01. Juli 2021 / 11:34 Uhr

Nach 16 Monaten Zwangspause: 3. Mittsommernachtslauf in Hannover ein voller Erfolg 

Nach 16 Monaten Zwangspause: 3. Mittsommernachtslauf in Hannover ein voller Erfolg 

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Starker Auftritt: Läufer von Hannover 96 waren in beiden Einzelrennen und in der Staffel vorn. Mit dabei: Guido Vollkommer (v. l.), Andreas Solter, Tobias Krug, Christian Schlamelcher und Tobias Görner.
Starker Auftritt: Läufer von Hannover 96 waren in beiden Einzelrennen und in der Staffel vorn. Mit dabei: Guido Vollkommer (v. l.), Andreas Solter, Tobias Krug, Christian Schlamelcher und Tobias Görner. © Saskia Solter
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250 Freizeitsportler waren beim 3. Mittsommernachtslauf in Hannover dabei. Nach 16 Monaten Corona-Zwangspause war die Freude entsprechend groß, obwohl noch immer zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen zu beachten waren. Trotzdem: "So glückliche Teilnehmer habe ich noch bei keiner meiner Veranstaltungen erlebt", sagte Peter Augath, der als Ausrichter dieses Rennens der Laufpass-Serie überaus zufrieden war. 

Diesmal musste mehr ins Handgepäck als nur Sportschuhe, Shirt und Laufhose. Wer dabei sein wollte beim 3. Mittsommernachtslauf in Hannover, der durfte die Schutzmaske nicht vergessen. Und auch nicht die Impfbestätigung oder den Nachweis, negativ auf Corona getestet worden zu sein. 250 Freizeitsportler nahmen diese und andere Hürden - mit Bravour und ohne zu meckern. Nach mehr als 16 Monaten endlich wieder ein Volkslauf in der Region unter wettkampfnahen Bedingungen! „So glückliche Teilnehmer habe ich noch bei keiner meiner Veranstaltungen erlebt“, sagte Peter Augath, der als Ausrichter dieses Rennens der Laufpass-Serie überaus zufrieden war.

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Die Freude darüber, dass es wieder losgeht, war förmlich zu spüren, als am Freitagabend am Weddigenufer die Ersten losliefen. Als wollte man Corona die Hacken zeigen, ganz nach eigens dafür gemachten Regeln. Nur mit Nasen-Mund-Schutz gab es Zutritt zum Startbereich für jeweils 50 Aktive, mit vorgeschriebenen Abständen und ohne Zuschauer drumherum. Alle zehn Sekunden lief jeweils ein Duo los. Das dann ohne Maske, die in hohem Bogen in einer Tonne landete. Danach die nächste Rutsche von Läuferinnen und Läufer – alles entsprechend einem peniblen Hygienekonzept. Ein Preis, den entwöhnte Wettkämpfer gern zu zahlen bereit sind, wie der neue Teilnehmerrekord bei diesem Lauf zeigte. Endlich wieder in Aktion sein, wenn auch in noch kleinen Schritten!

Bilder vom 3. Mittsommernachtslauf in Hannover

Der Schnellste freut sich schon: Tobias Krug siegte mit klarem Zeitvorsprung über die 7,7 Kilometer. Zur Galerie
Der Schnellste freut sich schon: Tobias Krug siegte mit klarem Zeitvorsprung über die 7,7 Kilometer. ©

Krug arbeitete auch in der Corona-Zeit an seiner Fitness

„Alles hat super geklappt“, sagte Tobias Krug. „Die Organisation war wirklich hervorragend.“ Für Krug, der für Hannover 96 startet, gab es gleich mehrere Gründe, sich zu freuen. In 25:55 Minuten gewann er den Lauf über 7,7 Kilometer mit satten zweieinhalb Minuten Vorsprung. Weil er im ersten von vier Startblöcken das Rennen aufnahm, konnte sich der 29-Jährige aber erst beim Blick auf die Ergebnisliste seines Erfolgs sicher sein. „Da hat es sich doch ausgezahlt, dass ich auch in der Corona-Zeit einiges für meine Fitness getan habe.“ Und was Krug ebenso freute: das Wiedersehen mit anderen, denen er lange nicht begegnet war.

So gab es endlich auch mal wieder ein Wettkampftreffen von 96-Läufern. Die waren an diesem Abend auch im Staffelwettbewerb erfolgreich und stellten mit Andreas Solter zudem den Sieger im Halbmarathon. In 1:15:01 Stunden behauptete sich der 38-Jährige deutlich vor seinem Dauerrivalen Michael Kendelbacher (1:18:30) aus Barsinghausen. Wichtiger war Solter aber das: „Es war schön, in Hannover wieder Wettkampfatmosphäre genießen zu können. Alle waren happy.“ Die Ausrichter des Laufs, die 30 Helfer engagiert hatten, hätten sich alle Mühe gegeben und schon im Vorfeld einen großen Aufwand betrieben. „Ich hoffe, dass sich dieser und jener Veranstalter davon etwas abguckt.“

"Das war ein gelungener Neustart auf einer sehr schönen Strecke"

Damit spricht Solter vielen anderen aus der Seele, die seit März 2020 kürzertreten mussten. „Das war ein gelungener Neustart auf einer sehr schönen Strecke“, sagte Adnan Ahmetagic, der sich beim Halbmarathon über seine Zeit von 1:51 Stunden sehr freute. „Und das bei 26 Grad Celsius, ich bin zufrieden, auch wenn die letzten drei Kilometer wehtaten.“ Birgit Zastrow, die die 7,7 Kilometer in 41:26 Minuten schaffte, meint: „Danke dafür, dass die Hygienekonzept-Hürde genommen und dieser Lauf veranstaltet wurde. Es tat so gut.“ Auch wenn es in diesem Jahr aufgrund der besonderen Konstellation keine Punkte für das Sportbuzzer-Ranking gibt – den Stempel im Laufpass als Startnachweis nahmen beim Mittsommernachtslauf viele mit.

Und nun? Noch ist die Zeit nicht danach, dass Volksläufe wieder nach Schema F gestartet werden können. Die sogenannten virtuellen Veranstaltungen wird es noch einige Zeit geben, solange infolge Corona keine Normalität herscht – parallel dazu aber auch solche wie jetzt entlang von Leine und Ihme. „Ich hoffe, dass weitere Sicherheitsvorkehrungen nach und nach zurückgenommen werden können“, sagte Veranstalter Augath. Beim Mittsommernachtslauf habe er auf hohe Standards besonderen Wert gelegt, weil dies ein Testevent gewesen sei, auf das viele guckten. Und er habe viele guten Erfahrungen gesammelt, wie er meint. Für Augath steht damit auch fest, dass am 29. August das Eilenriederennen gestartet werden soll – anders als 2020, als es coronabedingt eine Absage gegeben hatte.