11. April 2020 / 16:34 Uhr

Nach 13 Jahren: VfR 06 Döhren löst sich vom SV Odin 

Nach 13 Jahren: VfR 06 Döhren löst sich vom SV Odin 

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nach 13 Jahren Spielgemeinschaft löst sich der VfR 06 Döhren vom SV Odin.
Nach 13 Jahren Spielgemeinschaft löst sich der VfR 06 Döhren vom SV Odin. © Florian Petrow
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Der VfR 06 Döhren beendet die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin nach 13 Jahren. Durch die Abspaltung will Döhren mehr Identifikation in den Verein bringen. Beim SV Odin läuft bereits die Trainersuche. Wo beide Teams künftig spielen, ist hingegen noch offen.

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13 Jahre haben sie recht fest zusammengestanden, nun gehen sie auseineinander. Der VfR 06 Döhren beendet zur nächsten Saison die Rugby-Spielgemeinschaft mit dem SV Odin. Mit Abstand halten in der Corona-Krise hat das jedoch nichts zu tun. Der Verein für Rasenspiele fühlt sich nun stark genug. „Wir hatten viele Erfolge mit den Odinern, dafür sind wir dankbar. Aber jetzt ist es an der Zeit, es wieder aus eigener Kraft anzugehen“, sagt VfR-Vorsitzender Stefan Dörner. Wie es mit dem abstiegsbedrohten Team des Erstligisten weitergeht, ist unklar. Es scheint aber ausgeschlossen, dass VfR 06 und Odin in der nächsten Saison gegeneinander antreten.

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„Wir hatten eine harmonische Zeit ohne Stress und Theater“

2007 war der VfR auf die Odiner zugegangen, zu der Zeit spielte der stämmige Dörner (54 Jahre) noch als Kapitän, Sturmchef und war obendrein Vorsitzender. „Damals waren wir diejenigen, die schwach waren. Unser Bundesligateam war im Schnitt 40 Jahre alt“, sagt Dörner. Die Waldheimer waren sich schnell einig mit Odin und dessen damaligem Präsidenten Horst Josch. „Wir hatten eine harmonische Zeit ohne Stress und Theater“, betont Dörner.

„Die Trennung kommt zu früh"

Zweimal stieg die SG in den vergangenen vier Jahren in die 1. Liga Nord/Ost auf. Aktuell ist Odin/VfR zwar siegloser Tabellenletzter, eine rechnerische Chance auf den Klassenerhalt bleibt aber. Der Spielbetrieb ruht einstweilen wegen der Corona-Krise. „Ich finde, die Trennung kommt zu früh. Die Mannschaft steht trotz aller Niederlagen und schlechten Ergebnisse ganz eng zusammen“, sagt SG-Kapitän Julian de Riva, der Odins Abteilungsleiter ist. Nach der letzten knappen Pleite im wichtigen Spiel bei den Grizzlies in Berlin gab es dennoch eine Party im Bus.

Erstmals hatte die SG in dieser Spielzeit ein gemeinsames Trikot – vorher wurde bei den Heimauftritten jeweils gewechselt. Beim VfR trugen die Gastgeber rote Hemden, bei Odin blaue, eben in den Vereinsfarben. Viel deutete nicht auf eine Trennung hin. „Wir sind jedenfalls überrascht“, sagt de Riva.

Bilder vom Rugby-Spiel der Bundesliga Nord zwischen der SG SV Odin/VfR 06 Döhren und den Berlin Grizz­lies

Spielszenen vom Spiel zwischen der SG SV Odin/VfR 06 Döhren und den Berlin Grizz­lies Zur Galerie
Spielszenen vom Spiel zwischen der SG SV Odin/VfR 06 Döhren und den Berlin Grizz­lies ©

Mehr Identifikation, mehr Engagement

In der Jugend waren beide Vereine schon meist für sich geblieben, nun soll das eben auch bei den Männern so sein. Diesen Entschluss fasste der VfR-Vorstand einstimmig. „Es ist ein mutiger Schritt, der uns alles andere als leicht fällt“, unterstreicht Dörner. Rund 100 Nachwuchsspieler hat der VfR, Teams aller Altersklassen sind besetzt. Wichtig für Dörner: „Wir schaffen durch das Auflösen der SG mehr Identifikation in unserem Verein und damit gibt es mehr Engagement.“ Der Nordire Daniel Kerr soll als hauptamtlicher Coach eine Mannschaft formieren. „Ich weiß nicht, wie es in dieser Saison wegen Corona weitergeht“, sagt Dörner. Aber falls die SG es sportlich schafft, nimmt der VfR Liga 1 allein in Angriff.

Denkbar wäre ebenfalls, dass die Waldheimer in der 2. Liga Nord weitermachen. Eine Entscheidung, ob und wann der Spielbetrieb weiterläuft, wird frühestens im Mai fallen. Ein Szenario ist, dass die Saison erst im September fortgesetzt wird – unwahrscheinlich, dass Odin dann noch im Boot wäre.

Odins Trainersuche läuft

In der Bundesliga jedenfalls werden die Männer von der Graft nicht mehr antreten, sagt de Riva – auch nicht in der 2. Liga, die zurzeit nur fünf statt acht Vereine zählt und genug Platz böte. Odins Kader ist zu klein, und die Kosten wären zu hoch. Ein Neubeginn wäre in Verbands- oder Regionalliga möglich, die Trainersuche läuft. „Wir müssen die geplante Trennung erstmal verdauen. Aber das ist zugleich eine Chance, wir haben eine starke U16“, sagt de Riva, „es geht auf jeden Fall auch ohne VfR weiter bei uns.“