22. November 2021 / 18:48 Uhr

"Müssen clever sein": Aber in Spanien hat der VfL Wolfsburg noch nie gewonnen

"Müssen clever sein": Aber in Spanien hat der VfL Wolfsburg noch nie gewonnen

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Heiß auf sein zweites Champions-League-Spiel: VfL-Trainer Florian Kohfeldt muss mit Wolfsburg in Sevilla ran.
Heiß auf sein zweites Champions-League-Spiel: VfL-Trainer Florian Kohfeldt muss mit Wolfsburg in Sevilla ran. © Britta Schulze/Boris Baschin
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Der VfL Wolfsburg muss am Dienstag beim FC Sevilla in der Champions League ran, es geht um wichtige Punkte im Kampf ums Weiterkommen. Doch in Spanien sah der Bundesligist bisher nicht gut aus.

Zwei Gruppenspiele hat der VfL in der Champions League noch vor Brust, das erste davon steigt am Dienstagabend (21 Uhr, live auf Amazon Prime Video) beim FC Sevilla – und für den Wolfsburger Fußballbundesligisten geht's um ziemlich viel. Mit einem Sieg würde das Team von Trainer Florian Kohfeldt einen weiteren Schritt in Richtung Achtelfinale machen und gleichzeitig einen Negativlauf beenden. Denn: In Spanien hat der Klub aus der VW-Stadt noch nie gewonnen.

Insgesamt siebenmal hat der VfL in der Vergangenheit schon gegen spanische Teams gespielt, dreimal davon mussten die Wolfsburger auswärts ran. Grund zum Jubeln gab's dort aber noch nicht. In der dritten Runde des UEFA-Cups war der VfL im Winter 1999 auf Atletico Madrid getroffen. Nach einem 2:3 im Hinspiel (Charles Akonnor und Andrzej Juskowiak trafen) kassierte das Team von Trainer Wolfgang Wolf in der spanischen Hauptstadt ein 1:2 (Tor durch Akonnor). Etwas mehr als zehn Jahre später gab's in der zweiten Runde der Europa League das Duell mit dem FC Villarreal. Auswärts holte der VfL ein 2:2 (Grafite-Doppelpack), zu Hause gab's einen 4:1-Sieg. Und auch beim Aufeinandertreffen mit Real Madrid 2016 gab's in der Fremde keinen Sieg. Das Hinspiel hatte der VfL in der VW-Arena eindrucksvoll mit 2:0 (Tore Maximilian Arnold und Ricardo Rodriguez) gewonnen, im Rückspiel sorgte ein Cristiano-Ronaldo-Dreierpack beim 0:3 fürs Viertelfinalaus.

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Jetzt gibt's am Dienstag in Andalusien also den nächsten Anlauf. Nach dem bitteren 1:1 im Hinspiel inklusive Witz-Elfer kurz vor Schluss (Josuha Guilavogui hatte im Sechzehner deutlich erst den Ball getroffen) können die Wolfsburger sich nun revanchieren. Und das wollen sie auch. Aber leicht wird es nicht. "Es ist eine sehr intensive Mannschaft", sagt VfL-Trainer Florian Kohfeldt, "die ihre Stärken in der Arbeit gegen den Ball hat. Aber auch mit dem Ball sind sie gut. Und wir werden wenig Umschaltsituationen haben, weil Sevilla immer schnell wieder hinter den Ball kommt." Daher sei es wichtig, in der Offensive "jede Aktion mit Tempo" zu spielen. Da schließt sich auch Josuha Guilavogui an. "Jeder kennt die Stärke der Mannschaft. Sie hat große internationale Erfahrung. Wir müssen clever sein."

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Clever sein, um die drei Punkte nach Wolfsburg zu holen. Ein Sieg in Sevilla wäre nicht nur statistisch, sondern auch für die Gruppenkonstellation Gold wert. Mit einem Dreier stünde nämlich fest, dass der VfL definitiv europäisch überwintert. Platz drei und die damit einhergehende Teilnahme an der Europa League wäre der Kohfeldt-Truppe dann bei vier Zählern Vorsprung vor Sevilla nicht mehr zu nehmen. Und unabhängig davon, was der OSC Lille zeitgleich gegen RB Salzburg macht, hätte der VfL am letzten Spieltag in zwei Wochen gegen die Franzosen alles in der eigenen Hand. "Wenn wir noch mehr als ein Spiel in der Champions League haben wollen, wäre ein Sieg sehr wichtig", betont Kohfeldt. Die Situation vor dem Salzburg-Spiel sei aber "deutlich schlechter" gewesen. Nun sei es auch nicht "die beste Ausgangssituation, aber eine, in der wir alles in eigener Hand haben. Wir haben nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen."

Der Druck liege eher bei Sevilla, "weil sie punkten müssen", sagt Kohfeldt über den aus seiner Sicht stärksten Gruppengegner, den die Wolfsburger im Hinspiel bis kurz vor Schluss am Rande einer Niederlage hatten. Bis zum Witz-Elfer, den Guilavogui "verschuldet" hatte. "Ich kann noch nicht gut schlafen, wenn ich an das Spiel denke. Aber es ist manchmal so im Fußball, dass nicht die richtige Entscheidung getroffen wird", sagt der Franzose, der nach Wadenproblemen rechtzeitig fit geworden ist. "Ich hatte am Mittwoch etwas in der Wade gespürt. Aber ich kann spielen."

Ebenfalls einsatzfähig ist Paulo Otavio, der in Bielefeld nach 20 Minuten ausgewechselt werden musste. Kohfeldt: "Paulo hat den letzten Test gut überstanden. Die Wahrscheinlichkeit, dass er im Kader ist und gegebenenfalls sogar anfangen kann, ist es relativ hoch." Als Alternative stünde Jerome Roussillon bereit.