05. Januar 2020 / 10:41 Uhr

Mehr Galligkeit gefordert: MTV Großenheidorn ist "jetzt als Mannschaft gefragt"

Mehr Galligkeit gefordert: MTV Großenheidorn ist "jetzt als Mannschaft gefragt"

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mehr Galligkeit gefordert: Großenheidorns Mats Göran Busse (Mitte) demonstriert, worauf es in der Rückrunde ankommen wird.
Mehr Galligkeit gefordert: Großenheidorns Mats Göran Busse (Mitte) demonstriert, worauf es in der Rückrunde ankommen wird. © Christian Hanke
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Nach dem Abstieg aus dritten Liga wollte der MTV Großenheidorn eigentlich "direkt wieder oben mitspielen". Nach 12:12 Punkten, einem möglichen Fitnessproblem und einer Trainerentlassung ist in der Rückrunde mehr Galligkeit gefordert, auch um die eigenen Fans nicht zu vergraulen. 

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Platz sieben und nur eine ausgeglichene Bilanz von 12:12 Punkten ist nicht das, was sich der MTV Großenheidorn nach dem Abstieg aus der dritten Liga für die aktuelle Oberligasaison vorgestellt hatte. „Wir wollen direkt wieder oben mitspielen“, betonte Vorstandsmitglied Mathias Haase im Sommer. War die Zielsetzung Platz eins bis drei möglicherweise eine Fehleinschätzung? „Wir hatten vor dem Drittligajahr alle Verträge bis zum Ende der laufenden Saison verlängert“, sagt Bertrand Salzwedel, Sprecher des Arbeitskreises Handball.

Jan-Philipp Cohrs (zweite Mannschaft) und Björn Öttermann (berufliche Gründe) beendeten zwar ihre Laufbahn und Till Hermann, der beste Torschütze der vergangenen zwei Spielzeiten unterschrieb einen Vertrag beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, doch die Abgänge können kaum als Entschuldigung für die bisher oft enttäuschenden Auftritte herhalten. Mit Rückraumspieler Kilian Kraft – spielte bereits von 2001 bis 2003 für den MTV - vom Drittligisten Anhalt Bernburg und Kreisläufer Kevin Ströh (TuS Vinnhorst) kamen starke Neuzugänge. „An deren Qualität mangelte es nicht, aber es funktionierte nicht im Kollektiv“, weiß Salzwedel.

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Das äußerte sich in einer häufig löchrigen Abwehr. Durchschnittlich 29,6 Gegentore sind für die Ambitionen des MTV zu viel. Dazu scheint ein Fitnessproblem zu kommen, denn bei den Niederlagen in Lehrte, gegen Nienburg und die HSG Schaumburg Nord brach die Mannschaft jeweils nach 40 Minuten ein. Trainer Marc Siegesmund wirkte an der Seitenlinie teilweise ratlos. Die Verantwortlichen zogen deshalb wenige Tage vor Weihnachten die Reißleine und beurlaubten den Coach. Allein bei dem 47-Jährigen die Schuld zu suchen, greift allerdings zu kurz.

Ein Schlüsselspieler wie Jonathan Semisch, der mit seinen Toren im Januar wieder für mehr Durchschlagskraft im Rückraum sorgen soll, stand nach einer Meniskusverletzung noch nicht eine Minute auf dem Feld. Etliche andere reizen ihr Leistungspotenzial nicht aus. Ein Alibi gibt es nach der Entlassung des Trainers nicht mehr. „Wir sind jetzt als Mannschaft gefragt“, betont Semisch. In der Rückrunde ist mehr Galligkeit gefordert. Sportlich geht es nicht mehr um all zu viel, aber vor allem darum, die Fans nicht zu vergraulen, die den Seeprovinzlern in der „Meerfestung“ trotz der enttäuschenden Heimbilanz von 4:8 Punkten die Treue hielten.

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