04. November 2019 / 10:46 Uhr

Nach dem 1:3 in Stuttgart: Dynamo Dresden fühlt sich wie in einem „Horror-Film“

Nach dem 1:3 in Stuttgart: Dynamo Dresden fühlt sich wie in einem „Horror-Film“

dpa
Dynamo Dresdens Coach Cristian Fiel tröstet seinen Spieler Jannik Müller nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart. 
Dynamo Dresdens Coach Cristian Fiel tröstet seinen Spieler Jannik Müller nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart.  © dpa
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Nach der siebten Saisonniederlage ist Dynamo Dresden Tabellenschlusslicht. Vor dem Keller-Duell mit Wehen Wiesbaden kritisiert Trainer Cristian Fiel die stetigen individuellen Fehler seiner Spieler.

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Stuttgart/Dresden. Die Analyse begann für Cristian Fiel erst spät in der Nacht. Zunächst wollte der Trainer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden seine Mutter im nahe gelegenen Esslingen am Neckar besuchen. „Ich habe meine Mutter lange nicht gesehen, deswegen steht sie heute Mal im Vordergrund. Wenn sie dann schläft, guck ich mir das Spiel auf dem Computer an“, sagte der 39-Jährige mit ruhiger Stimme.

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VfB Stuttgart - SG Dynamo Dresden (3:1) Zur Galerie
VfB Stuttgart - SG Dynamo Dresden (3:1) ©
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Zuvor hatte sich Fiel nach der 1:3-Niederlage beim Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart fast in Rage geredet. Denn wie die siebte Saison-Pleite zustande kam, verglich der Spanier mit dem Drehbuch eines „Horror-Films“ und holte aus: „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Diese individuellen Fehler tun einfach unfassbar weh. Doch es geht gar nicht um einzelne Spieler, wir stehen zusammen. Und wir müssen es zusammen auch hinbekommen. Dieses Mal waren es Spieler X und Y, das letzte Mal die Spieler Z und V. So zieht sich das eben durch.“

Fiel wirkt ratlos

Wie sich diese Fehler abstellen lassen, darauf hat Fiel keine Antwort. Angesichts der aktuellen Misere wäre diese aber dringend notwendig. Denn nach der fünften Pleite in Serie ist Dynamo inzwischen Tabellenschlusslicht. Nie stand der achtmalige DDR-Meister in seinen acht Zweitliga-Spielzeiten zuvor schlechter da. Selbst in der Abstiegssaison 2013/14 hatte der damalige Vorletzte nach zwölf Spieltagen mit zwölf Punkten drei Zähler mehr auf dem Konto.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zur 1:3-Niederlage in Stuttgart

Cristian Fiel (Dynamo Dresden ): Wir wollten diesen Schwung aus Berlin mitnehmen, auch wenn es dort ein bitterer Abschluss war. Wir wollten dem VfB nicht die Möglichkeit geben, sein Spiel aufzuziehen. Aber wir hatten immer wieder unsere Probleme, die Bälle zu verteidigen. Was unfassbar weh tut, ist so ein Fehler nach zwei Minuten, wo wir dem VfB das Tor schenken. Dann wird es natürlich nicht leichter. Wir kommen dann aus der Halbzeitpause raus und kriegen den Elfmeter. Das Selbstbewusstsein kommt zurück. Trotzdem war der VfB immer wieder gefährlich, das ist klar. Aber wenn du die Chancen, wie wir sie bekommen haben, nicht nutzt, wird es schwer, Spiele zu gewinnen. Zur Galerie
Cristian Fiel (Dynamo Dresden ): "Wir wollten diesen Schwung aus Berlin mitnehmen, auch wenn es dort ein bitterer Abschluss war. Wir wollten dem VfB nicht die Möglichkeit geben, sein Spiel aufzuziehen. Aber wir hatten immer wieder unsere Probleme, die Bälle zu verteidigen. Was unfassbar weh tut, ist so ein Fehler nach zwei Minuten, wo wir dem VfB das Tor schenken. Dann wird es natürlich nicht leichter. Wir kommen dann aus der Halbzeitpause raus und kriegen den Elfmeter. Das Selbstbewusstsein kommt zurück. Trotzdem war der VfB immer wieder gefährlich, das ist klar. Aber wenn du die Chancen, wie wir sie bekommen haben, nicht nutzt, wird es schwer, Spiele zu gewinnen." ©

