11. Juli 2019 / 15:51 Uhr

Nach Datenklau bei RB Leipzig: Klage gegen Eintracht Frankfurt e.V eingereicht

Nach Datenklau bei RB Leipzig: Klage gegen Eintracht Frankfurt e.V eingereicht

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Im Fall des Datenklaus bei RB Leipzig seien wohl nicht nur Nachwuchsspieler, sondern auch Fußballer aus dem Profikader betroffen.
Im Fall des Datenklaus bei RB Leipzig seien wohl nicht nur Nachwuchsspieler, sondern auch Fußballer aus dem Profikader betroffen. © GEPA pictures
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Im Fall des Datenklaus bei RB Leipzig hat die „International Soccer Bank“ gegen Eintracht Frankfurt e.V. Klage eingereicht. Das Unternehmen wirft den Hessen laut Sport Bild vor, über einen Account der Roten Bullen illegal und im großen Stil auf Scouting-Daten zurückgegriffen zu haben.

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Die Betreiber der Scouting-Plattform „International Soccer Bank“ (ISB) machen Ernst: Nachdem bereits Ende Mai öffentlich geworden war, dass über einen Zugang von RB Leipzig Monate lang illegal und in großem Stil, Daten abgegriffen wurden, hat der Dienstleister beim Landgericht Frankfurt gegen Eintracht Frankfurt e.V. Klage eingereicht. Der Kläger fordere nun 43 303,76 Euro, unteranderem für die illegale Nutzung der Daten. Das berichtet die „Sport Bild“.

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Demnach umfasst die Klageschrift 530 Seiten und wurde den Beschuldigten am 1. Juli 2019 zugestellt. Vorgeworfen wird dem Verein, in einem Zeitraum von 22 Monaten insgesamt 5664 mal illegal auf das System der ISB zugegriffen zu haben. Das Online-Portal bietet Vereinen Infos über Jugendspieler und Profis an – darunter Videos, Ausstiegsklauseln, Vertragslaufzeiten und Leistungs-Bewertungen. Die Daten nutzen die Clubs unter anderem, um Entscheidungen in Transferfragen treffen.

Datenmissbrauch in großem Stil

Der Geschäftsführer von ISB, Jürgen Kost zeigt sich "Sport Bild" gegenüber schockiert: „Wir sprechen eindeutig von Datenmissbrauch im großen Stil. Wir können nachweisen, dass über die Standleitung von Eintracht Frankfurt sehr lange illegal auf unsere Datenbank zugegriffen wurde.“ Es gehe, so Jost, nicht nur um Daten von Nachwuchsspielern. Auch Profis seien beobachtet worden. Die Zugriffe sollen den Frankfurtern anhand der gespeicherten IP-Adresse eindeutig zuzuweisen sein.

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Eintracht-Präsident Peter Fischer hatte Ende Mai in der „Bild" eingeräumt, dass sich ein bereits im März entlassener Nachwuchstrainer alleinverantwortlich unberechtigten Zugriff verschafft hatte. Kost behauptet nun im Bericht: „Die Häufigkeit und intensive Nutzung über 22 Monate lässt den Rückschluss zu, dass es sich nicht nur um eine Einzelperson handelt.“

RB-Scouting ausspioniert?

Außerdem sollen sich die Beschuldigten über den RB-Account nicht nur kostenlos Informationen erschlichen, sondern auch das Scouting der Roten Bullen ausspioniert haben. So meint Kost: „Die Leipzig-Scouts können über den Zeitraum von 22 Monaten eigentlich zwei Abrechnungen stellen: einmal für RB, ein anderes Mal für Frankfurt. Frankfurt wusste über das Portal definitiv, was in Leipzig abgeht, wer gescoutet wurde.“ Bei Eintracht Frankfurt laufe nun laut „Sport Bild“ eine interne Prüfung der Vorwürfe.

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Kost gibt derweil Einblicke, wie der Diebstahl aufgeflogen sein soll: „Die Sache ins Rollen brachte erst ein hochrangiger Eintracht-Mitarbeiter, der gegenüber einem Leipzig-Boss mit dem kostenlosen Zugang prahlte.“ Laut Sport Bild hatte Frankfurts Chefscout Ben Manga Leipzigs ehemaligen „Leiter Sport“ Jochen Schneider informiert.

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