10. Juli 2021 / 17:51 Uhr

Mit neuem Trainer: MSC Pattensen startet unter Führung von Michél Liebethal in Saison

Mit neuem Trainer: MSC Pattensen startet unter Führung von Michél Liebethal in Saison

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Florian Bühre und seine Mitspieler vom MSC Pattensen haben einen neuen Trainer: Michél Liebethal.
Florian Bühre und seine Mitspieler vom MSC Pattensen haben einen neuen Trainer: Michél Liebethal. © Nicola Wehrbein/Dennis Scharf
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Mit Michél Liebethal hat ein alter Bekannter beim MSC Pattensen das Traineramt übernommen. Zum Auftakt geht's für seine Mannschaft am Sonntag (15 Uhr) direkt zum Derby nach Seelze. "Bei den Jungs ist auf jeden Fall Potenzial da, um dauerhaft wieder um den Titel im Norden mitzuspielen", sagt der 41-Jährige. 

Ein spektakuläreres Comeback hätte sich Michél Liebethal kaum ausmalen können. Vor sieben Jahren hatte er seine Maschine bei den Bundesliga-Männern des MSC Pattensen ausgemacht, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Nun ist er als Trainer zurück und führt seine Mannschaft nach fast zwei Jahren pandemiebedingter Pause ausgerechnet im Derby beim 1. MSC Seelze (Sonntag, 15 Uhr) zurück in den Kampf um Punkte.

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„Zum Warmmachen hätte ich lieber ein Duell gegen den MBC Kierspe gehabt, aber wir werden den Seelzern einen guten Fight liefern“, sagt der 41-Jährige. Natürlich sei der Nordmeister favorisiert, dass es aber auch eng werden kann, hätten die Pattenser beim Testspiel im Vorjahr gezeigt, als sie zur Halbzeit nur mit 2:3 zurücklagen. „Das wird kein Selbstläufer für Seelze“, stellt der neue Coach klar.

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Liebethal hat den Motoball in Pattensen seit seinem Ende als Spieler 2014 nicht aus den Augen verloren, war häufig bei den Erstligaspielen zu Gast. In der Saison vor der Corona-Unterbrechung habe sein MSC keine wirklich guten Ergebnisse eingefahren, „seitdem sind auch einige Leute abgewandert, das spricht ja Bände“, sagt er.

Liebethal freut sich auf den Wettkampfmodus

Einfach sei es sicherlich nicht gewesen, die Mannschaft über viele Monate auf eine Spielzeit einzuschwören, von der keiner wusste, wann und wie sie losgehen würde. „Wir freuen uns jetzt auf den Wettkampfmodus, auch wenn es nur eine reduzierte Saison ist“, sagt der Coach.

Für das Derby am Sonntag hat er seinen gesamten, neu zusammengestellten Kader zur Verfügung. „Bei den Jungs ist auf jeden Fall Potenzial da, um dauerhaft wieder um den Titel im Norden mitzuspielen“, sagt Liebethal. Das werde nicht von heute auf morgen möglich sein, aber perspektivisch ist er guter Dinge.

Um irgendwann mit den stärkeren Teams aus der Südgruppe der Bundesliga mithalten zu können, gäbe es nur ein Rezept: „Die Jungs müssen lernen, clever und diszipliniert zu spielen“, sagt der Trainer. Dazu beitragen werde Tobias Schulz, der vor der Saison aus Seelze nach Pattensen gewechselt ist. „Er tut uns gut und bereichert unsere Spielweise. Der Zerstörer, den Seelze hatte, spielt jetzt bei uns“, sagt Liebethal.


Bilder vom Testspiel zwischen dem 1. MSC Seelze und MSC Pattensen

Routinier Jan Bauer fährt bei den jungen Wilden vom MSC Pattensen vorneweg.  Zur Galerie
Routinier Jan Bauer fährt bei den jungen Wilden vom MSC Pattensen vorneweg.  ©

Das weiß auch Tobias Hahnenberg, der selbst Anfang 2020 den anderen Weg aus Pattensen zurück nach Seelze gegangen ist. „Wie ich ihn kenne, hat sich Tobi bestimmt schnell integriert. Ob er das andere System, das die Pattenser spielen, in so kurzer Zeit schon umsetzen kann, ist die Frage“, sagt der Torjäger des 1. MSC. „Das wird eine Herausforderung für ihn werden.“

Hahnenberg freut sich "tierisch" aufs Derby

Hahnenberg sieht das Derby nicht als emotionale Angelegenheit, sondern als große Freude. „Ich freue mich tierisch darauf, gegen meine früheren Mitspieler anzutreten mit Michél als Trainer, mit dem ich früher ja zusammengespielt habe“, sagt er. Mehr als jeder andere der Protagonisten fiebere er dem Duell entgegen. „Da wird natürlich viel Adrenalin bei mir ausgeschüttet, das ist schon was Besonderes“, lässt der Seelzer dann doch viel Herzblut für Sonntag erahnen.

Das Team von Spielertrainer Vygandas Zilius habe nach dem 15:4-Auftaktsieg gegen die Kiersper vom vergangenen Wochenende gut trainiert und freue sich auch auf die „offizielle“ Platzeinweihung am Sonntag. „Wir haben den Platz im Vorjahr in Eigenregie betoniert, da ist jetzt kein Sand mehr drauf. Für die Pattenser wird das eine große Umstellung“, sagt Hahnenberg. Eines sei sicher: „Wir sind richtig gut drauf, besser geht es nicht.“

Da kann sich das Team von Liebethal auf einiges gefasst machen. „Ich freue mich auf das Spiel. Die Motoballfamilie ist klein, und ich habe mit einigen der Akteuren ja noch zusammengespielt“, sagt der neue Pattenser Coach. Zum perfekten Comeback fehlt also nur noch Zählbares aus dem Duell am Kanal.