27. Dezember 2020 / 15:53 Uhr

Nach Bauch-OP: So geht es Nikolai Andrä vom TSV Ratekau

Nach Bauch-OP: So geht es Nikolai Andrä vom TSV Ratekau

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach einer wichtigen Operation übersandten die Herren des TSV Ratekau ihrem Mitspieler Nikolai Andrä Genesungswünsche - so geht es ihm jetzt.
Nach einer wichtigen Operation übersandten die Herren des TSV Ratekau ihrem Mitspieler Nikolai Andrä Genesungswünsche - so geht es ihm jetzt. © TSV Ratekau/hfr
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Neben seinem Weg zurück auf den Fußballplatz verrät der in der LN-Region beliebte Spieler, warum sein Handy lange nicht still stand.

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Die Nachricht traf ihn wohl wie ein Schock: Ein Tumor im Bauch sollte eigentlich bei einer Operation entfernt worden sein, doch ein kleiner Rest verblieb offenbar in Nikolai Andräs Körper. Da die Entfernung des restlichen Gewebes sich als unglaublich kompliziert herausstellte, konnte nur noch eine Spezialklinik in Regensburg Abhilfe schaffen. Ein Eingriff, der in Kombination mit den gesundheitlichen Beschwerden teure Folgen für ihn hatte. So startete Andrä eine Crowdfunding-Aktion, um über Spenden einen Teil der entstehenden Kosten decken zu können (wir berichteten) - sie sollte ein voller Erfolg werden. Inzwischen ist die Operation vollzogen und Nikolai Andrä hat dem LN-Sportbuzzer verraten, wie es ihm geht und worauf es in Zukunft ankommt.

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Hinter dir liegen schwierige Monate, doch die gute Nachricht: Nach der schwierigen OP geht es aufwärts, wie geht‘s dir inzwischen?

Moin, mir geht es tatsächlich besser, gerade in den letzten Tagen geht es spürbar bergauf. Es fühlt sich gut an nach einer längeren Leidenszeit Besserung zu merken und Fortschritte zu machen. Im Januar darf ich meine Reha antreten und dann bin ich hoffentlich auch körperlich wieder einigermaßen fit.

Der Sportbuzzer stellt in einer Fotogalerie die ältesten Kicker der Liga vor und befragt die Trainer zu ihrem jeweils erfahrensten Schützling.

Thomas Resech (39, SV Schackendorf): Der Oldie schlechthin in der Verbandsliga Süd-Ost ist der Schlussmann des Teams aus dem Travestadion. Nach einigen Jahren Auszeit kam er im letzten Sommer wieder zum SVS zurück und stand in dieser Saison in vier von insgesamt nur fünf Partien im Kasten. Teammanager Stefan Christensen: Er ist zwar der älteste bei uns, aber trotzdem einer der fittesten überhaupt. Was zeichnet ihn aus? Absolute Zuverlässigkeit, Ehrgeiz und er ist ein Teamplayer, wie er im Buche steht. Mit Sicherheit immer noch einer der besten Keeper der Verbandsliga.  Zur Galerie
Thomas Resech (39, SV Schackendorf): Der Oldie schlechthin in der Verbandsliga Süd-Ost ist der Schlussmann des Teams aus dem Travestadion. Nach einigen Jahren Auszeit kam er im letzten Sommer wieder zum SVS zurück und stand in dieser Saison in vier von insgesamt nur fünf Partien im Kasten. Teammanager Stefan Christensen: "Er ist zwar der älteste bei uns, aber trotzdem einer der fittesten überhaupt. Was zeichnet ihn aus? Absolute Zuverlässigkeit, Ehrgeiz und er ist ein Teamplayer, wie er im Buche steht. Mit Sicherheit immer noch einer der besten Keeper der Verbandsliga."  ©

Wie geht es nun für dich weiter? Sowohl beruflich, gesundheitlich als auf sportlich.

