bayern). Die Regionalliga Nordost schätzt er aber noch mal anders ein: „Hier wird schneller nach vorn gespielt, robuster agiert, während es im Süden eher ballorientierter war. Aber ich kann beides ganz gut, also kein Problem. Aber hier will ich den nächsten Schritt gehen.“

Dass er mit seinem neuen Team nach zwei Spieltagen dank des starken Torverhältnisses (6:2 Treffer) Tabellenführer ist, sieht er absolut realistisch: „Das fühlt sich gut an, sagt aber gar nix aus. So schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern ist und bleibt das Ziel, es sind noch 36 Spiele. Da kann alles passieren!“

Aber man müsse daran glauben, dass alles möglich ist, also auch ein einstelliger Tabellenplatz, so der junge Rechtsaußen, der in den ersten beiden Saisonspielen gegen den BFC Dynamo und bei Tennis Borussia von Trainer Miroslav Jagatic in der Startelf aufs Feld geschickt wurde. Beide Partien gewann Chemie überzeugend 3:1. Die nächste Gelegenheit, sein Können zu zeigen, hat Fassbender am Sonnabend (16 Uhr) daheim im Spitzenspiel gegen Hertha BSC II.

Erstmals so weit weg von daheim

Er zeigt sich ernsthaft, nachdenklich, bezeichnet sich als „ernsten Typen, der natürlich auch Spaß haben“ kann. „Ich mache mir viele Gedanken. Früher war das nach einer vergebenen Torchance ganz schlimm, da konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen. Das hat sich zum Glück gelegt.“

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Als gläubiger Katholik betet er, wenn Zeit ist, und besucht auch die Kirche. Sein Engagement in Leipzig hat ihn erstmals so weit weg von zu Hause weggeführt, den Kontakt mit den Eltern hält er telefonisch. „Ich bin ja alt genug, um auf eigenen Beinen zu stehen“, meint er, der eigentlich die gesamte Zeit des Tages an Fußball denkt. Deshalb geht er ins Fitnessstudio oder übt für sich allein oder macht Extra-Schichten.

Ehrgeizig ist er, aber dennoch geerdet. Bis zur Vollendung des 23. Lebensjahr in gut zwölf Monaten hat er sich Zeit gegeben zu schauen, ob es mit dem Fußballspielen auf höherer Ebene etwas wird. Ansonsten würde er einen Beruf erlernen. Aber vielleicht klappt's ja doch noch mit seinem Lieblingsverein Bayern München und dem Champions League-Finale …