10. Februar 2021 / 12:45 Uhr

Müller-von Wrycz Rekowski verlässt Aufsichtsrat des FC Hansa Rostock

Müller-von Wrycz Rekowski verlässt Aufsichtsrat des FC Hansa Rostock

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Chris Müller-von Wrycz Rekowski verlässt die Kogge.
Chris Müller-von Wrycz Rekowski verlässt die Kogge. © Ove Arscholl
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Der 52-jährige Senator der Hansestadt Rostock begründet sein Ausscheiden mit einem Interessenkonflikt. Er könne nicht gleichzeitig Vertreter der Stadt und des Vereins sein, wenn es um die Rückübertragung des Ostseestadions in öffentliche Hand geht.

Chris Müller-von Wrycz Rekowski ist aus dem Aufsichtsrat des FC Hansa Rostock zurücktreten. Der 52-Jährige, der dem Gremium seit dem Jahr 2016 angehört, legt sein Amt vorzeitig nieder.

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"Ich kann nicht Vertreter der Stadt sein und gleichzeitig in Arbeitsgruppen als Vertreter des Aufsichtsrates des FC Hansa über Rückübertragung des Ostseestadions an die Stadt diskutieren", umreißt der Senator den Interessenkonflikt, dem er mit seiner Entscheidung aus dem Weg geht.

Der Aufsichtsrat von Hansa Rostock

Rainer Lemmer
 (r.) ist seit 2015 Aufsichtsratsvorsitzender beim FC Hansa. Der 48-Jährige führt die Gastronomie Helgas Kitchen. Zur Galerie
Rainer Lemmer (r.) ist seit 2015 Aufsichtsratsvorsitzender beim FC Hansa. Der 48-Jährige führt die Gastronomie Helgas Kitchen. ©

Der Verein verhandelt seit Monaten mit der Hansestadt Rostock über die Rückgabe des Stadions. Müller-von Wrycz Rekowski leitet die Arbeitsgruppe, in der Vertreter von Stadt, Land und Verein zusammenkommen. Der Klub ist verschuldet und die Arena des Fußball-Drittligisten stark sanierungsbedürftig. Unter Drittliga-Bedingungen sei der Verein dauerhaft nicht überlebensfähig, betont Vorstandschef Robert Marien immer wieder.


„Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski möchte künftig nur noch seiner hauptamtlichen Tätigkeit und Funktion als Vertreter der Stadt Rostock nachkommen - auch mit Blick auf die sich nun veränderte Situation im Zusammenhang mit den Gesprächen zwischen Hansa, der Stadt und dem Land zum Thema Ostseestadion. Stellvertretend für den gesamten Aufsichtsrat möchte ich mich bei ihm für die gute Zusammenarbeit und sein Engagement bedanken“, wird Rainer Lemmer, Aufsichtsratsvorsitzender des FCH in einer Mitteilung des Klubs zitiert.

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Satzungsgemäß werden die Mitglieder des Aufsichtsrates auf die Dauer von vier Jahren gewählt. Die Amtsdauer des aktuellen Aufsichtsrates wäre demnach im November 2020 mit der Neuwahl des Gremiums auf der turnusmäßigen Mitgliederversammlung des FC Hansa Rostock zu Ende gegangen. Da die Jahreshauptversammlung aufgrund der Corona-Pandemie Ende 2020 nicht durchgeführt werden konnte, hatte sich Aufsichtsrat bereiterklärt, seine Tätigkeit bis zum Nachholtermin fortzuführen.

Der FC Hansa will nun Gespräche mit den Kandidaten führen, die als Nachrücker in Frage kommen und prüfen, wer anstelle von Müller-von Wrycz Rekowski bis zur turnusmäßigen Neuwahl des Aufsichtsrates ins Gremium aufschließen kann.

Christian Daudert, Torsten Jakob und Georg Mambrey waren bei der letzten Aufsichtsratswahl im November 2016 als Nachrückkandidaten gewählt worden. Frank Schollenberger war durch das Ausscheiden von Günter Fett, der seit Sommer 2020 dem Vorstand angehört, bereits in das siebenköpfige Gremium nachgerückt.