31. Dezember 2019 / 15:48 Uhr

Nach dem verpatzten Saisonstart will Inter Türkspor Kiel die Abstiegsränge bald verlassen

Nach dem verpatzten Saisonstart will Inter Türkspor Kiel die Abstiegsränge bald verlassen

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Inter Türkspors Ali Kalma (Mitte) wird von Husums Tarek Yassine (re.) umgerissen. In der Rückrunde brauchen die Kieler mehr Stabilität.
Inter Türkspors Ali Kalma (Mitte) wird von Husums Tarek Yassine (re.) umgerissen. In der Rückrunde brauchen die Kieler mehr Stabilität. © Uwe Paesler
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Wie ein Spiel alles verändern kann. Durch den 2:0-Sieg bei Eutin 08 im letzten Auftritt vor der Winterpause verkürzte Inter Türkspor Kiel den Abstand zur Nichtabstiegszone auf zwei Punkte und wittert im Kampf um den Oberliga-Klassenerhalt Morgenluft.

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„Durch diesen Sieg gehen wir mit einem guten Gefühl in die Winterpause. Lindholm, Eutin und auch Husum liegen nur noch zwei, drei Punkte vor uns. Wir sind dran. Jetzt kommt es auf die Vorbereitung im Winter an. Neben der Fitness müssen wir uns den Feinschliff holen. Wir brauchen unbedingt eine vernünftige Vorbereitung“, erklärt Inter-Trainer Özcan Atasoy leidvoll. Die „miserable“ Vorbereitung zum Saisonstart war seiner Meinung nach Ursache für die prekäre Situation, in der sich das Ostuferteam befindet. „Wir hatten die Spieler nur eine Woche komplett zusammen. Die anderen fünf Wochen fehlten viele wegen Urlaub oder verletzungsbedingt. Über weite Strecken haben wir mit zehn, zwölf Spielern trainiert und konnten nichts einstudieren. Das führte zu einer einseitigen Belastung. Wir wussten, dass der Start deshalb schwer werden würde und hätten uns ein paar Punkte mehr gewünscht. Dass es aber so schlecht laufen würde, damit hat niemand gerechnet. An dieser Hypothek haben wir heute noch zu tragen“, schildert Atasoy die Ausgangsposition.

Türkspor startete mit sieben Niederlagen in Folge und stand am Abgrund. Erst am achten Spieltag gelang der erste Saisonsieg. Das 3:2 gegen den Aufsteiger Eckernförder SV war der Beginn einer Kehrtwende, die aber im weiten Bogen vollzogen wurde. Nach weiteren vier Punkten gegen Lindholm (1:1) und Kropp (1:0) gab es immer wieder schlimme Rückschläge wie gegen Phönix Lübeck (0:5) oder Oldenburg (4:7). Als die Spieler ihre Leistungen regelmäßiger abriefen, stellte sich prompt der Erfolg ein. Eichede (2:0) und Husum (2:1) wurden mit letzter Kraft und ein wenig Glück niedergerungen. „Wir haben eine gute Truppe zusammen. Die Jungs müssen aber ihr Potenzial auch bringen, damit wir Erfolg haben“, weiß Atasoy, den vor allem die Entwicklung von Warhell Amadi freut. Amadi brauchte nach einem Kreuzbandriss zwar eine lange Anlaufphase, ist nun aber in der Innenverteidigung eine feste Größe.

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Auf konstant hohem Level haben auch die Gebrüder Arian und Alban Jasari gespielt. Arian macht auf der linken Verteidigerposition eine gute Figur, während Alban dem Angriff bis zu seiner Schulterverletzung Schwung gab. Zur Rückrunde sollte der Stürmer wieder einsatzbereit sein. Dreh- und Angelpunkt in der Kreativabteilung ist Neuzugang Rezan Acer, der aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken ist, während Shpend Meshekrani als „heimlicher Leader“ vor der Abwehr als „cleverer Stratege“ die Fäden zieht. Personell scheint Türkspor gut besetzt. Vor allem wenn die Stürmer Driton Gashi und Erdogan Cumur, die lange Zeit verletzt waren, wieder voll austrainiert sind. Noch sprechen die Zahlen allerdings eine andere Sprache. Im Vorjahr brachte es die Inter-Offensive auf 63 Treffer, im Aufstiegsjahr gar auf 71. In der laufenden Saison erzielte Türkspor gerade einmal 27 Tore. Eine schwache Ausbeute.

Kaum besser ist die Defensive. Die Kieler kassierten im Schnitt knapp drei Tore pro Spiel. Die Zahlen sind auch Özcan Atasoy nicht verborgen geblieben, der dafür auch das fehlende Zusammenwirken der ganzen Mannschaft verantwortlich macht. Gerade der Auftritt als verschworene Gemeinschaft ist eine Grundvoraussetzung, um im Abstiegskampf bestehen zu können. „Der Teamspirit ist ganz wichtig. Da werden wir während unseres einwöchigen Trainingslagers in Antalya ansetzen“, will Atasoy nichts unversucht lassen, um Inter Türkspor Kiel in die vierte Oberligasaison zu führen.

Inter Türkspor Kiel: Platz 14, 19 Spiele, 5 Siege, 1 Unentschieden, 13 Niederlagen. 27:51 Tore, 16 Punkte. Erfolgsserie: 3 Spiele in Folge ungeschlagen. Negativserie: 7 Niederlagen in Folge. Höchste Siege: 2:0 SV Eichede (H), 2:0 Eutin 08 (A). Höchste Niederlagen: 0:5 Phönix Lübeck (A), 1:5 Preußen Reinfeld (H), 3:6, 4:7 Oldenburger SV (H, A). Torjäger: Kastriot Alija: 6 Tore. Rückrundenstart: 29. Februar: TSB Flensburg (H).

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