26. Oktober 2020 / 08:56 Uhr

Völlig unterschiedliche Hälften: MTV Engelbostel-Schulenburg verliert nach 2:0 mit 2:4

Völlig unterschiedliche Hälften: MTV Engelbostel-Schulenburg verliert nach 2:0 mit 2:4

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der schlägt ein: Engelbostels Torhüter Niclas Lange kann den Schuss von Mühlenfelds Hussein Saade nicht abwehren.
Der schlägt ein: Engelbostels Torhüter Niclas Lange kann den Schuss von Mühlenfelds Hussein Saade nicht abwehren. © André Tautenhahn
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Die Kabinenansprache von Mario Pohl hat offensichtlich Wirkung gezeigt, denn aus einem 0:2-Rückstand machte der TSV Mühlenfeld in der Bezirksliga 4 beim MTV Engelbostel-Schulenburg noch ein 4:2. Mann des Tages war dabei Hussein Saade, der an allen vier Treffern beteiligt war.

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Als die Spiel der TSV Mühlenfeld ihren Auswärtssieg, der am Ende sogar redlich verdient war, auf dem Platz noch freudig feierten, zogen die Spieler des MTV Engelbostel-Schulenburg mit hängendem Kopf ab in Richtung Kabine. Die Enttäuschung bei der Heimelf war groß, die Stimmung entsprechend geknickt.

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Nach einer 2:0-Pausenführung durch zwei Tore von Jannis Bovenschen sind die Engelbosteler in der Bezirksliga 4 noch in eine 2:4-Niederlage geschlittert. Gäste-Stürmer Hussein Saade avancierte mit einer Torvorlage und einem blitzsauberen Hattrick zum Matchwinner. Die Elf von Trainer Mario Pohl bleibt ungeschlagen – und ist fest auf Kurs gen Aufstiegsrunde.

Bilder vom Spiel der Bezirksliga 4 zwischen dem MTV Engelbostel-Schulenburg und TSV Mühlenfeld

Engelbostels Timo Sandrock (rechts) setzt im Strafraum gegen Mühlenfelds Hussein Saade zur Grätsche an. Zur Galerie
Engelbostels Timo Sandrock (rechts) setzt im Strafraum gegen Mühlenfelds Hussein Saade zur Grätsche an. ©

Abgesehen von den Anfangsminuten gehörte die erste Halbzeit den Platzherren. „Wir waren eng am Mann, haben Bälle erobert und uns Chancen erspielt – das war richtig gut“, schilderte MTV-Coach Edis Bajrovic. Einen schönen Angriff über Hendrik Göhr schloss Jannis Bovenschen mit der Führung ab (10.). Im Anschluss an eine Ecke erhöhte Bovenschen auf 2:0 (37.). Der MTV schien die Weichen auf Sieg gestellt zu haben.

Engelbosteler kaufen Gästen den Schneid ab

Vom Favoriten aus Hagen kam bis dahin nicht wirklich viel. „Die Engelbosteler waren körperlich sehr präsent und haben uns mit ihrem engagierten Auftritt ein wenig den Schneid abgekauft. Wir haben die ersten Hälfte total vergeigt und uns nicht wie ein Spitzenteam verhalten“, sagte Gäste-Trainer Pohl, der in der Kabine nach eigenen Worten ziemlich laut wurde.

Nicht nur die Pohlsche Kabinenpredikt hatte es in sich, der Coach wechselte überdies zweifach und stellte das taktische System um. All das zeigte Wirkung. Und wie. Die Mühlenfelder agierten nach dem Seitenwechsel buchstäblich wie ausgewechselt, legten einen klasse Auftritt hin und trumpften offensiv mächtig auf.

Hussein Saade leitete das Anschlusstor von Patrick Mesenbring ein (51.). Kurz darauf traf Alessandro Busse die Latte. Es folgte der Dreierpack des Top-Torjägers: Saade zum Ersten, nach Vorlage von Justin Wesley Drechsler (58.), Saade zum Zweiten, als Krönung einer sehenwerten Kombination über Niklas Pohl und Mesenbring (61.) und der Mühlenfelder Goalgetter zum Dritten in Vollendung eines Konters (90.+2).

Edis Bajrovic gibt sich selbstkritisch

„Bei strömendem Regen und auf tiefem Platz gegen einen unbequemen Gegner einen Rückstand wettgemacht und am Ende dank einer starken zweiten Halbzeit den angepeilten Dreier geholt. Wenn man ganz oben mitspielen will, muss man halt auch solche Spiele gewinnen“, sagte Pohl.

Ungeachtet des Resultats zeigte sich auch sein Gegenüber Bajrovic durchaus zufrieden: „Wir haben bewiesen, dass wir gegen ein Topteam mithalten können, das stimmt mich positiv. Der MTV-Coach nahm die Niederlage ein Stück weit auf seine Kappe: „Ich hätte auf die Systemumstellung der Mühlenfelder schneller reagieren müssen. Wir hatten zwischenzeitlich keinen Zugriff mehr. Und als wir wieder auf der Höhe waren, mussten wir uns der Chanceneffizienz des Gegners beugen, aus vier Möglichkeiten, haben sie vier Buden gemacht.“