11. September 2019 / 09:12 Uhr

Motorsport: Toni Finsterbusch fährt hinterher

Motorsport: Toni Finsterbusch fährt hinterher

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Toni Finsterbusch beim IDM-Rennen in Assen
Toni Finsterbusch beim IDM-Rennen in Assen © Archiv
Anzeige

Bei den Rennen zur Internationalen Deutschen Meisterschaft in Assen reichte es für Finsterbusch lediglich für die Plätze 10 und 13.

Anzeige
Anzeige

Hohenossig/Assen. Wenn Fisch, Fleisch und Frischgemüse vergriffen sind, bleibt häufig nur noch die gemeine Trockenpflaume übrig. Ohne Linsensuppe. Diesem veganen Vergleich sah sich Toni Finsterbusch am Wochenende im niederländischen Assen ausgesetzt. Bei der vorletzten Station der Klasse Superbike 1000 zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) reichte es nicht einmal zu einer der berüchtigten Tomaten aus einheimischer Zucht. Die Plätze 10 und 13 waren für den Piloten des Teams Suzuki Mayer das ausgedörrte Ergebnis.

Die Hoffnungen auf einen wohltuenden Pflaumenschnaps oder zumindest ein Blech voll Mus erstarben zeitig. Der Regen verhagelte die hehren Vorhaben des Hohenossigers bereits im Freien Training. So fehlten wichtige Erfahrungswerte für Qualifying und Rennen, die der Konkurrenz in die Karten spielten. Fast alle hatten schon auf der Strecke getestet, nur Fibu und Co. eben nicht. „Assen kommt uns nicht entgegen, die Wetterbedingungen haben es uns zusätzlich erschwert, das Glück war auch mal wieder nicht auf unserer Seite und die Start-Regelung hat uns extrem benachteiligt“, sagte Finsterbusch anschließend. Ganz schön viel Holz, das müssen wir aufspalten.

Zähe Positionskämpfe

Den meteorologischen Gesichtspunkt haben wir ja bereits geklärt, der ist wiederum untrennbar mit dem Faktor Glück verknüpft. Denn die Mannschaft hätte sich entweder komplett trockene oder komplett nasse Verhältnisse gewünscht. Die bittere Wirklichkeit förderte passenderweise in der Quali einen Mischmasch zutage, der Finsterbusch bis auf Rang 14 nach hinten spülte. Im Training war er immerhin die neuntbeste Zeit gefahren. Angesichts dieser Ausgangslage darf Platz zehn im ersten Rennen durchaus als (kleiner) Erfolg gelten, zumal dem 26-Jährigen lediglich vier Sekunden zu Position fünf fehlten. Weniger schön an diesem Ergebnis: Finsterbusch musste Rennen zwo wegen der oben erwähnten Start-Regelung („Reverse Grid“) als 15. angehen. Das bedeutete zähe Positionskämpfe, die ihm früh die Chance auf die Top Ten nahmen. „Die Jungs weiter vorn waren schnell einen Tick zu weit weg, da bin ich nicht mehr mitgekommen“, erklärte Finsterbusch.

Das Appetitlichste am Renn-Wochenende offenbarte noch die Gesamtwertung. Dort dürfte ihm Rang acht nicht mehr zu nehmen sein. Doch selbst hier gilt die Einschränkung: Auch nach vorn ist nur noch theoretisch etwas möglich. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Ukrainer Ilya Mikhalchik mit dem Doppelsieg in Assen auch vorzeitig zur Meisterschaft fuhr und damit seinen Titel verteidigte.

Mehr zu Finsterbusch

Wenn die Gegenwart sich eher lausig anfühlt, hilft bisweilen ein schnurgerader Blick nach vorn, der sich in diesem Fall, angefüttert von wohligen Erinnerungen, dem IDM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring zuwendet (27. bis 29. September). „Vergangenes Jahr hab ich mich dort wohlgefühlt. Ich will einen positiven Saisonabschluss und voll attackieren“, kündigt Finsterbusch an. Denn, so gibt er jetzt zu: „In den letzten Rennen hat mir das Team eine kleine Bremse reingehauen.“ Natürlich nur im sprichwörtlichen Sinne für den Hinterkopf, um weitere Stürze zu vermeiden. Die Bremse im Kopf ist jetzt gelöst. Fisch, Fleisch und überbackenes Gemüse sind endlich wieder im Angebot. Weg mit den Dörrpflaumen!

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt