22. März 2022 / 09:28 Uhr

Mörschel verzichtet für Dynamo Dresden auf Nationalmannschafts-Lehrgang

Mörschel verzichtet für Dynamo Dresden auf Nationalmannschafts-Lehrgang

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Heinz Mörschel zieht an Nürnbergs norwegischem Nationalspieler Mats Møller Dæhli vorbei.
Heinz Mörschel zieht an Nürnbergs norwegischem Nationalspieler Mats Møller Dæhli vorbei. © imago images
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Mittelfeldspieler Heinz Mörschel schlägt eine Einladung zur Auswahl seines Geburtslandes Dominikanische Republik aus, denn mit Dynamo Dresden hat der 26-Jährige andere Ziele.

Dresden. Länderspielpause ist für Vereine mit Nationalspielern in ihren Reihen gleichbedeutend mit Abstellungszeit. Dynamo Dresdens Außenverteidiger Guram Giorbelidze folgte einer Einladung zur georgischen Auswahl. Der 26-Jährige ist mit dem Team der Kaukasusrepublik am 25. März in Bosnien-Herzegowina und vier Tage später in Albanien zu Gast. Mittelfeldspieler Heinz Mörschel geht einen anderen Weg. Trotz einer Anfrage aus der Dominikanischen Republik bleibt er vor den sieben noch ausstehenden Spieltagen in Dresden – um mit den Schwarz-Gelben weiter daran zu schrauben, im Kampf gegen den drohenden Abstieg die Offensive wieder torgefährlicher zu machen. Der 24-Jährige wurde in Santo Domingo, der Hauptstadt des karibischen Inselstaates, geboren und kam im Alter von acht Monaten gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland.

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"Lust auf dieses heiße Saisonfinale"

In den Jahren 2014 und 2015 spielte er nur für die deutschen U18-Junioren, so dass er weiterhin für sein Geburtsland spielberechtigt wäre – was ihn zweifelsohne auch reizen würde. Heinz Mörschel berichtet von einer Aufbruchstimmung unter dem neuen dominikanischen Nationaltrainer Iñaki Bea, der sich für eine Professionalisierung einsetze. „Der Nationalmannschafts-Lehrgang findet in Spanien statt, damit die europäischen Spieler eine Zeitverschiebung umgehen und größere Reisestrapazen ausbleiben. Daher habe ich mich sehr über die Nominierung gefreut – ganz klar ist es für jeden Fußballer etwas Besonderes, wenn Du zur Nationalmannschaft eingeladen wirst“, berichtet der Ex-Uerdinger, der seit Januar 2021 für die SGD spielt.

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„Allerdings musste ich den Zeitpunkt gut mit meinen Zielen bei Dynamo Dresden abwägen: Gemeinsam möchten wir den Klassenerhalt erreichen, dafür beginnt nun die entscheidende Phase. Ich möchte die nächsten Tage nutzen, um hart mit dem Team zu arbeiten. Die Spielphilosophie von Guerino Capretti kommt mir entgegen, der Coach redet viel mit mir. Ich habe richtig Lust auf dieses heiße Saisonfinale und bin überzeugt, dass wir in der 2. Liga bleiben werden. Daher habe ich mich entschieden, in Dresden zu bleiben – und hoffe, dass ich auf Basis meiner Leistungen auch bei der nächsten Länderspiel-Phase berücksichtigt werde“, erklärt Heinz Mörschel, dessen Vertrag bei der Sportgemeinschaft im Juni 2022 ausläuft.

Mörschel hatte in den letzten drei Spielen unter Trainer Alexander Schmidt nur eine Minute gespielt, in den ersten drei Partien unter dessen Nachfolger Capretti waren es insgesamt mehr als 90. In Nürnberg durfte er, zur Pause für Oliver Batista-Meier eingewechselt, die gesamte zweite Halbzeit ran. Das hat er sich erarbeitet, sagt Guerino Capretti, der sich über die Entscheidung seines Schützlings freut: „Heinz war total positiv, auch wenn er in der letzten Woche gar nicht gespielt hat, und hat immer Gas gegeben. Auch in der Länderspielpause jetzt wird er die Zeit nutzen, vor Ort zu sein, selbst fit zu werden und die Spielinhalte, die ich vermittle, in jedem Training einfach aufzusaugen. Er will dabei sein, seinen Teil dazu beitragen, dass wir Punkte holen. Das finde ich super von Heinz.“

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