Diese müssen am Freitag eingefahren werden. Dann kommt das nur einen Punkt bessere Wehen Wiesbaden zum Keller-Duell ins Rudolf-Harbig-Stadion. „Wir kommen nicht drumherum, dass man am Freitag einfach gewinnen muss“, sagte Kapitän Marco Hartmann. Doch wie das in der aktuell prekären Situation ohne vorhandenes Selbstvertrauen gelingen soll, weiß auch der 31-Jährige nicht: „Einreden kannst du es dir nicht. Am Freitag alles raushauen und gegen einen Gegner gewinnen, der schlagbar ist.“

Wie es gehen kann und muss, zeigte Torwart Kevin Broll auf. Der 24-Jährige fordert „Kampf, pures Herz und Leidenschaft.“ Eigenschaften, die im Abstiegskampf eigentlich unabdingbar sind und auch von Seiten der Anhänger zuletzt - mit Ausnahme der Pokal-Partie in Berlin - immer wieder in Abrede gestellt wurden.

Wichtiges Kellerduell gegen Wehen Wiesbaden

Am Dienstag beginnt die kurze Vorbereitung auf das Keller-Duell. Sondermaßnahmen wie Kurzzeittrainingslager schließt Fiel aber aus. „Ich bin kein Freund davon die Mannschaft abzuschotten“, sagt der Spanier. „Man schläft am Besten in seinem eigenen Bett und hat noch dazu seinen geregelten Ablauf.“

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in Stuttgart in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Streckt sich beim platzierten Volley-Abschluss von Marc-Oliver Kempf in der 3. Minute vergeblich und muss somit schon kurz nach Anpfiff machtlos zusehen, wie der Ball zur Stuttgarter Führung hinter ihm einschlägt. An der Entstehung des Eckballs hatte er aber eine Aktie, weil er dem Gegner den Ball in die Füße spielt. Nach einer knappen halben Stunde in einigen Situationen aufmerksam zur Stelle. Beim 0:2 in der 38. Minute durch Santiago Ascacibar von seinen Vorderleuten im Stich gelassen und als letzter Mann auf der Linie erneut chancenlos. Starke Paraden unter anderem in der 75. und 77. Minute – hält Dynamo damit im Spiel. Der Ball vorm 1:3 durch Wamangituka in der 84. Minute wird durch Jannik Müller für ihn unhaltbar abgefälscht. Note 3,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Streckt sich beim platzierten Volley-Abschluss von Marc-Oliver Kempf in der 3. Minute vergeblich und muss somit schon kurz nach Anpfiff machtlos zusehen, wie der Ball zur Stuttgarter Führung hinter ihm einschlägt. An der Entstehung des Eckballs hatte er aber eine Aktie, weil er dem Gegner den Ball in die Füße spielt. Nach einer knappen halben Stunde in einigen Situationen aufmerksam zur Stelle. Beim 0:2 in der 38. Minute durch Santiago Ascacibar von seinen Vorderleuten im Stich gelassen und als letzter Mann auf der Linie erneut chancenlos. Starke Paraden unter anderem in der 75. und 77. Minute – hält Dynamo damit im Spiel. Der Ball vorm 1:3 durch Wamangituka in der 84. Minute wird durch Jannik Müller für ihn unhaltbar abgefälscht. Note 3,5 ©

Auch Hartmann sieht darin „absoluten Quatsch. Sondermaßnahmen suggerieren immer eine Art Teambuilding. Du musst dich auf dem Platz auf die Leute verlassen können. Ich kann das.“ Der Mittelfeldspieler fand in der Stuttgart-Pleite auch Positives: „So viele Torchancen wie in Stuttgart und in Berlin hätten wir uns zuvor gewünscht.“

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