13. November 2020 / 15:25 Uhr

Motorsportclub gegen Tennisvereine – aber auf dem Fußballplatz

Motorsportclub gegen Tennisvereine – aber auf dem Fußballplatz

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Der Motorsportclub Groß Bülten bestritt ein Fußball-Benefiz-Spiel gegen die Tennisabteilungen des Peiner TC und des MTV Vater Jahn Peine – 250 Euro kamen zusammen.
Der Motorsportclub Groß Bülten bestritt ein Fußball-Benefiz-Spiel gegen die Tennisabteilungen des Peiner TC und des MTV Vater Jahn Peine – 250 Euro kamen zusammen. © Archiv
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Was schrieb die PAZ eigentlich heute vor genau 50, 40, 30, 20 und 10 Jahren? Von einem Benefiz-Fußballspiel zwischen Rennfahrern und Tennis-Akteuren, von einem kickenden Bräutigam in Solschen und einem Dreierpacker-Spielertrainer. Der Blick ins Archiv lohnt sich.

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Die Einstellung einiger Fußballer war 1980 noch eine ganz andere. Ein Solschener Spieler stand am Nachmittag nach seiner Trauung in der Kirche noch auf dem Platz und half dabei einen Punkt im Derby zu ergattern. Dieses und viele weitere Schmankerl aus vergangenen Zeiten offenbart ein Blick in die Zeitungs-Ausgaben von früher – worüber berichtete die PAZ eigentlich heute vor genau 50, 40, 30, 20 und 10 Jahren?

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Vor 50 Jahren

„Nach einem Schluck aus der Pulle war Willi nicht mehr zu halten“ – so die Überschrift für ein Fußballspiel der besonderen Art. Im November 1970 stand weniger der sportliche Wettkampf im Vordergrund, dafür aber der gute Zweck. Mit ihrem Freundschaftskick unterstützten die Motorsportler aus Groß Bülten und die Tennisspieler des PTC und von Vater Jahn Peine das Waisenheim in Hohenhameln – 250 Euro kamen zusammen. Den sportlichen Vergleich gewannen die Tennisspieler überraschend deutlich mit 15:1 – obwohl die Motorsportler nach der Pause sogar zu zwölft auf dem Feld standen. Dazu gehörte auch Willi Seidler, der nach einer Verletzung einen großen Schluck aus der Bierflasche genommen haben soll und laut PAZ-Bericht „von da an einfach nicht mehr zu halten war“. Am Ehrentor waren dann aber andere beteiligt: Peter Sandmann und Pauli Mansel. Stärkster Mann des MSC sei Herbert Jankowski gewesen – „nicht nur im Gewicht (220 Pfund), auch in der Verteidigung“.

Vor 40 Jahren

Von einer Fußballer-Hochzeit berichtete die PAZ im November 1980. Monika Kolpatzik und Erhard Eikenberg gingen für die SG Solschen in ihren Mannschaften auf Torejagd, weshalb eine „stürmische Ehe“ zu erwarten war. Nach der Trauung stand die Damenmannschaft Spalier, nur vom Herrenteam war niemand zu sehen – weil sich die Spieler auf das Punktspiel am Nachmittag vorbereiteten. Erhard Eikenberg stieß später noch dazu und markierte in der Kreisliga gegen Groß Ilsede den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1. Die Gäste glichen das Ergebnis allerdings noch aus und staunten vor allem bei ihrem ersten Treffer nicht schlecht: Unions Uwe Präkels überlistete den Solschener Keeper mit einem Schuss aus 80 Metern.

Vor 30 Jahren

Der Turnerbund Lengede feierte sein 70-jähriges Bestehen mit einer großen Turn- und Sportschau, bei der sich die Abteilungen vorstellten. Die Turner machten bei ihrer Darbietung eine Weltreise, die Tischtennis-Spieler brachten den 500 Gästen die Geschichte des „Pingpongs“ näher und die Judoka brachten einen Gag, der heute noch gerne zum Einsatz kommt: Ein erwachsener Mann stört die jungen Kampfsportler bei ihrer Darbietung und wird dafür von einem elfjährigen Judoka aufs Kreuz gelegt. Auch in den vergangenen Jahren kam dieser Gag immer wieder zum Einsatz und 2020 hätte es wieder große Feierlichkeiten geben sollen, die aber ausfallen mussten. Der TB besteht nun seit 100 Jahren.

Vor 20 Jahren

Eine kleine Flut an Platzverweisen gab es an diesem Wochenende vor 20 Jahren für die Peiner Fußballteams auf Bezirksebene. Im Landesliga-Derby zwischen Vöhrum und Hohenhameln (1:5) flog TSV-Spieler Sven Koch vom Platz, nachdem er einen Gegenspieler beleidigt hatte. Ähnlich erging es Nedin Cerimovic beim 2:1-Sieg von Grün-Weiß Vallstedt. Er meckerte zu viel mit dem Schiri und sah in der Nachspielzeit die Ampelkarte. Der SV Bosporus brachte seine Partie in der Bezirksliga mit nur neun Spielern zu Ende. Bejaoui und Öztürk flogen vom Platz – Letzterer wegen Meckerns.

Vor 10 Jahren

Als Spielertrainer muss man es manchmal einfach selber in die Hand nehmen. So geschehen in der Fußball-Leistungsklasse, als der Münstedter Markus Eschemann beim 3:3 gegen Solschen mit drei Treffern ein Remis rettete. Nach 0:2-Rückstand erzielte er zwei Treffer und glich auch die erneute Solschener Führung (90.) wieder aus. „Solschen hatte da schon den überraschenden Sieg gefeiert“, sagte Eschemann damals. „Zu Früh!“, meinte der Spielertrainer, denn er traf in der 93. Minute zum 3:3-Ausgleich.