10. März 2021 / 22:50 Uhr

Raus ohne Applaus: Mutloses RB Leipzig verliert 0:2 gegen Liverpool und scheidet aus

Raus ohne Applaus: Mutloses RB Leipzig verliert 0:2 gegen Liverpool und scheidet aus

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Leipzigs Dani Olmo erwischte nicht seinen besten Tag.
Leipzigs Dani Olmo erwischte nicht seinen besten Tag. © Getty Images
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Das war sehr sehr wenig. RB Leipzig kann im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League nicht an seine zuletzt starken Auftritte anknüpfen. Mit einer 0:2-Niederlage gegen den Liverpool FC verabschiedet sich die Nagelsmann-Elf aus dem Wettbewerb. Wie im Hinspiel sorgten Mohamed Salah und Sadio Mané für die Tore.

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Budapest. Am 10. März 2020 spielte RB Leipzig die Männer von José Mourinho schwindelig, stürmte mit einem Weltklasse-Marcel-Sabitzer und einem 3:0 gegen Tottenham Hotspur ins Viertelfinale der Champions League. Über 40000 Fans lagen sich in den Armen, den starken. Budapest, exakt ein Jahr später. Der Gegner ist ein ganz anderer, die Ausgangslage ungleich beschwerlicher (0:2 statt 1:0), kein Fan wohnt dem Leipziger Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Liverpool bei. Und der Ausgang des Abends und die Stimmungslage im Lager der Roten Bullen unterscheidet sich fundamental von jenem seligen März-Abend vor einem Jahr. Die Rasenballer können die 0:2-Hinspiel-Hypothek nicht stemmen, verlieren durch Tore von Mo Salah (70.) und Sadio Mané (74.) erneut 0:2 (0:0) in der Budapester Puskas-Arena, scheiden verdient, aber erhobenen Hauptes aus der Königsklasse aus.

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Gegen eine Mannschaft, bei denen einige Große verletzt fehlen, aber jede Menge weitere Große zaubern. Wer Positives aus dem Aus für RB saugen will, kann das beispielsweise so tun: Der Bundesliga-Zweite kann/muss sich ab sofort aufs Kerngeschäft konzentrieren, könnte diesbezüglich einen kleinen (Kraft)Vorteil gegenüber Bayern München haben. Nächster Halt: Am Sonntag (15.30 Uhr) kommt die ausgeruhte Frankfurter Eintracht in die Red-Bull-Arena.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus dem Rückspiel

Mutloses RB Leipzig: Die Nagelsmann-Elf scheidet nach einem 0:2 im Rückspiel gegen den Liverpool FC aus der Champions League aus. Zur Galerie
Mutloses RB Leipzig: Die Nagelsmann-Elf scheidet nach einem 0:2 im Rückspiel gegen den Liverpool FC aus der Champions League aus. ©

Rein in die Puskas-Arena: Coach Julian Nagelsmann mit zwei Änderungen gegenüber dem 3:0 in Freiburg. Für Amadou Haidara läuft Emil Forsberg auf, für Alexander Sörloth beginnt Kapitän Marcel Sabitzer. Liverpool startet schwungvoll, hat die erste Chance, die Sadio Mané auslässt. RB schüttelt sich und bläst in der zehnten Minute zum Angriff. Christopher Nkunku bringt Yussuf Poulsen im Strafraum in Position, der bringt seinen Körper ein, Dani Olmo kommt zum Schuss, scheitert aus Nahdistanz an Keeper Alisson. Das hätte sie sein können, die frühe Führung. Nein, kein verkopfter Kick, es geht munter hin und her. In der 20. Minute muss RB-Torhüter Peter Gulacsi einen Diego-Jota-Kopfball über die Latte lenken. Dann die Monster-Chance für die Reds. Thiago schickt Mo Salah, der sprintet auf Gulacsi zu, muss das 1:0 machen, bekommt aber nur ein Schüsschen aus seinem sonst so begnadeten linken Bein. Gulacsi greift sich den Ball, lässt auch dem nachsetzenden Mané keine Schnitte (24.).



Liverpool ist stark, präsent, stört früh und effektiv, bleibt brandgefährlich. Dayot Upamecano klärt nach Trent-Alexander-Arnold-Flanke in höchster Not (29.). RB bleibt optimistisch und kommt zu einer halbgaren (Kevin Kampl) und sehr guten (Emil Forsberg) Chance. Die Visiere bleiben oben. RB ist am Reds-Strafraum, Liverpool kontert, Jota taucht sehr frei vor Gulacsi auf. Der ungarische Stoiker bleibt cool und stehen (41.). Die letzte Szene vor der Pause hat es in sich: Klostermann ringt mit Salah, Upamecano will helfen, legt Jota unfreiwillig vor, Außennetz. Halbzeit, glückliches 0:0 für RB. Geht noch was?

Wiederbeginn. Alexander Sörloth ersetzt Kampl. Motto: Mehr Risiko, mehr Tiefe, mehr Chancen. Das Privat-Duell Jota vs. Gulacsi setzt sich fort, der Ungar rettet gegen den LFC-Star. Der steht allerdings im Abseits. Nagelsmann geht all in, bringt Anarcho-Dribbler Justin Kluivert für Forsberg und Hee-Chan Hwang für Poulsen (60.). RB ist jetzt am Drücker und hat das 1:0 auf dem Kopf. Upamecano leitet kraftvoll ein, Hwang flankt, Sörloth köpfelt an die Latte (65.). Dann wird den wackeren Nagelsmännern vom ägyptischen Superstar Mo Salah der Stecker gezogen. Salah umkurvt diverse Rasenballer, zieht in Arjen-Robben-Manier nach innen und versenkt den Ball unten rechts (70.). 1:0 für Liverpool. RB braucht jetzt utopische drei Tore. Kurz später versenkt Mané zum 2:0 (74.). Das war´s für Leipzig in der Champions League 2020/2021. Und, ja: Klopp kann Krise.