10. Oktober 2021 / 14:33 Uhr

Doppelter Jose, doppelter Koch: MSV Neuruppin tankt im Pokal Selbstvertrauen

Doppelter Jose, doppelter Koch: MSV Neuruppin tankt im Pokal Selbstvertrauen

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Sind im Cup-Wettbewerb eine Runde weiter: der MSV Neuruppin.
Sind im Cup-Wettbewerb eine Runde weiter: der MSV Neuruppin. © Christoph Brandhorst
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AOK-Landespokal-Achtelfinale: Zwei Youngster schnüren beim 4:0-Erfolg in Hohenleipisch einen Doppelpack und katapultieren die Fontanestädter in die Runde der letzten Acht.

AOK-Landespokal, Achtelfinale: VfB Hohenleipisch – MSV Neuruppin 0:4 (0:1). Tore: 0:1 Henry Jose (14.), 0:2 Len Koch (60.), 0:3 Jose (66.), 0:4 Koch (78.). Zuschauer: 194. Als willkommene Abwechslung stellte sich das Achtelfinale im Cup-Wettbewerb für den MSV Neuruppin heraus. Ihrer Favoritenrolle beim zwei Klassen tiefer spielenden VfB Hohenleipisch wurden die Fontanestädter am Samstagnachmittag vollends gerecht: In der kleinen Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster hieß es nach 90 einseitigen Minuten 4:0 (1:0) für den Gast. Zwei Talente katapultierten die Mannschaft von Trainer Henry Bloch in die Runde der letzten Acht – der 19-jährige Henry Jose und Len Koch, gar erst 18 Jahre jung, trafen jeweils doppelt. „Wir haben die Pflichtaufgabe bravourös gemeistert, drei der vier Treffer waren zudem wunderbar herausgespielt. Die Jungs können es also noch“, freute sich der Neuruppiner Chefcoach, der die Schwerpunkte im Training unter der Woche temporär erfüllt sah.

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Bloch krempelte sein Team beim Süd-Landesligisten auf mehreren Positionen um, einzig die Dreierabwehrkette mit Hendrik Haack, Kevin Blumenthal und Aaron Eichhorn war schon eingespielt. Im Mittelfeld zogen Ali Mert Koca und Kapitän Marcus Lemke die Fäden, auf den Außenpositionen durften sich Alexander Kratz und Till Klimaczewski beweisen. In der vordersten Reihe sollten Hajar Ibrahim, Henry Jose und Len Koch die VfB-Defensive beschäftigen. Auch zwischen den Pfosten wurde getauscht: Hannes Pöhl durfte wie schon in der Runde zuvor beim SV Zehdenick (2:0 nach Verlängerung) das MSV-Gehäuse hüten, Stammkeeper Arne Sommer nahm auf der spärlich besetzten Bank Platz und durfte in den Schlussminuten sogar noch in der Offensive mitwirken.

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Nach fast vierstündiger Anreise brauchte der favorisierte Oberligist nicht lange, sich die Fahrt aus den Beinen zu schütteln. Sofort übernahm der MSV die Spielkontrolle – und belohnte sich nach 14 Minuten für einen couragierten Beginn. Ein einfacher Doppelpass auf der rechten Seite machte die Bahn für Alexander Kratz frei. Sein Zuspiel ins Zentrum fand den perfekt eingelaufenen Henry Jose, der mit dem ersten Kontakt zur Führung traf. Einmal stockte den Gästen im ersten Durchgang aber der Atem. In ein und derselben Szene rettete erst der linke und dann der rechte Innenpfosten vor dem Ausgleich. Dazwischen trudelte das runde Leder auf der Linie entlang – ein Zittermoment für den MSV, ein bitterer für den VfB. „Da hatten wir mächtig Glück“, wusste Bloch, „verlieren auch zu einfach den Ball.“


Auch die ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel, wo die Hausherren mit Dampf aus der Kabine kamen, gefielen dem A-Lizenz-Inhaber überhaupt nicht: „Das war grausam. Und trotzdem hatte ich in keiner Phase das Gefühl, dass es gefährlich werden könnte.“ Wurde es dann auch nicht, weil die Neuruppiner binnen sechs Minuten alles klar machten. Bei der Vorentscheidung ließ man ein Zuspiel von VfB-Keeper Candy Ach Richtung Mitspieler zu, setzte diesen in einer Pressing-Situation aber mit drei Mann unter Druck. Len Koch eroberte das Spielgerät und zog ab – sein abgefälschter Schuss flog über Ach in die Maschen – 2:0 (60.). Das 3:0 war aus der Kategorie: Zum mit der Zunge schnalzen. Till Klimaczewski bediente Hajar Ibrahim, der mit dem ersten Kontakt Henry Jose, welcher cool blieb, im Zentrum fand. „Ein flüssiger Angriff, das schönste Tor des Tages“, lobte Namensvetter Bloch. „Henne“ Jose, wie der Trainer seinen Schützling nennt, krönte die starke Leistung mit einem Assist zum vierten Treffer, den der zweite Doppelpacker Len Koch erzielte. Bloch sprach trotz vier weiterer hochkarätiger Möglichkeiten von „Highlights“ am Samstagnachmittag, zumal seine Elf die eingeforderte Spielkontrolle besaß.

Einen richtigen Höhepunkt – die Größenordnung Babelsberg 03 oder Energie Cottbus – würde Bloch am liebsten erst im Halbfinale in der Fontanestadt begrüßen. In der nächsten Runde dürfte es gern nochmal ein gleichwertiger Konkurrent im eigenen Volksparkstadion oder ein „vom Papier her machbarer Gegner“ werden: „Was in Ahrensfelde passiert, finde ich sehr spannend. Dort waren wir schon in der Sommervorbereitung, habe dort auch einen guten Kontakt hin. Das wäre ein schönes Los.“ Nun richtet man den Fokus im MSV-Lager aber erstmal wieder auf die Mission Klassenerhalt in der NOFV-Oberliga Nord. Dort wartet am kommenden Wochenende (Samstag, 14 Uhr) das Duell beim Rostocker FC – dem aktuellen Ligaprimus. „Ein Bonusspiel“, weiß Bloch, der dennoch optimistisch ist: „Von den letzten sechs Pflichtspielen haben wir nur eines verloren. Wir sind stabil und auf dem richtigen Weg, die Offensive wird unser Thema sein.“ Im Idealfall kehren dann auch Stammkräfte zurück – wie der auf das Coronavirus positiv getestete Maximilian Janke, Michel Klemz oder Lukas Kraeft. In Hohenleipisch spielten sich zunächst andere in den Vordergrund. Und sammelten Selbstvertrauen.

MSV Neuruppin: Pöhl – Haack, Blumenthal (46. Hacker), Eichhorn – Kratz, Koca, Lemke, Klimaczewski (77. Sommer) – Jose, Koch, Ibrahim.