06. April 2019 / 09:20 Uhr

Motorsport: Orgis-Brüder fiebern dem Saisonstart entgegen

Motorsport: Orgis-Brüder fiebern dem Saisonstart entgegen

Robin Seidler
Leipziger Volkszeitung
Hand drauf: Die Arnsdorfer bei der Vertragsunterzeichnung mit dem spanischen Rennstall Pinamoto RS.
Hand drauf: Die Arnsdorfer bei der Vertragsunterzeichnung mit dem spanischen Rennstall Pinamoto RS. © privat
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Kevin und Leon gehen am Wochenende im portugiesischen Estoril in der Moto2-Junioren-Weltmeisterschaft auf die Strecke. 

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Mit der spanischen Sprache haben die Motorrad-Talente Kevin und Leon Orgis in den vergangenen Jahren auf unterschiedliche Art und Weisen Bekanntschaft gemacht. „Ich hatte einige Zeit Spanisch in der Schule und komme ganz gut zurecht“, sagt Kevin. Sein jüngerer Bruder Leon holt sich von ihm sogar Tipps ab. Beide wird die spanische Sprache auch dieses Jahr begleiten. Nicht nur, weil ein Großteil ihrer Läufe auf der iberischen Halbinsel stattfinden, sondern weil sie auch zum spanischen Team Pinamoto RS wechselten. Damit einher ging auch ein Wechsel der Rennklasse.

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Beide verließen die Moto3-Junioren-Weltmeisterschaft und gehen künftig eine Klasse höher im Rahmen der Moto2 auf die Strecken – das allerdings auf Superstock-Maschinen. „Die Motorräder sind im Vergleich zur Moto3 deutlich größer und haben auch mehr Leistung, wodurch wir unseren Fahrstil ändern müssen“, sagt der 19-jährige Kevin. „Die Superstock-Motorräder sind direkt aus dem Laden und etwas für die Rennstrecke umgebaut, während die Moto2-Maschinen reine Rennmotorräder sind. Beide Klassen fahren zwar zusammen Rennen, werden aber unterschiedlich gewertet, da die Moto2-Motorräder einen deutlichen Leistungsvorteil haben.“ Dass Kevin Orgis überhaupt die Klasse gewechselt hat, hängt vor allem mit dem finanziellen Aspekt zusammen. „Der Plan bei mir war, ein weiteres Jahr in der Moto3-Junioren-WM zu fahren. Doch die Kosten dafür sind in die Höhe geschossen.“

Bei seinem jüngeren Bruder Leon (17) war ein Wechsel schon wahrscheinlicher. „Ich denke, selbst wenn wir die finanzielle Unterstützung gehabt hätten, wäre ich trotzdem auf die Superstock umgestiegen, weil ich mich auf einer großen Maschine einfach wohler fühle.“ Was für beide Arnsdorfer Piloten damit einhergeht, ist wieder einmal die kurze Vorbereitungszeit. Vor gut zwei Wochen saßen sie erstmals im spanischen Cartagena auf ihren neuen Maschinen.

"Fühlt sich wie ein Neustart an"

„Dieses Jahr wird es sogar noch mehr darum gehen, so viel wie möglich zu lernen“, sagt Kevin. „Es fühlt sich schon wie eine Art Neustart an, da wir erst noch viele Erfahrungen machen müssen, um richtig schnell zu werden.“ Sein Bruder sieht es ähnlich. „Aber unser Teamchef Ángel macht uns keinen Druck, so dass wir uns in Ruhe an die neuen Gegebenheiten gewöhnen können.“

Mit dem neuen Team haben die Brüder allerdings erst zwei Tage verbracht. „Natürlich war der Umgang miteinander noch etwas verhalten, aber wir haben schon viele Tipps bekommen und uns gut aufgehoben gefühlt“, sagt Kevin. „Und ich denke, dass wir in dieses Jahr noch viel Spaß miteinander haben werden“, pflichtet ihm Leon bei. Wie im vergangenen Jahr ist am Wochenende im portugiesischen Estoril der Saisonstart. Die Strecken kennen die beiden also bereits.

„Für mich ist das ein sehr großer Vorteil, da ich jetzt schon die eine oder anderen Stelle zum Überholen weiß“, sagt Leon. Sein älterer Bruder sieht es eher als einen kleinen Nachteil an, wieder auf den gleichen Pisten unterwegs zu sein. „Sicherlich ist es angenehm, die Strecken zu kennen. Aber unsere spanischen Mitfahrer haben immer noch deutlich mehr Streckenkenntnis als wir.“ Die Rennklasse ist zwar als Europameisterschaft ausgeschrieben, doch in dieser tummeln sich auch viele Fahrer aus anderen Kontinenten. „Es sind viele Jungs dabei, die wir aus der Junioren-WM vom vergangenen Jahr kennen“, sagt Leon Orgis. Am Sonntag müssen beide gleich zwei Rennen bestreiten.