26. November 2019 / 14:50 Uhr

Lähmende Stille: MTV Großenheidorn gibt Heimsieg noch aus der Hand

Lähmende Stille: MTV Großenheidorn gibt Heimsieg noch aus der Hand

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zupackende Verteidigung: Vorsfeldes Hüne Bert Hartfiel (links) wird von Großenheidorns Jakob Appel gestoppt. 
Zupackende Verteidigung: Vorsfeldes Hüne Bert Hartfiel (links) wird von Großenheidorns Jakob Appel gestoppt.  © André Tautenhahn
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Der MTV Großenheidorn hat sich in der Oberliga mit einem Unentschieden gegen den MTV Vorsfelde begnügen müssen. In eigener Halle reichte es nur zu einem 31:31. Schwer als der Punktverlust wiegt aber die Verletzung von Routinier Thorben Buhre, der rüde abgeräumt wurde.

Nach dem Abpfiff des Spitzenspiels in der Oberliga Niedersachsen zwischen dem MTV Großenheidorn und dem MTV Vorsfelde herrschte auf den Rängen der Wunstorfer Meerfestung eine lähmende Stille. Das 31:31 (17:13) fühlte sich angesichts einer 30:26-Führung sieben Minuten vor dem Ende der Partie wie eine Niederlage an.

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Kraft versetzt die Fans in Ekstase

Zumal Kilian Kraft 90 Sekunden vor Schluss die 237 Fans in der Aue-Halle noch in Ekstase versetzt hatte, als er nach einem energischen Antritt zum 31:30 für die Gastgeber traf. Die Wolfsburger waren da nur zu viert auf dem Feld, weil Torjäger Bert Hartfiel nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte gesehen hatte.

Die Gäste kamen trotzdem noch mal zum Abschluss und trafen 26 Sekunden vor der Schlusssirene zum Endstand. Pech für Großenheidorn, dass dem guten Torhüter Lars Pommer beim finalen Ausgleichstreffer der Ball durch die Finger rutschte. Im letzten Angriff ließen seine Vorderleute die Übersicht vermissen und versuchten es trotz Überzahl mit der Brechstange. Der Wurf von Kilian Kraft blieb dann im Block hängen.

Bilder vom Handball-Spiel der Oberliga Niedersachsen zwischen dem MTV Großenheidorn und MTV Vorsfelde

Fliegt durch den Kreis: Großenheidorns Luca Ritter.  Zur Galerie
Fliegt durch den Kreis: Großenheidorns Luca Ritter.  ©

„Das müssen wir besser spielen“, ärgerte sich Trainer Marc Siegesmund über die verpasste Chance auf den zweiten Heimsieg. Bitterer als der verpasste Erfolg ist jedoch die schwere Verletzung von Torben Buhre, der nach einem rüden Foul von Gästetorjäger Hartfiel in der 45. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Feld humpelte.

"Was wollen die eigentlich?"

Buhre war in vollem Lauf Richtung Gästetor, als ihn Hartfiel ohne Chance auf den Ball von der Seite aus dem Weg räumte. Der Vorsfelder fühlte sich sogar ungerechtfertigt behandelt und schimpfte: „Was wollen die eigentlich? Ich war gar nicht dran.“

Eine exklusive Sicht der Dinge, für den MTV war diese rüde Attacke aber der Weckruf. Niklas Hermann vergab zwar den fälligen Siebenmeter, doch Maurice Nolte klaute in der Abwehr zwei Bälle und traf jeweils im Tempogegenstoß zum 25:24 (48. Minute). Zum ersten Mal in diesem Spiel wurde es richtig laut in der Halle. Luca Ritter legte das 26:24 nach, und Kreisläufer Kevin Ströh erhöhte per Doppelpack auf 30:26.


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Eine ärgerliche Zeitstrafe gegen Mika Ritter ließ die Partie wieder kippen, auch weil die Schiedsrichter in der Schlussphase völlig den Überblick verloren. Zwei klare Fouls an Niklas Hermann blieben ungeahndet, und Hartfiel, der gerade von der Strafbank gekommen war, glich im Gegenstoß zum 30:30 (58.) aus. Pech, dass Luca Ritter zwischendurch beim Stand von 30:28 (56.) nur den Innenpfosten traf. Es wäre wohl die Entscheidung zugunsten der Gastgeber gewesen.

„Schade, es war mehr drin, aber grundsätzlich ist ein Punkt gegen Vorsfelde ja in Ordnung“, sagte Ex-Torjäger Till Hermann, der seine Tore mittlerweile für Frisch Auf Göppingen in der Bundesliga wirft. Sein Blick verriet allerdings die Enttäuschung, denn vor der Pause waren die Seeprovinzler die bessere Mannschaft.

Heidorner verlieren ihre Ordnung

Vorsfelde legte zwar nach temporeichem Beginn ein 8:6 vor (12.), nach der Einwechslung von Pommer für den glücklosen René Schröpfer fanden die Großenheidorner die Bremse und ließen zehn Minuten lang keinen Treffer zu. Verdienter Lohn war die 12:8-Führung durch Maurice Nolte. Mit dem Vier-Tore-Abstand ging es auch in die Kabine.

Es hätte ein ruhiger Abend werden können, wenn die Heidorner nach Wiederanpfiff nicht ihre Ordnung verloren hätten. Am Ende sah Siegesmund trotzdem den Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigt und bekam dafür die Zustimmung von MTV-Urgestein Bertrand Salzwedel: „Ich bin froh über den Punkt. Die Jungs haben gut zusammengespielt. Das stimmt mich positiv für die nächsten Wochen.“