27. September 2021 / 14:32 Uhr

Nach 1:7-Klatsche: Phönix-Sportdirektor Frank Salomon kündigt Konsequenzen an

Nach 1:7-Klatsche: Phönix-Sportdirektor Frank Salomon kündigt Konsequenzen an

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Lange Gesichter beim 1. FC Phönix Lübeck: Das Spiel gegen den SC Weiche Flensburg am Samstag wurde für Frank Salomon und Co-Trainer Danny Cornelius zur Lehrstunde.
Lange Gesichter beim 1. FC Phönix Lübeck: Das Spiel gegen den SC Weiche Flensburg am Samstag wurde für Frank Salomon und Co-Trainer Danny Cornelius zur Lehrstunde. © Agentur 54°
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Für die Vorführung der "Adlerträger" am Samstag gibt es verschiedene Gründe - zum Einen brachten Leistungsträger ihre Qualität nicht auf den Platz und ein Neuzugang sah in seinem ersten Spiel für die Lübecker gar nicht gut aus. Zum Anderen standen gegen den SC Weiche Flensburg gleich mehrere stark angeschlagene Spieler auf dem Feld. Das Stadt-Derby gegen den VfB Lübeck ist für Salomon ein Duell der Marke "David gegen Goliath".

„Wir brauchen das Spiel nicht tot analysieren“, sagte Nico Fischer, Kapitän vom 1. FC Phönix Lübeck, nach der empfindlichen 1:7-Niederlage gegen Regionalliga-Topfavorit SC Weiche Flensburg 08 (wir berichteten). Sportdirektor Frank Salomon sieht das anders. „Wir müssen das Spiel aufarbeiten. Dieses jetzt einfach in die Ecke zu werfen und zu sagen, das Derby beim VfB Lübeck ist etwas anderes, daran glaube ich nicht. Dafür war die Leistung nicht gut genug“, sagte er den LN einen Tag nach der vierten Saisonniederlage.

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Phönix Lübeck hat "einfach zu viele Dinge vermissen lassen, um in solch einem Spiel bestehen zu können"

Noch lange nach dem Abpfiff standen die Phönixer Verantwortlichen im Stadion Buniamshof zusammen und diskutierten über die Gründe, warum das eigene Team nach einer frühen 1:0-Führung eingebrochen ist. „Sachlich muss man erstmal feststellen, dass es solche Ergebnisse im Fußball immer wieder und solche Tage gibt“, urteilte Salomon weiter. „Natürlich ist es nicht optimal, so in ein Derby zu gehen. Wir haben gegen die stärkste Mannschaft der Regionalliga gespielt und einfach zu viele Dinge vermissen lassen, um in solch einem Spiel bestehen zu können.“

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Eigentlich konstante Mittelfeldachse gegen den SC Weiche Flensburg völlig von der Rolle

Die Dreier-Abwehrkette im überraschenden 3-5-2-System ging gegen früh pressende Gäste überhaupt nicht auf. „Die Idee vom Trainer war, mit drei großen Verteidigern die gefährlichen Standards des Gegners zu unterbinden. Im Landespokal-Finale hatten wir damit noch unsere beste Phase“, erklärte Salomon. Spätestens nach dem 1:3 wäre es wohl besser gewesen, auf ein 4-4-2 umzustellen. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Neuzugang Saibo Ibraimo, dem gleich zwei folgenschwere Fehlpässe unterliefen. Erschwerend kam hinzu, dass gleich mehrere Phönix-Spieler nicht ihre Normalform erreichten. So wie die beiden Außen im Fünfer-Mittelfeld, Conor Gnerlich und Fischer, der sonst die Zuverlässigkeit in Person ist.


Stürmer Marcel Cornils auf der Wunschliste des SV Werder Bremen?

Auf Fischers Seite machte der überragende Flensburger Marcel Cornils (29) richtig Alarm. Der pfeilschnelle Linksaußen hatte im Juni im Pokalfinale (1:2 n.V.) noch aus Verletzungsgründen gefehlt und erzielte nun alleine vier Tore und leitete zwei weitere Tore ein. Auf der Tribüne filmte ein Kameramann von Werder Bremen das einseitige Landesderby. Die Bremer sollen Cornils (acht Saisontreffer) auf dem Zettel haben.

Nach dem 1:2 gingen die Köpfe bereits runter

Ein weiteres Problem war, dass sich Fischer & Co. nach dem 1:2 aufgaben. „Jeder weiß, dass Weiche dann schwer zu knacken ist“, spricht Salomon von einem mentalen Problem. „Die Verunsicherung war groß.“ Ferner mussten die Lübecker durch den Ausfall vom Ex-Eutiner Kevin Hübner (krank) erneut personell umbauen, was sicherlich nicht förderlich war. Dadurch fehlt auch die Konstanz in den gezeigten Leistungen. „Es standen außerdem Spieler auf dem Platz, die teilweise verletzt sind. Es kommen viele Faktoren zusammen. Dann wird es gegen so einen starken Gegner doppelt schwer“, so der Sportdirektor und schließt personelle sowie taktische Veränderungen vor dem mit Spannung erwarteten Stadtderby am Freitag (1. Oktober, 19.30 Uhr) nicht aus. Nach einem freien Sonntag (die Spieler sollten individuell laufen gehen und den Kopf freibekommen) wird täglich jeweils um 17 Uhr trainiert.

"Dass wir nun gegen den VfB Lübeck spielen, liegt nicht an uns, sondern am VfB Lübeck selbst"

Das Duell an der Lohmühle ist für Salomon ein Duell David gegen Goliath. „Wir sind von der ganzen Organisation und Struktur anders aufgestellt. Wir haben kein Heimspiel, sondern spielen in einem Ausweichstadion, wo wir schon morgens ab 8 Uhr aufbauen und selbst fegen müssen“, räumt Salomon ein. Laut dem Sportdirektor würden viele das Derby hochpushen. „Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren einen guten Job bei Phönix gemacht, sind zweimal aufgestiegen, haben in der Regionalliga einen guten Start hinbekommen und stehen jetzt auch nicht auf dem letzten Tabellenplatz“, betont er. „Dass wir nun gegen den VfB Lübeck spielen, liegt nicht an uns, sondern am VfB Lübeck selbst."