17. August 2019 / 18:36 Uhr

Nach 0:2 noch 3:2: Lok Leipzig ringt Cottbus in Überzahl nieder

Nach 0:2 noch 3:2: Lok Leipzig ringt Cottbus in Überzahl nieder

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
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Patrick Wolf schreit nach einer gelungenen Abwehraktion seine Freude heraus. © Picture Point
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In einem hitzigen Duell hatten die Gastgeber vom 1. FC Lok Leipzig die Nase vorn und holten sich dank des Sieges gegen Energie Cottbus die Tabellenführung.

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Leipzig. Verrückte Aufholjagd des 1. FC Lokomotive Leipzig im Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Nordost gegen Energie Cottbus. In einer hitzigen Partie trennten sich die Probstheidaer und die Lausitzer 3:2, nachdem die Gäste bereits 2:0 geführt hatten. Die Stimmung brodelte im Bruno-Plache-Stadion, nach dem Abpfiff und dem dritten Saisonsieg skandierten die euphorischen Fans: „Spitzenreiter, Spitzenreiter – he, he.“

Drei Wechsel in der Lok-Startelf

Obwohl erst der vierte Spieltag anstand, spielten beide Teams vor 4498 Zuschauern unverkennbar um den Aufstieg – nicht umsonst gehören sie zu den Topfavoriten auf den begehrten ersten Platz. „Die Chancen stehen heute 50:50“, schätzte Lok-Sportdirektor Wolfgang Wolf kurz vor dem Anpfiff ein und legte hinterher: „Wenn wir alles auf den Platz bringen, sind wir stark. Dann muss uns erst einmal jemand schlagen. Aber ich meine wirklich alles! Von mir aus können wir gerne grottig spielen, Hauptsache wir gewinnen!“

DURCHKLICKEN: Bilder vom Lok-Sieg im Hinspiel

Der 1. FC Lok kämpft Energie Cottbus nieder, holt einen 3:2-Sieg gegen die Lausitzer. Zur Galerie
Der 1. FC Lok kämpft Energie Cottbus nieder, holt einen 3:2-Sieg gegen die Lausitzer. © Picture Point

Nach der zweiwöchigen Liga-Pause stellte Joppe drei Mal um. Die gegen Viktoria Berlin noch verletzten Robert Berger und Paul Schinke kehrten zurück in die Startelf. Außerdem feierte Matthias Steinborn, der trotz seiner Knieverletzung nichts von seiner Schnelligkeit eingebüßt hat, sein Debüt in der Anfangsaufstellung in dieser Saison.

Cottbus noch vor der Pause mit Platzverweis

Lok begann zielstrebig, Kapitän und Energie-Jugendspieler Robert Zickert scheiterte nach nur drei Minuten aus kürzester Distanz per Oberschenkel an Cottbus-Keeper Lennart Moser, der im Pokal am Montag gegen die Bayern noch zum Spieler des Spiels gewählt worden war. Auf der anderen Seite scheiterte Berkan Taz zwei Mal an Lukas Wenzel. Später tauchte erneut Taz vor dem Tor der Leipziger auf und wollte halbhoch vollenden, doch Patrick Wolf rettete mit einer spektakulären Kopfballparade. Das ganze Stadion stand – außer Vater Wolfgang, der in dem Moment ganz ruhig blieb.

In der 40. Minute konnte sich Paul Schinke glücklich schätzen, dass sein Revanchefoul ungeahndet blieb. Rot sah nur zwei Minuten später mit dem 20-Jährigen Ben Florian Meyer ein Cottbuser – wegen Nachtretens. Dem Platzverweis ging eine minutenlange Rudelbildung voraus, an der fast alle Spieler beteiligt waren. Mittendrin Cottbus-Coach Wollitz sowie mehrere Betreuer beider Mannschaften, einzig Lok-Cheftrainer Rainer Lisiewicz blieb entspannt sitzen und sah in der 44. Minute, wie Maik Salewski fast unbedrängt den Ball am eigenen Sechzehner verlor und Felix Brüggmann alleine vor Keeper Wenzel locker einschieben konnte. Im Gegenzug traf Zickert die Oberkante der Latte.

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Cottbus' Ben Florian Meyer musste den Platz noch vor dem Pausenpfiff verlassen. © Picture Point
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Etwas beruhigter kamen die Spieler zurück. In der 51. Minute erhöhten die Lausitzer durch den eingewechselten Marcel Hoppe auf 2:0, doch danach drehten die Messestädter auf und nutzen die Überzahl konsequent. Der schnelle Anschluss durch den eingewechselten Romarjo Hajrulla (51.) war wie ein Weckruf, mit Hilfe der Fans glich Ziane gut zehn Minuten später per Kopf aus. Er verwandelte in der 69. Minute mit seinem Siegtreffer nach toller Vorarbeit des agilen Stephane Mvibudulu das „Bruno“ in einen echten Fußball-Tempel. Am Ende hatte Energie noch einen gefährlichen Freistoß. Joppe mochte gar nicht hinschauen, doch die Lok-Mauer und die sofort frenetisch brüllenden Fans erlösten den Teamchef.

Die Stimmen zum Spiel:

Björn Joppe: "Wir wussten ,dass wird ein sehr emotionales und intensives Spiel. Kompliment an meine Mannschaft, Hut ab! Wir hatten es schwer, ins Spiel zu kommen nach der Spielpause. Die Jungs haben sich dann aber reingearbeitet. Wir wussten, dass wird ein sehr emotionales und intensives Spiel. Kompliment an meine Mannschaft, Hut ab! Es ist eine Momentaufnahme, wir sind jetzt Erster und das genießen wir."

"Pele" Wollitz: "Die Tätlichkeit habe ich nicht gesehen, das kann ich nicht beurteilen. Ich kann beurteilen, dass ein Spieler von Leipzig auch eine Tätigkeit begangen hat und das wurde nicht geahndet. Vor dem 1:2 gab es ein klares Foulspiel, was der Assistent anzeigt, aber der Schiedsrichter hat ihn überstimmt. Die bessere Mannschaft von der Spielanlage, Energie Cottbus, hat unverdient verloren hat. Ich ärgere mich für meine Jungs. Dennoch bin ich auf die Leistung meiner Spieler total stolz."

Djamal Ziane: "Die Gegentore sind zu den schlechtesten Zeitpunkten gefallen. Aber über unsere Moral heute gibt es keine zwei Meinungen. Der Trainer hat in der Pause, wir sollen an uns glauben. Wir haben uns genug Chancen herausgespielt und deswegen war es auch verdient."

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