12. November 2020 / 13:58 Uhr

Nach Debüt bei Löw: Wolfsburgs Baku muss wieder zur U21

Nach Debüt bei Löw: Wolfsburgs Baku muss wieder zur U21

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ridle Baku vom VfL Wolfsburg machte am Mittwoch sein erstes A-Länderspiel - und wechselt jetzt wieder zur U21.
Ridle Baku vom VfL Wolfsburg machte am Mittwoch sein erstes A-Länderspiel - und wechselt jetzt wieder zur U21. © imago images/Picture Point LE
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Beim 1:0-Sieg der DFB-Elf gegen Tschechien feierte Ridle Baku vom VfL Wolfsburg sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. Im Kader für die nächsten beiden Spiele bleibt er jedoch nicht - sondern reist wieder zur U21.

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Es war ein Debüt mit mehr als Licht als Schatten - aber dass Ridle Baku vom VfL Wolfsburg nach seinem ersten A-Länderspiel für Deutschland zur festen Größe im Kader von Joachim Löw wird, ist (noch) unwahrscheinlich. Denn trotz des Ausfalls von Bayern-Star Joshua Kimmich (der ohnehin auch im Mittelfeldspiel spielen kann) ist die Konkurrenz auf der rechten Seite groß - und Baku muss jetzt erst einnal wieder zur U21.

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„Er ist noch ein junger Spieler, er muss noch weitere Entwicklungsstufen machen", sagte Löw nach dem 1:0-Sieg gegen Tschechien über Baku. "Aber gerade in der ersten Halbzeit hat er viel Druck gemacht." Der neben Baku zweite Debütant, Philipp Max von der PSV Eindhoven, konnte sich derweil etwas mehr ins Rampenlicht spielen. „Beide waren sehr intensiv unterwegs, man hat gespürt, dass sie mutig ins Spiel reingegangen sind", so Löw, der aber auch anmerkte: "Mit den Neuen kann man zufrieden sein. Ridle hat sich bemüht auf der rechten Seite. Philipp war sehr, sehr gut."

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Baku selbst war nach dem Spiel vor allem "unfassbar stolz" und sprach von einer "großen Ehre", denn: "Natürlich ist es ein schönes Gefühl, für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen. Jedes Kind träumt davon, ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Und wir haben das Spiel auch noch gewonnen, zu null vor allen Dingen. Wir können so weiterspielen, dann werden wir auch weitere Siege einfahren."

Dass er von der A-Nationalmannschaft als "Wir" spricht, zeigt sein Selbstbewusstsein - für die anstehenden Nations-League-Spiele gegen die Ukraine und in Spanien muss er aber weichen. "Wir haben nicht mehr viele Spiele", so Löw. "Es geht jetzt um das Einspielen", die beiden Partien jetzt werde er darum "in Bestbesetzung" angehen. Unabhängig von der Frage, ob Löw beim 3-4-3 bleibt oder hinten wieder mit Viererkette spielt, dürfte darum der Neu-Leipziger Benjamin Henrichs auf der Baku-Position erste Wahl sein - der allerdings war zuletzt angeschlagen und wurde auch darum gegen Tschechien geschont. Mit Thilo Kehrer (Paris) und Lukas Klostermann (Leipzig) fallen zwei Spieler für die rechte Defensiv-Position aktuell aus, allerdings können auch der Dortmunder Emre Can und der Gladbacher Matthias Ginter bei Bedarf dort eingesetzt werden.

Mit der U21, bei Baku schon vorher eine feste Größe war, trifft der VfLer am Dienstag in der EM-Qualifikation auf Wales, beim Test am Donnerstagabend gegen Slowenien ist er noch nicht dabei. Neben Baku werden auch Dortmunds Nico Schulz sowie die angeschlagenen Robin Gosens und Jonas Hofmann das A-Team verlassen.

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Von Marcel Schäfer bekam Baku nach seinem Löw-Debüt eine Nachricht aufs Handy. "Ich habe geschrieben, dass ich mich sehr für ihn freue und habe ihm gratuliert. Er wird sicher viele Nachrichten beantworten müssen...", so der VfL-Sportdirektor. Seine Einschätzung: ".Es war ein sehr gutes Debüt, er war sehr engagiert und offensivfreudig. Die Mannschaft hat zu null gespielt, für einen Abwehrspieler ein rundum gelungener Auftritt." Und das in für den Spieler turbulenten Zeiten: "Wenn man die letzten Wochen Revue passieren lässt, war es sehr turbulent für ihn mit dem Vereinswechsel und jetzt dem Debüt in der A-Nationalmannschaft. Das ist sehr erfreulich, insbesondere für ihn." Die Länderspiel-Erfahrung könne dem Neu-VfLer nun "einen Schub geben, aber er ist gut beraten, sich auf seine Aufgaben im Verein zu konzentrieren. Wenn er so weitermacht wie bisher, kommen viele Dinge von allein. Es wird nicht sein Ziel gewesen sein, nur ein Länderspiel zu machen. Und ich glaube, dass es deutlich mehr werden können. Aber die Voraussetzung dafür ist die tägliche Arbeit."