16. Februar 2022 / 22:25 Uhr

Nach Brand und Frohms: Auch Potsdam-Kapitänin Agrez im Wolfsburg-Visier

Nach Brand und Frohms: Auch Potsdam-Kapitänin Agrez im Wolfsburg-Visier

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vor Wechsel zum VfL Wolfsburg: Sara Agrez.
Vor Wechsel zum VfL Wolfsburg: Sara Agrez. © René Teichmann
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Mit Jule Brand und Merle Frohms haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg bereits zwei Top-Spielerinnen für die kommende Saison verpflichtet. Sara Agrez, Kapitänin von Turbine Potsdam, soll die nächste sein.

Top-Talent Jule Brand kommt aus Hoffenheim, Nationaltorhüterin Merle Frohms aus Frankfurt: Zwei bemerkenswerte Transfers für die kommende Saison hat der VfL Wolfsburg in dieser Woche verkündet. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, sucht derweil bereits die nächsten potenziellen Verstärkungen, schaute sich am Mittwoch in Portugal die ersten Spiele des Algarve-Cups an, bei dem unter anderem die Nationalteams aus Norwegen, Schweden und Dänemark am Start sind. Für den nächsten Transfer-Coup müsste er allerdings nicht so weit reisen: Sara Agrež von Turbine Potsdam steht nach SPORTBUZZER-Informationen vor einem Wechsel nach Wolfsburg. Das Frauenfußball-Portal Soccerdonna hatte bereits am Dienstag über ein mögliches Interesse berichtet.

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Die Slowenin spielt seit 2019 für Turbine, wurde bei den Brandenburgerinnen schnell zur Defensivstütze. „Sie strahlt Ruhe aus und ist extrem wichtig für die Mannschaft“, lobte Turbine-Coach Sofian Chahed zum Rückrundenstart die 21-Jährige, die sich in Potsdam das Amt der Kapitänin mit Ex-VfLerin Isabel Kerschowski teilt. In Wolfsburg würde sie ins Anforderungsprofil passen - denn nach den Winter-Abgängen von Sara Doorsoun (Frankfurt) und Sofie Svava (Real Madrid) hat der amtierende Vizemeister durchaus Bedarf an Defensivspielerinnen mit starkem linken Fuß.

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Brand und Frohms hatte der VfL mittels einer Ausstiegsklausel verpflichten können - wie sieht es bei Agrež (Vertrag bis 2023) aus? "Dazu kann ich nichts sagen", so Kellermann. Klar ist: Obwohl Klubs aus Spanien, Frankreich, England und Italien eine immer größere Rolle auf dem Transfermarkt spielen, bleibt Wolfsburg eine gute Adresse. Kellermann: "Ich denke, dass wir an vielen Beispielen gezeigt haben, dass sich Spielerinnen bei uns zum einen gut entwickeln, zum anderen aber auch um Titel mitspielen können. Das macht uns weiterhin attraktiv." Die Beispiele reichen von Alexandra Popp (kam 2012 zum VfL) über Pernille Harder (jetzt Chelsea), Ingrid Engen (jetzt Barcelona) bis zu Ewa Pajor, Lena Lattwein und Lena Oderdorf aus dem aktuellen Kader.

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten allerdings bleiben im internationalen Maßstab begrenzt. "Die Transfers von Brand und Frohms waren nur darstellbar, weil es Ausstiegsklauseln gab", so Kellermann. Bei frei zu verhandelnden Ablösesummen, die für Spielerinnen diese Kategorie auch einmal schnell die 250.000-Euro-Grenze überschreiten können, "wären wir gar nicht erst in Gespräche eingestiegen".

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Und so hat sich das vage Wolfsburger Interesse an zwei anderen Spielerinnen auch schnell erledigt: Die Schweizerin Lia Wälti (früher Potsdam, jetzt Arsenal) und die deutsche Nationalspielerin Sara Däbritz (verlässt Paris St. Germain im Sommer) wurden mit dem VfL in Verbindung gebracht, sind aber schlicht nicht bezahlbar.

Mit Almuth Schult steht ein VfL-Abgang zum Saisonende fest, zudem laufen die Verträge von Anna Blässe, Lotta Cordes und Shanice van de Sanden aus - Zukunft jeweils offen. Für einige Spielerinnen mit längerem Vertrag - wie die Schwedin Rebecka Blomqvist - gibt es immer mal wieder Interessenten. Kellermann: "Wir gehen im Moment davon aus, dass die Spielerinnen, die wir halten wollen, auch bei uns bleiben werden. "

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