14. Februar 2020 / 21:03 Uhr

Nach 23 Minuten war das Top-Spiel entschieden: VfL-Frauen 5:2 in Hoffenheim!

Nach 23 Minuten war das Top-Spiel entschieden: VfL-Frauen 5:2 in Hoffenheim!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Alexandra Popp (l.) und Pernille Harder trafen in Hoffenheim.
Alexandra Popp (l.) und Pernille Harder trafen in Hoffenheim.
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Klare Angelegenheit für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg im ersten Spiel nach der Winterpause. Für den Bundesliga-Tabellenführer gab es einen 5:2-Sieg bei Verfolger 1899 Hoffenheim.

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1899 Hoffenheim gegen den VfL Wolfsburg - das Top-Duell der Frauen-Bundesliga war unterhaltsam, phasenweise temporeich und aus Sicht der Gäste insgesamt sehr erfreulich. Nur eines war es nicht: spannend. Denn schnelle Tore von Fridolina Rolfö, Pernille Harder und Alexandra Popp sorgten dafür, dass die Partie sehr früh entschieden war. Am Ende hieß es 5:2 (3:0) für den Meister, der damit seinen Vorsprung vor Hoffenheim auf sechs Punkte ausbaut.

Hoffenheim spielt eine tolle Saison - doch dass Wolfsburg mindestens eine Nummer zu groß ist, wurde schon direkt nach dem Anpfiff klar. Der VfL hielt das Tempo hoch, gewann viele zweite Bälle und hatte schnell zahlreiche Chancen. Rolfö sorgte nach schöner Harder-Flanke per Kopf für das erste VfL-Tor des Jahres, dann traf Harder nach schönem Zuspiel von Ingrid Engen selbst - ihr 91. Treffer im 100. Pflichtspiel für den VfL. Von dem erhofften ausgeglichenen Spiel war nichts zu sehen: der VfL dominierte klar und spielte sich etliche Chancen heraus.

Harder-Doppelpack im 100. Spiel für den VfL Wolfsburg

In der 23. Minute folgte dann bereits die Entscheidung: Engen wurde mit einer Grätsche von Michaela Specht kurz vor dem Sechzehner gelegt, den Freistoß aus 18 Metern verwandelte Popp mit einem satten Schuss in den Winkel des Torwartecks direkt - 3:0! Dass sich der Double-Gewinner dennoch auf der Führung nicht ausruhen durfte, zeigte sich wenig später, als Hedvig Lindahl unkonzentriert einen Rückpass mit der Hand aufnahm und einen indirekten Freistoß verursachte. Billa traf mit ihrem harmlosen Schuss aber nur Harder in der VfL-Mauer auf der Torlinie.

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Im zweiten Durchgang meldeten sich die Sinsheimerinnen phasenweise zurück und konnten Akzente setzen, wurden aber dennoch immer wieder vom VfL in die eigene Hälfte gedrängt. Svenja Huth erhöhte per Nachschuss nach Ewa Pajors Chance in der 72. Minute auf 4:0. Abwehrspielerin Maximiliane Rall gab den Heimfans dann auch noch den ersten Grund zum Jubeln: Nach schönem Solo schlenzte sie den Ball mit einem Distanzschuss unhaltbar an Lindahl zum 1:4 vorbei.

Wolfsburgs Schlusspunkt setzte dann wieder Harder, die nach einem Abschluss von Huth den Ball noch über die Linie drückte und damit ihr Jubiläumsspiel mit einem Doppelpack krönte. Ganz am Ende gab es dann noch ein weiteres Erfolgserlebnis für die Gastgeberinnen - und das war ein ganz besonderes. Denn weil Luana Chiara Bühler im Nachschuss zum 2:5 traf, ist Hoffenheim nun das einzige Team, dass es in dieser Saison geschafft hat, in einem Spiel mehr als ein Tor gegen den VfL zu schießen!

„Wir haben Hoffenheim im Pressing sehr früh gestört, da sind die Tore für uns sehr gut gefallen“, freute sich VfL-Trainer Stephan Lerch nach dem Abpfiff. „Damit haben wir uns Sicherheit und ein gutes Polster erarbeitet. Im zweiten Durchgang haben wir nicht mehr so die Struktur drin gehabt, die zwei Gegentore ärgern einen immer. Wir fahren trotzdem zufrieden nach Hause.“

Ein Hrubesch-Gedächtnis-Freistoß

Highlight des Spiel war der Freistoß von Nationalmannschafts-Kapitänin Popp. Nach Abpfiff verriet die Offensivspielerin: „Das trainiere ich nicht erst seit dem Trainingslager, sondern eigentlich seit Horst Hrubesch Nationaltrainer war.“ Der 68-Jährige „hat mir das quasi beigebracht und dementsprechend ist es der Horst-Hrubesch-Gedächtnisfreistoß. Er hat sich immer aufgeregt, dass meine Fußspitze zu weit oben ist oder mein Oberkörper nicht richtig steht. Da hat jetzt alles gepasst und ich war selber total verwundert!“ Anschließend musste sich die 28-Jährige zur Doping-Kontrolle verabschieden und entschuldigte sich direkt vorweg bei ihren Kolleginnen. „Wir wollen heute Abend noch zurück nach Wolfsburg fahren, das wird jetzt wohl nicht drei Uhr sondern fünf Uhr.“ Denn „ich bin nicht so gut da drin, direkt nach einem Spiel in den Becher zu pullern“, so Popp lachend.

TSG: Leitzig - Naschenweng (79. Fühner), Specht, Bühler, Linder - Rall, Hartig, Harsch (62. Beuschlein), Lattwein, Waßmuth - Billa (82. Hagel).

VfL: Lindahl - Wedemeyer, Goeßling, Doorsoun, Maritz - Engen (82. Neto), Popp - Huth, Harder, Rolfö (65. Wolter) - Pajor (79. Jakabfi).

Tore: 0:1 (7.) Rolfö, 0:2 (16.) Harder, 0:3 (23.) Popp, 0:4 (70.) Huth, 1:4 (72.) Rall, 1:5 (80.) Harder, 2:5 (83.) Bühler,

Schiedsrichterin: Söder (Ingolstadt).

Zuschauer: 1700.

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