10. Mai 2019 / 15:49 Uhr

Bereit für den nächsten Anlauf: Der MTV Großenheidorn plant seine Zukunft

Bereit für den nächsten Anlauf: Der MTV Großenheidorn plant seine Zukunft

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Setzt auf den Nachwuchs: MTV-Trainer Marc Siegesmund will mit internen Talenten in der Oberliga oben mitspielen.
Setzt auf den Nachwuchs: MTV-Trainer Marc Siegesmund will mit internen Talenten in der Oberliga oben mitspielen. © Christian Hanke
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Der MTV Großenheidorn hat den Abstieg aus der 3. Liga West, für den es viele Gründe gibt, mittlerweile abgehakt und schaut nach vorn. Mit dabei in der nächsten Saison ist auf jeden Fall Trainer Marc Siegesmund, der seinen Vertrag per Handschalg um ein Jahr verlängert hat.

Nicht zuletzt wegen des kleinsten Etats der Liga galt der MTV Großenheidorn als großer Außenseiter in der 3. Liga West und musste wie schon bei seinen beiden vorherigen Anläufen 1991/1992 und 2003/2004 nicht unerwartet als Tabellenletzter direkt wieder in die Oberliga absteigen.

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Kader war nicht konkurrenzfähig

Der Hauptgrund lag im nicht konkurrenzfähigen Kader, der die Verletzungen von Niklas Hermann und Thorben Buhre – zwei Schlüsselspieler der Aufstiegssaison – nicht auffangen konnte. Dadurch habe es Probleme in der Abwehr gegeben, „Florian Degner und Mika Ritter waren noch nicht so weit“, sagt Trainer Marc Siegesmund, für den auch die fehlende körperliche Stärke im Gegensatz zu den meisten Gegnern ein Nachteil war. Die Ausfälle von Buhre und Hermann schmerzten obendrein im Angriff.

Weil der ukrainische Rückraumspieler Maksym Byegal nicht wie erhofft einschlug, fehlte die Durchschlagskraft. Dazu kam: Die sich häufenden Niederlagen zehrten möglicherweise am Nervenkostüm der Spieler, denn von den knappen Spielen gegen die Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt wurden zu wenige gewonnen.

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Trainer Marc Siegesmund sitzt dennoch in der nächsten Saison auf der Bank. „Das haben wir per Handschlag erledigt“, sagt der MTV-Coach. Die Zusammenarbeit gilt zunächst für ein weiteres Jahr. „Das mache ich immer so. Dadurch habe ich die Möglichkeit, mich zu verändern, und es ist fair gegenüber dem Verein“, betont Siegesmund.

In der Mannschaft wird es allerdings Veränderungen und einen Umbruch geben: Byegal (Ziel unbekannt), Jan-Philipp Cohrs (zweite Mannschaft), Milan Djuric (Karriereende), Zsolt Kovacs (Verein unbekannt) und Björn Öttermann (berufliche Gründe) werden ebenso nicht mehr das blau-weiße Trikot tragen wie Till Hermann, der zu Frisch Auf Göppingen in die Bundesliga wechselt.

Mit Leitwolf Kraft und vielen jungen Spielern

Der beste Torschütze der vergangenen beiden Spielzeiten soll intern ersetzt werden. Talente wie Louis Glauke und Cedric Rümenapp werden in der Vorbereitung ihre Chance bekommen, sich zu zeigen „Es ist ohnehin unser Credo, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen“, sagt Siegesmund.

Externe Zugänge gibt es bislang nur zwei. Kilian Kraft, der bereits von 2001 bis 2003 für den MTV spielte, kommt vom SV Anhalt Bernburg aus der 3. Liga Nord. Der 35-jährige Rückraumspieler soll Leitwolf der jungen Mannschaft und als spielender Ko-Trainer der verlängerte Arm von Siegesmund auf dem Feld werden. Zweiter Neuer ist Kreisläufer Kevin Ströh von Oberligameister TuS Vinnhorst. „Unser Wunschspieler“, sagt Vorstandssprecher Mathias Haase.

Die Abgänge des MTV Großenheidorn nach der Spielzeit 2018/2019

Großenheidorns Trainer Marc Siegesmund wird nach der Sommerpause in der neuen/alten Spielklasse auf so manchen Akteur verzichten müssen. Zur Galerie
Großenheidorns Trainer Marc Siegesmund wird nach der Sommerpause in der neuen/alten Spielklasse auf so manchen Akteur verzichten müssen. ©

Die Fanunterstützung war überwältigend. Aufgrund der Vorgaben des Deutschen Handballbundes musste der MTV seine Heimspielstätte in Großenheidorn verlassen und nach Wunstorf ins Schulzentrum umziehen. Es wurde eine Erfolgsgeschichte, weit über 300 Fans kamen im Schnitt zu den Spielen und sorgten regelmäßig für Gänsehautstimmung. „Schade, dass die 3. Liga nicht fortgesetzt wird. Die Atmosphäre war bombastisch“, bedauert Großenheidorns Ortsbürgermeister Thomas Silbermann. Er hofft, „dass das in der Oberliga so weitergeht.“ Deshalb bleiben die Seeprovinzler der „Meerfestung“ treu. Neun der 13 Oberligaheimspiele werden dort ausgetragen. Nur für vier Partien geht es zurück nach Großenheidorn.

„Wir wollen direkt wieder oben mitspielen“

Dass die Psyche der Mannschaft durch den Abstieg gelitten hat, glaubt Siegesmund nicht: „Ich denke, die Jungs haben das ordentlich verkraftet. Wir mussten ja damit rechnen, dass es so läuft.“ Wenn am 8. Juli die Vorbereitung beginnt, gibt es nur ein Ziel. „Wir wollen direkt wieder oben mitspielen“, sagt Haase. Der MTV ist bereit für den nächsten Anlauf.