18. Oktober 2020 / 19:12 Uhr

Nach 3:0-Führung - Oldenburger SV holt nur einen Punkt gegen FC Dornbreite

Nach 3:0-Führung - Oldenburger SV holt nur einen Punkt gegen FC Dornbreite

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Torhüter Erik Karlberg (Nr. 4, FC Dornbreite) hält vor Mats Jonathan Klüver (Nr. 6, Oldenburger SV).
Torhüter Erik Karlberg (Nr. 4, FC Dornbreite) hält vor Mats Jonathan Klüver (Nr. 6, Oldenburger SV). © Agentur 54°
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Während der FCD nun endgültig in der Oberliga angekommen scheint, geht der OSV mit gemischten Gefühlen ins Duell gegen SV Todesfelde

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Erste Halbzeit pfui, zweite Halbzeit hui – der FC Dornbreite holte am Sonntagnachmittag einen 0:3-Pausenrückstand auf und entführte einen Punkt vom Schauenburger Platz in Oldenburg.

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Die Zuschauer am Schauenburger Platz in Oldenburg sahen ein verrücktes Fußballspiel mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten. In Hälfte eins dominierten die Hausherren ihren Gegner von Beginn an, stellten im zweiten Durchgang das Fußballspielen jedoch komplett ein. „Völlig unerklärlich“, zeigte sich OSV-Coach Florian Albrecht nach der Partie ratlos.

Sonderlob für Dornbreites Ersatztorhüter

Der OSV musste kurzfristig auf Lion Glosch verzichten. Der Außenverteidiger klagte schon unter der Woche über Oberschenkelprobleme, die beim Aufwärmen erneut auftraten. Für ihn kam Robin Kelting in die Startelf – Julian Brauer übernahm die Position des Rechtsverteidigers. Dornbreite musste seinen Keeper Jan Hecht ersetzen, der sich im Spiel gegen Eutin eine Ellbogenfraktur zuzog. Auch Ole Schliesser musste wegen Wadenproblemen aussetzen. Im FCD-Tor feierte somit Eric Karlberg sein Oberliga-Debüt und erntete nach der Partie ein Extralob von Coach Sascha Strehlau.

FC Dornbreite feiert gegen Eutin 08 ersten Saisonsieg (10.10.2020)

FCD-Neuzugang Veysel Kara (l.) avancierte gegen Eutin zum Matchwinner, indem er bei seinem Debüt prompt einen Doppelpack schnürte. Zur Galerie
FCD-Neuzugang Veysel Kara (l.) avancierte gegen Eutin zum Matchwinner, indem er bei seinem Debüt prompt einen Doppelpack schnürte. ©

Oldenburger SV zur Pause schon der sichere Sieger?

Schon nach einer Viertelstunde schoss Oldenburg eine 2:0-Führung heraus. Erst verwertete Frederik Kaps per Kopf eine Ecke von Kapitän Kevin Wölk zur Führung (11.), dann legte der „Capitano“ per Strafstoß selbst nach (16.). Zuvor hatte Venzke den Ball mit der Hand berührt. Kurz vor der Pause musste der FCD verletzungsbedingt wechseln. Begtullah Cavdarli musste raus – für ihn kam Alexander Lening – ein Wechsel, der sich noch bezahlt machen sollte. Doch ehe es zum Pausentee ging, erhöhte zunächst Daniel Junge nach Vorarbeit von Moritz Haye und Kaps zum vermeintlich sicheren 3:0 (45.).

Eingewechselter Alexander Lening bringt die Wende

FCD-Coach Strehlau wählte in der Halbzeit energische Worte. „Wir haben alles vermissen lassen. Das war in der Trainingswoche schon abzusehen. Es fehlte die Intensität und die Anspannung. Die Art und Weise passte einfach nicht.“ Seine Mannen zeigten in den zweiten 45 Minuten ein anderes Gesicht, kamen über Alexander Lening auf der Zehn immer wieder mit Tempo. Zehn Minuten nach Wiederbeginn besorgte Lening das 1:3 nach einem Pass in die Schnittstelle, den Jelto Reuter querlegte (55.). Und nur 180 Sekunden später gelang den Lübeckern der Anschlusstreffer durch Hayri Akcasu per Lupfer (58.). Spätestens jetzt kam vom Oldenburger SV nichts mehr und die Gäste gewannen beinahe jeden Zweikampf, bekamen nahezu jeden zweiten Ball. Und so kam, was kommen musste: Die OSV-Abwehr konnte einen Schuss nicht klären, Reuter stand goldrichtig und egalisierte die Oldenburger Führung (82.).

Oldenburger SV reist mit Dämpfer zum SV Todesfele

„Jetzt war das Quäntchen Glück auf unserer Seite und wir hatten noch zwei, drei weitere Möglichkeiten“, freute sich „Strehle“ über den gewonnenen Punkt und behauptet: „Wenn das Spiel noch vier Minuten länger gedauert hätte, hätten wir das Spiel noch gewonnen!“ Ähnlich fällt die Analyse von „Ebbe“ Albrecht aus: „Wir hatten überhaupt keine Entlastung mehr und kamen völlig ins Wanken. Wir waren total konfus, hatten keine Ordnung und keine Ruhe. Es war keine Anspannung mehr da und wir haben einfach luschig agiert. Wir hätten die zwei Punkte mehr gerne mit ins Spiel gegen Todesfelde genommen“ - dann wäre es das Spiel des Tabellenersten gegen den -zweiten gewesen. Die Ostholsteiner treten am kommenden Sonntag (14 Uhr) beim Vorjahres-Staffelsieger an.

FC Dornbreite kommt ins Rollen

Der FCD holte in den letzten zwei Partien nun vier Punkte, scheint in der Oberliga angekommen. „Schade, dass wir kommende Woche spielfrei sind. Im nächsten Spiel gegen Pansdorf (Samstag, 31.10., d. Red.) wollen wir unsere Serie fortsetzen. Man wird sehen, was dieser Punkt am Ende wert sein wird“, so Strehlau.

OSV: Prokoph – Brauer, Wölk, Schröder, Fi. Severin (85. Kränzke) – Janner, Wölk – Kelting (62. Petersen), Haye (62. Müller) – Kaps, Junge.

FCD: Karlberg – Teuber, Venzke, Lange, Görlitz – Akcasu, Senghore – Kara (69. Behrens), Cavdarli (43. Lening), Amara – Reuter.