Wie schon erwähnt wird die Reha für mich sehr entscheidend sein, um gesundheitlich voran zu kommen. Ich habe über 10 Kilo verloren, das Meiste davon natürlich an Muskelmasse. Sobald ich mich wieder fit fühle wird es auch beruflich weitergehen. Dort ist für den Sommer eine kaufmännische Umschulung geplant, die ich schon im August hätte starten sollen.mein neuer Arbeitgeber hält mir fest und unterstützt mich sehr in dieser schweren Zeit. Ich freue mich riesig über die Chance und möchte das Vertrauen zurückgeben. Der Sport steht natürlich erst einmal hinten an, aber ich möchte so schnell wie möglich wieder sportlich aktiv werden.

Fußball spielen verlernt man wohl nie so ganz. Aber was ist für deinen „Weg zurück“ auf den Platz am wichtigsten? Gibt es Bereiche, in denen du besonders aufholen musst und wenn ja, wie?

Ich muss in allen Bereichen aufholen, einfach auch um meinen Körper zu schützen. Durch die lange Pause habe ich in allen Bereichen abgebaut und es wäre unverantworlich in so einem Zustand Kontaktsport auszuüben, da das Risiko einer Verletzung extrem hoch wäre. Das gilt übrigens auch für viele meiner Mannschaftskollegen und wahrscheinlich auch generell für viele Spieler aus den unteren Spielklassen. In Ratekau haben wir den ersten Lockdown deutlich gespürt, viele haben sich verletzt und da spielt die nicht vorhandene Fitness eine große Rolle. Ich war auch sonst immer der Erste, der nach einer Verletzung oder Zwangspause wieder auf dem Platz stand und voll durchgezogen hat, doch das wird nicht mehr vorkommen. Mein Ziel ist die nächste Saison.

Die Resonanz auf deinen Spendenaufruf war enorm. Was hilft dir neben den finanziellen Zuwendungen momentan am meisten?

Da möchte ich mich noch einmal herzlich bei allen Menschen bedanken, die mich die letzten Monate unterstützt haben. Der Spendenaufruf war ein voller Erfolg und hilft ungemein. Der Zuspruch war riesig, damit hätte ich nie gerechnet. Gerade aus der Fußball-Szene gab es so viele Nachrichten und Spenden. Das verdeutlicht noch einmal, wie wichtig der Fußball für uns alle sein kann. Er verbindet! Ansonsten durfte ich viel Unterstützung durch meine Familie, meiner Freundin und auch durch Freunde während der Zeit erfahren. Zwar bin ich während meiner Krankenhausaufenthalte ja durch Corona meistens alleine gewesen, da man in Regensburg nur eine Stunde am Tag Besuch bekommen konnte und in Hamburg/Lübeck ein komplettes Besuchsverbot herrscht, allerdings war mein Handy 24/7 in Betrieb mit vielen tollen Nachrichten und Genesungswünschen. Das hat sehr geholfen. Und auch in der jetzigen Zeit kümmern sich alle sehr gut um mich.

Welche Rolle spielt der Fußball an sich in deinem Leben und wie hilft er dir eventuell auch in schwierigeren Zeiten?

Fußball ist für mich die große Leidenschaft in meinem Leben. Ich bin mit Lohmühlenfußball groß geworden und spiele selbst seit über 20 Jahren. Meine Freunde habe ich fast alle beim Kicken gefunden, auf dem Platz kann man abschalten und auch einfach mal schlechte Tage hinter sich lassen. Das Gefühl nach einer harten Trainingseinheit bei Schietwetter mit seinen Kumpels in der Kabine zu sitzen, um noch gemeinsam ein Bier zu trinken - das ist Unbezahlbar! Und daher hat mir der Fußball auch in schwierigen Zeiten stets Freude und Ablenkung geschenkt. Egal wie schlecht es mir auch nach der OP ging, ich habe jedes Spiel vom VfB versucht zu verfolgen und konnte mich trotz Schmerzen noch über einen Fehlpass aufregen, oder ein Tor bejubeln. Daher hoffe ich auf für das Jahr 2021, dass wir alle wieder ein wenig Normalität zurück bekommen und unserer Leidenschaft wieder nachgehen können. Bis dahin wünsche ich allen schöne Feiertage und vor allem viel Gesundheit!