02. Februar 2020 / 08:17 Uhr

Nach 69 Minuten eingewechselt: RB Leipzigs Winterzugang Dani Olmo feiert Debüt 

Nach 69 Minuten eingewechselt: RB Leipzigs Winterzugang Dani Olmo feiert Debüt 

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Neuzugang Dani Olmo wurde beim 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach eingewechselt und deutete in den wenigen Spielminuten bereits sein großes Potential an.
RB Leipzigs Neuzugang Dani Olmo wurde beim 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach eingewechselt und deutete in den wenigen Spielminuten bereits sein großes Potential an. © GEPA pictures
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Dani Olmo hat beim 2:2 von RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach einen gelungenen Einstand gefeiert. Der Spanier scheiterte nur knapp an seinem ersten Treffer – und freute sich über die tolle Spanien-Choreografie im Fanblock.

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Leipzig. Es waren 82 Minuten gespielt, als Timo Werner den Ball vom rechten Flügel flach zu Dani Olmo in den Strafraum passte. Der 21-Jährige spitzelte die Kugel auf engstem Raum an Verteidiger Denis Zakaria vorbei zur Grundlinie und traf mit seiner abgefälschten Eingabe – halb Schuss, halb Pass – den rechten Pfosten. Ein Raunen ging durch die Red Bull Arena, Schlussmann Yann Sommer konnte dem Ball nur hinterher schauen. Das wäre das 2:2 gewesen. Sechs Minuten später stoppte Florian Neuhaus Olmo in zentraler Position vor dem Strafraum mit einem Foul. Den folgenden Freistoß schoss Kapitän Marcel Sabitzer in die Mauer.

Einen guten Eindruck hinterlassen

Die Szenen verdeutlichen, warum halb Europa hinter dem spanischen U21-Europameister her war, der vor einer Woche für 20 Millionen Euro plus Bonuszahlungen von Dinamo Zagreb nach Leipzig transferiert wurde. Trotz Angeboten aus der spanischen und italienischen Liga, trotz des Interesses vom FC Bayern.

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Ein Punkt der Moral: RB Leipzig erkämpft sich gegen Borussia Mönchengladbach nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden. Zur Galerie
Ein Punkt der Moral: RB Leipzig erkämpft sich gegen Borussia Mönchengladbach nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden. ©

Der Dribbelkönig kam beim 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach nach 69 Minuten ins Spiel – und stellte bei seinem Debüt im rot-weißen Dress auf Anhieb seine Qualität zur Schau. Drei Torschüsse, zwei Flanken aus dem Spiel, 15 von 17 Pässen angekommen. „Dani hat es gut gemacht, er ist gut reingekommen und hat einen guten Eindruck hinterlassen, da war ich zufrieden“, sagte RB-Coach Julian Nagelsmann. Und das obwohl er den quirligen Offensivmann, der am liebsten hinter den Spitzen die Fäden zieht, auf dem rechten Flügel einsetzte. „Aber wir wollten den Sabi (Marcel Sabitzer – d. Red.) nicht wieder aus dem Zentrum rausnehmen, weil er es eigentlich gut gemacht hat auf der Position“, erklärte Nagelsmann seine taktischen Überlegungen.

Olmo sticht Konkurrenz aus

Mit Olmo zog der 32-Jährige nach den Einwechslungen der Stürmer Patrik Schick und Yussuf Poulsen beim Pausenstand von 0:2 seine letzte offensive Trumpfkarte. Dabei hatte er seiner Nummer 25 auf der Pressekonferenz am Donnerstag nicht allzu große Hoffnungen aufs Debüt gemacht. Nagelsmann beobachtete unter Woche im Training viel Positives in der Offensive, defensiv müsse sich Olmo aber „noch ein bisschen reinfuchsen“, stellte er fest. „Er hat eine extreme Ruhe am Ball in der roten Zone – ähnlich wie Emil Forsberg. Das tut uns gut in Drucksituationen”, lobte Nagelsmann. Der 21-Jährige sei cool und technisch versiert genug, um auch mal in ein Eins-gegen-Drei-Dribbling zu gehen, um Räume zu schaffen. Einen Einsatz machte der Bayer trotz der warmen Worte von der Form und den Trainingseindrücken der Konkurrenten abhängig. Und die überzeugten ihn offenbar nicht vollends.

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Yussuf Poulsen (RB Leipzig): In der ersten Hälfte hat uns das Feuer gefehlt. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, die wir in den zweiten 45 Minuten abstellen konnten. Wir haben Gladbach dann mehr unter Druck gesetzt, auch indem wir das Anschlusstor schnell gemacht haben. Zur Galerie
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "In der ersten Hälfte hat uns das Feuer gefehlt. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, die wir in den zweiten 45 Minuten abstellen konnten. Wir haben Gladbach dann mehr unter Druck gesetzt, auch indem wir das Anschlusstor schnell gemacht haben." ©

Dass Olmo schon nach einer Woche in einem Spitzenspiel ins kalte Wasser geworfen wurde, ist keine gute Nachricht für Amadou Haidara, Ademola Lookman und Hannes Wolf – sie blieben gegen die Borussia ohne Einsatz. Auch Emil Forsberg wird sich seine Spielminuten künftig noch härter verdienen müssen.

Denn Olmo, Schüler der Barca-Jugendakademie, besitzt eine Ballführung, als hätte er sich eine große Tube Alleskleber an den Schuh geschmiert. Hinzu kommt eine Prise Kreativität, ein großes Arsenal an Finten und eine Portion jugendliche Frechheit.

Choregrafie für spanische Neuzugänge

Auf diese Qualitäten freuen sich auch die Leipziger Fans, die Olmo und die beiden anderen Ibero-Neuzugänge Josep Martinez (bis zum Saisonende an seinen Ex-Club UD Las Palmas verliehen) und Angelino (Manchester City) mit einer tollen Choreografie in den spanischen Nationalfarben begrüßten. „Ja, ich habe sie gesehen“, freute sich der 1,79-Meter-Mann nach Spielende über die Aktion in Sektor B. „Das war großartig. Die Stimmung im Stadion war großartig. Das macht Lust auf mehr.“

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(1) Peter Gulacsi: Bei beiden Gegentoren machtlos, im zweiten Durchgang arbeitslos. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bei beiden Gegentoren machtlos, im zweiten Durchgang arbeitslos. Note 3. ©

Nur mit einem war der Offensivmann nach dem Schlusspfiff nicht zufrieden. „Ich bin glücklich, dass ich mithelfen konnte, einen Punkt zu holen. Ich bin nicht so glücklich mit dem Endresultat.“ Nach den Toren von Patrik Schick (50.) und Christopher Nkunku (89.) hatte RB nach der Pause die zweite Niederlage in Folge nur knapp vermieden. Dani Olmo muss nicht lange auf die nächste Chance warten, um sich ein paar extra Glückshormone abzuholen. Am Dienstag (18.30) will sich der letztjährige Finalist im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt für die 0:2-Ligapleite aus der Vorwoche revanchieren.