23. Mai 2020 / 08:07 Uhr

MV-Fußball-Präsident Masuch: Die 3. Liga zu erweitern würde den Klubs weniger Geld bringen 

MV-Fußball-Präsident Masuch: Die 3. Liga zu erweitern würde den Klubs weniger Geld bringen 

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Blick in Rostocker Ostseestadion. Am Montag bei der Tagung des DFB-Bundestages geht es um die Fortsetzung des Drittliga-Spielbetriebs.
Blick in Rostocker Ostseestadion. Am Montag bei der Tagung des DFB-Bundestages geht es um die Fortsetzung des Drittliga-Spielbetriebs. © Lutz Bongarts
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Vor dem DFB-Bundestag am Montag spricht Landesfußballverbands-Präsident Joachim Masuch über den Streit in der 3. Liga, die Idee einer Teilung und seine Erwartungen an den Kongress.

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Der Präsident des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Joachim Masuch, blickt mit Spannung auf den außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag. Im Gespräch mit der OZ positioniert sich der 70-jährige Verbandsfunktionär im Streit um die Fortsetzung der 3. Liga, ihre Teilung und die finanziellen Folgen.

Vor allem die Drittliga-Vereine haben sich in den zurückliegenden Wochen als heillos zerstritten präsentiert. Haben Sie Verständnis für die Vereine, die einen Saisonabbruch anstreben?

Dass es in dieser besonderen Pandemiezeit unterschiedliche Positionen nach der Unterbrechung des Spielbetriebes unter den 20 Drittligisten gibt, verwundert nicht. Aber dass diese Diskussionen in aller Öffentlichkeit und mit einer Schärfe geführt werden, hilft dieser obersten Spielklasse im DFB nicht. Dass die Vereine, die derzeit in der unteren Tabellenhälfte stehen, durch den Saisonabbruch auf einen Liga-Verbleib spekulieren, ist sportlich nicht fair.

Glauben Sie, dass die Saison sportlich beendet werden kann? Was spricht dafür?

Ich befürworte eine Fortsetzung und Beendigung der Saison nach Absolvierung aller Pflichtspiele, damit Auf- und Abstieg möglich werden – und zwar auf dem Rasen. Derzeit gibt es von der Politik und den Behörden noch keine Freigabe zum Spielbetrieb der Liga, obwohl die dritte Liga nach den gleichen Hygienestandards wie die 1. und 2. Bundesliga ihr Konzept vorgelegt hat. Ich erwarte im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes, dass auch die dritte Liga mit ihrem Profifußballstatus eine Spielfreigabe erhält.

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis (Werte vom letzten Update 23. April 2020):

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Paul Wiese: ©

Haben Sie sich in Bezug auf die bevorstehenden Entscheidungen über die 3. Liga mit dem FC Hansa abgestimmt?

Es hat hier keiner besonderen Abstimmung bedurft, da wir den Standpunkt des FC Hansa Rostock kennen und wir die Fortsetzung des Spielbetriebes in der dritten Liga befürworten und unterstützen.

Was halten Sie von der Idee, die 3. Liga in zwei Staffeln einzuteilen?

Die 3. Liga hat sich seit ihrem Bestehen wirtschaftlich und in der medialen Wahrnehmung sehr gut entwickelt. Eine „Aufweitung“ dieser Liga in zwei Staffeln würde dazu führen, dass die finanziellen Zuwendungen für derzeit 20 Vereine dann auf bis zu 36 Vereine aufgeteilt werden müssen. Gleichzeitig bleiben die Ausgaben auf dem derzeitigen Niveau. Wie hier ein Ausgleich erfolgen kann, erschließt sich mir nicht. Und die sportliche Qualität insgesamt würde sinken.

Glauben Sie, dass der offen ausgetragene Streit einiger Drittliga-Vereine beigelegt werden kann?

Die Antwort hierauf fällt mir schwer, weil die Standpunkte einiger Vereine völlig gegensätzlich sind. Der Streit kann nur beigelegt werden, wenn es von Politik und Behörden die Freigabe in allen 16 Bundesländern gibt. Dann wäre der Zeitraum klar, in dem die restlichen Punktspiele absolviert werden können.

Mit welchen Gedanken und Gefühlen sehen Sie den außerordentlichen DFB-Bundestag? Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Ich habe seit meinem Amtsantritt an bisher allen ordentlichen und außerordentlichen Bundestagen des DFB teilgenommen und kenne die Atmosphäre – sowohl vor als auch während eines Bundestages. Das wird am Montag ganz anders, wenn die Delegierten erstmals virtuell zusammenkommen – also auch Diskussionen zu Anträgen online stattfinden. Die Vorbereitung fand dennoch in gewohnter Art und Weise statt. Alle Antragsunterlagen wurden online zugestellt. Bei der Konferenz aller Präsidenten der Landes- und Regionalverbände haben wir uns ausgetauscht. Seither gehen täglich Ergänzungsanträge ein, die überwiegend die dritte Liga zum Gegenstand haben. Weitere Anträge sind vor und während der Bundestagssitzung zu erwarten. Es ist und bleibt spannend.

Felix Magath hat sich dafür ausgesprochen, die 3. Liga vom DFB in die Hand der Deutschen Fußball Liga zu übergeben. Was halten Sie davon?

Es gibt auch hierfür Pro und Kontra. Der Magath-Vorschlag basiert darauf, dass Profifußball im Herrenbereich ausschließlich unter dem Dach der DFL geführt werden sollte – mit dem Wunsch, künftig einen höheren Betrag aus der Vermarktung für die dritte Liga zu generieren.

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Wie wird die Abstimmung am Montag technisch laufen? Von wo werden Sie zugeschaltet sein, und wer wird an Ihrer Seite sitzen?

Der Landesfußballverband MV hat ein Stimmrecht von drei Stimmen, ich habe als DFB-Vorstandsmitglied zusätzlich eine Stimme. In Summe haben wir also vier Stimmen, die bei den Abstimmungen gewertet werden. Am Bundestag nimmt neben mir auch unser Geschäftsführer Bastian Dankert teil. Ich werde am Bundestag von zu Hause aus an meinem PC teilnehmen.