10. Juni 2020 / 14:06 Uhr

Nach dem Corona-Stopp: Der TuS Bothfeld dreht endlich wieder am Rad

Nach dem Corona-Stopp: Der TuS Bothfeld dreht endlich wieder am Rad

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Endlich ist beim TuS Bothfeld wieder Action auf dem Rasen. Die Turnerinnen schlagen Rad, die Basketballer legen Ball in den Korb. TuS-Sportwart Thomas Riebe hatte zuletzt viel Arbeit.
Endlich ist beim TuS Bothfeld wieder Action auf dem Rasen. Die Turnerinnen schlagen Rad, die Basketballer legen Ball in den Korb. TuS-Sportwart Thomas Riebe hatte zuletzt viel Arbeit. © Florian Petrow
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Durch die Corona-Pandemie hatten auch die Sportler des TuS Bothfeld mit großen Einschränkungen zu kämpfen. Jetzt sind die einzelnen Abteilungen wieder auf den Platz - der auch in den Sommerferien komplett geöffnet bleibt - und genießen die neue Freiheit. Auch ein neuer Mehrzweckraum wurde gebaut.

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„Mädels, Ab­stand“, schreit einer der Trainer quer über die Anlage, als drei junge Mädchen plaudernd auf das Gelände schlendern und sich nicht an die Abstandsregeln halten. Die Corona-Krise ist auch bei TuS Bothfeld immer noch allgegenwärtig. Am Eingang der Vereinsanlage sitzt einer der drei jungen Erwachsenen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren und kontrollieren, wer auf die Anlage kommt. „Das läuft im Schichtbetrieb“, erklärt TuSSportwart Thomas Riebe.

Ein- und Ausgang sind mit Flatterband abgetrennt, Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen, dürfen nicht auf die Anlage, sondern müssen vor dem Zaun warten.

Neue Mitglieder fehlen wegen der Krise

Auf dem Gelände wird aber fleißig geschwitzt. Die Basketballer befördern per Korbleger den Ball ins Netz, die Turner üben auf Matten auf dem Rasen, die Leichtathleten springen über Hürden, die Speerwerfer laufen sich warm, und fast am Ende der Anlage lassen die Bogenschützen ihre Pfeile fliegen. Alles in kleineren Gruppen – aber endlich wieder Sport. „Es war eine lange Zeit. Und immer wieder kamen Fragen: Wann dürfen wir denn endlich wieder? Die Freude über den Start war dann dementsprechend groß“, sagt Riebe.

Durch die Krise ist TuS „insgesamt ganz glimpflich gekommen“. Weil keine eigene Vereinsgaststätte vorhanden ist, gab es keinen finanziellen Kompletteinbruch, dazu kommen nur zehn Vereinsaustritte in den vergangenen Monaten. „Und da wissen wir nicht, ob die wirklich durch Corona bedingt waren oder ob die Leute zum Beispiel umgezogen sind. Insgesamt müssen wir uns wirklich bei den Mitgliedern herzlich bedanken, dass die uns so toll die Stange gehalten haben“, so Riebe.

Was allerdings fehlt, sind neue Mitglieder. Das Frühjahr ist für de­- ren Gewinnung traditionell geeignet – wenn nur nicht die Pandemie Einzug gehalten hätte. „Das sind rund 90 Eintritte, die uns fehlen“, sagt Riebe.

Bilder vom Sport beim TuS Bothfeld in der Corona-Pandemie

Die Bogenschützen freuen sich, die Pfeile wieder fliegen zu lassen. Zur Galerie
Die Bogenschützen freuen sich, die Pfeile wieder fliegen zu lassen. ©

Turnerinnen bekamen Challenges für zu Hause

Rund 2200 Mitglieder hat der Verein aktuell, verteilt auf 13 Abteilungen. Für die Zeit, als nicht auf der Anlage trainiert werden konnte, musste TuS Bothfeld kreativ sein. Die Turnerinnen haben zum Beispiel wö­chent­lich eine Challenge für zu Hause bekommen. „Die Eltern haben gefilmt und mir das Material zukommen lassen“, sagt Trainerin Nadja Groth, „einige haben sogar Fortschritte gemacht, ob­wohl der Kontakt fehlte. Alle waren sehr motiviert, aber sind jetzt auch froh, wieder hier zu sein.“

Und für den Sommer ändert TuS seinen Plan: Normalerweise war in den Ferien immer eine Seite des Platzes zur Regeneration gesperrt, in diesem Jahr wird aber der gesamte Platz offen sein, damit die Mitglieder trainieren können. Das große Handballturnier, das immer 3000 bis 4000 Euro in die Kasse gespült hat, wird dennoch ausfallen.

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Neuer Mehrzweckraum wurde geschaffen

Nach und nach hofft TuS auf weitere Lockerungen, alles in enger Absprache. „Wir bleiben aber sehr vorsichtig“, so Riebe. Alle zwei Wochen gibt es ein virtuelles Meeting mit anderen großen Vereinen der Stadt sowie dem Stadtsportbund. Dann wird über die Krise, weitere Maßnahmen und wie es andere Vereine machen, diskutiert. Der Hygieneplan wurde vom Vorstand erarbeitet und dann über die Abteilungsleiter an die Trainer weitergegeben. Über alle Regeln informiert der Verein auf seiner Homepage, dort sind zum Beispiel die Bedingungen für die Sportplatznutzung oder auch die aktuelle Belegung der Anlage zu finden.

Die Zwangspause haben die Bothfelder aber auch genutzt, um sich zu erweitern. Ein neuer Mehrzweckraum wurde geschaffen. Im Haushalt war der Umbau schon im vergangenen Jahr verabschiedet worden und wurde jetzt während der Corona-Krise umgesetzt. „Darin kann dann zum Beispiel Yoga oder Pilates stattfinden“, erklärt Riebe.