08. Januar 2022 / 19:55 Uhr

Nach 2:4 und 1:9 - ATV Leipzig steigt aus der Hockey-Bundesliga ab

Nach 2:4 und 1:9 - ATV Leipzig steigt aus der Hockey-Bundesliga ab

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
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Trauer und Niedergeschlagenheit herrschte bei den Damen des ATV 1845 Leipzig nach der 2:4-Niederlage gegen den Mariendorfer HC, die den Abstieg wohl besiegelte. An einen Erfolg am morgigen Sonntag bei Spitzenreiter Berliner HC glaubt wohl keiner mehr.
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Die ATV-Frauen verabschieden sich nach den letzten zwei Niederlagen und insgesamt 15 Jahren Ligenzughörigkeit aus der Hallen-Bundesliga. Beim Spitzenreiter Berliner HC gab es ein 1:9 - damit kann das Team von Coach Christian Hufnagl sich nicht mehr retten.

Leipzig. Daumendrücken XXL und sogar per Youtube-Kanal „Leipzig liebt Dich!“ zum Beispiel aus dem Urlaub in Teneriffa für die Hockey-Frauen von ATV Leipzig – doch vergeblich. Das Bundesliga-Schlusslicht der Gruppe Ost verlor am Samstagnachmittag vor Geisterkulisse in der Sporthalle Brüderstraße mit 2:4 (1:0) gegen den Tabellenvierten Mariendorfer HC und so auch den Kampf um den Klassenerhalt. Besonders bitter: Die Stammgäste verabschiedeten sich nach 15 Jahren aus der deutschen Beletage. Dabei wäre mit einem Sieg, sogar einem Remis, das rettende Ufer so nahe gewesen. Denn der Vorletzte Osternienburger HC (vier Punkte auf dem Konto) unterlag bei den Zehlendorfer Wespen 2:6. Dass die gestrige Partie für ATV (drei Punkte/besseres Torverhältnis) beim Spitzenreiter Berliner HC für ein Wunder sorgt, damit rechnete wohl niemand mehr (1:9, Ehrentor Stella Schniewind).

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„Der Matchplan wurde nicht eingehalten.“

Fassungslos, teils mit Tränen in den Augen, suchten sich Spielerinnen und Trainerstab nach dem glücklosen Heimauftritt einen Platz zum Alleinsein oder eine tröstende Schulter. „Es war das Endspiel und das haben wir verloren. Ich könnte heulen“, gestand mit leerem Blick Coach Christian Hufnagl, der einmal mehr die miese Chancenverwertung kritisierte und den Knackpunkt ausmachte: „Mit dem ersten Gegentreffer sind wir zusammengebrochen. Die Körpersprache hat alles gesagt.“

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Die Damen des ATV 1845 Leipzig sind nach der 2:4-Niederlage gegen den Mariendorfer HC faktisch abgestiegen. Zur Galerie
Die Damen des ATV 1845 Leipzig sind nach der 2:4-Niederlage gegen den Mariendorfer HC faktisch abgestiegen. ©

Der Geduldsfaden riss. „Der Matchplan wurde nicht eingehalten.“ Wie leider so oft in dieser Saison. Dabei winkte schon nach vier Minuten ein mögliches Happy End. Cosima Rocktäschel brachte ATV 1:0 in Führung. „Weiter so Mädels“, kamen aufmunternde Rufe von der Bank. Tatsächlich agierte das Team konzentriert und kämpferisch. Torhüterin Josefine Fechner glänzte mit Paraden. Aber auch das: Zwei Lattenkracher, ein ungenauer Pass – ATV kann es viel besser.

„Das tut sehr weh“

Kurz nach Wiederanpfiff sorgte Stella Schniewind fürs 2:0 und eine Jubeltraube ihrer Mitspielerinnen. Der nächste Treffer lag in der Luft. Doch dann gelang den Gästen per Siebenmeter der Anschluss und wenig später fiel das 2:2 (49.). Wenn es einmal läuft – prompt erhöhten die Berlinerinnen auf 3:2.​

Leipzig spielte die letzten Minuten ohne Keeperin für eine zusätzliche Kraft im Sturm, doch da war der Zug ins angepeilte Ziel längst abgefahren. „Das ist ganz bitter, weil die Mannschaft für ihren Einsatz in den vergangenen Wochen nicht belohnt wurde. Es ist schade für den Verein, für die Stadt, dass diese Bundesliga-Ära vorerst zu Ende geht. Aber deswegen geht die Hockey-Welt nicht unter. Wir greifen wieder an“, verspricht Hockey-Chef Ronny Anders.

Das passiert möglicherweise ohne die langjährige Führungsspielerin Maxi Benedix, die extra für die entscheidende Partie die ATV-Reihen verstärkte. Geknickt saß auch Kapitänin Lisa Scheigenpflug in der Halle. „Das tut sehr weh. Aber wir haben unsere Hausaufgaben nicht gemacht und sind selbst schuld an dieser Situation“, sagte sie selbstkritisch. Die Fans schickten tröstende und zugleich aufbauende Worte aus nah und fern.