29. September 2019 / 18:31 Uhr

Nach dem 4:3-Sieg von Lok Leipzig gegen Nordhausen: Was macht denn Patrick Wolf da vorne?

Nach dem 4:3-Sieg von Lok Leipzig gegen Nordhausen: Was macht denn Patrick Wolf da vorne?

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Trifft nicht alle Tage, gegen Nordhausen dagegen schon: Lok-Verteidiger Patrick Wolf.
Trifft nicht alle Tage, gegen Nordhausen dagegen schon: Lok-Verteidiger Patrick Wolf. © Picture Point
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Von Papa Wolfgang gab es eine Rüge. Doch der Frevel sollte sich für Patrick Wolf und den 1. FC Lok Leipzig auszahlen.

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Leipzig. Jubelnd rutschte Patrick Wolf auf seinem Bauch Richtung Fans. Eben hatte er beim 4:3-Sieg am Freitag gegen Nordhausen mit seinem Kopfballtor zum 4:2 die Vorentscheidung erzielt. Nach dem Match durfte er sich etwas von Papa Wolfgang anhören. „Er hat mich gefragt, was ich beim Stand von 3:2 so spät im Spiel da vorne mache“, verriet der Lok-Verteidiger schmunzelnd und erklärte: „Ich hatte einfach das Gefühl, dass wir noch einen machen können. Ich fühlte mich körperlich gut und dachte mir: ,Ich gehe mal mit vor!’“

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1. FC Lokomotive Leipzig - FSV Wacker Nordhausen (4:3) Zur Galerie
1. FC Lokomotive Leipzig - FSV Wacker Nordhausen (4:3) ©

Wolf junior hatte den richtigen Riecher und jubelte ausgelassen. Dabei war lange unklar, ob der 30-Jährige wegen einer beim BFC erlittenen Platzwunde an der Wange würde auflaufen können. „Er hat es Donnerstag im Abschlusstraining entschieden“, so Sportdirektor Wolf senior, der am Einsatz des Filius keine Zweifel hatte. „Es war klar, dass er spielt. Ich kenne ihn ja!“ War der 4:3-Erfolg gegen das Team von Heiko Scholz eine Ansage an die Liga? „Nein quatsch! Aber das war heute die alte Lok-Mannschaft, so wie sie mir gefällt“, freut sich der 62-jährige Wolf. „Wir waren nicht zufrieden mit den Unentschieden in den letzten Wochen. Mir hatten in den beiden Spielen Leidenschaft und Siegeswille gefehlt. Doch wir sind Lok Leipzig und die Gegner haben sich nach uns zu richten und nicht umgekehrt“, legte der im Sommer gekommene Pfälzer selbstbewusst nach.

„Es fühlt sich überragend an“

Logische Töne vor dem Sonntag-Derby bei Chemie nach zehn ungeschlagenen Spielen. Exemplarisch war die Platzwunde von Stürmer Djamal Ziane und sein provisorischer Turban aus der Sammlung von Dieter Hoeneß. „Scheinbar sind Platzwunden jetzt In bei uns“, mutmaßte der Sportdirektor, der vor dem Derby mahnt: „Ich bin unzufrieden mit den leichten Gegentoren. Wir waren wir zu weit weg vom Gegner.“

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Das könnte in Leutzsch bestraft werden: Chemie-Coach Miroslav Jagatic war am Freitag zum intensiven Gegnerstudium im Bruno-Plache-Stadion und wird auch gesehen haben, dass Nordhausen trotz drückender Überlegenheit der Leipziger aus quasi keiner Torchance drei Buden gemacht hat. Doch halb so wild für die Wolf-Familie. „Unser offensives Spiel birgt die Gefahr, dass hinten die Abwehr immer viele Eins gegen Eins Situationen hat. Das geht manchmal gut, manchmal nicht“, so Wolfgang Wolf. Und Patrick: „Wacker ist nun mal eine Topmannschaft, die machen aus wenig viel!“ Außerdem überwiegen nach einem gewonnen Spitzenspiel-Fight inklusive Bauchrutscher ganz andere Emotionen: „Es fühlt sich überragend an, mal wieder zu Hause gewonnen zu haben!“