08. Mai 2020 / 19:40 Uhr

Nach der Corona-Pause: So lief das erste Training beim 1. FC Wolfsburg

Nach der Corona-Pause: So lief das erste Training beim 1. FC Wolfsburg

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Porschestadion, Fußball, Training 1. FC Wolfsburg, erste Mannschaft steigt nach Coronabeschränkungen wieder ins Training ein
Auf Abstand: Der 1. FC Wolfsburg trainiert wieder, Trainer Mohammed Rezzoug war mittendrin. © Roland Hermstein
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Sie dürfen wieder, aber viele Vereine wollen noch gar nicht: Seit Mittwoch ist Fußballtraining auf Sportplätzen wieder gestattet. Als zwei der ersten Klubs der NFV-Kreise Wolfsburg und Gifhorn haben Bezirksligist 1. FC Wolfsburg und Landesligist MTV Isenbüttel ihre jeweils erste Einheit nach der verordneten Trainingspause hinter sich gebracht. Anderen Mannschaften ist das allerdings noch zu heikel.

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80 Minuten Training, Übungen mit mindestens eineinhalb Metern Abstand, kein Körperkontakt: Die erste Einheit des 1. FC Wolfsburg war definitiv anders als sonst, vor eine große Herausforderung hat sie Mohammed Rezzoug nicht gestellt. „Ich sehe es als Abenteuer und finde es gar nicht so schlecht. Man lernt dabei auch Disziplin. Den Trainingstag habe ich mit meinen Trainerkollegen drei, vier Tage erarbeitet, aber die meisten Übungen fallen mir ohnehin meist direkt auf dem Platz ein“, so der Wolfsburger Trainer schmunzelnd.

Training 1. FC Wolfsburg

Bei herrlichem Sommerwetter um die 20 Grad ging’s im Porschestadion wieder rund. Seine Jungs hat der Coach in drei Gruppen à vier bis fünf Personen aufgeteilt und verschiedene Stationen erstellt. Von Fußballtennis über Passübungen bis hin zum Torschuss war auf sattem Grün fast alles dabei – nur Zweikämpfe nicht, die sind untersagt. Dafür aber auch mal Torjubel, allerdings ohne Körperkontakt. Ansprachen gab's auf Abstand. Rezzoug war anschließend zufrieden: „Die Jungs haben richtig Bock, wieder auf den Rasen zu können. In Zukunft wollen wir zweimal die Woche trainieren.“

Erste Trainingseinheit des 1. FC Wolfsburg nach der Corona-Krise

Mit Abstand: So lief das erste Training beim 1. FC Wolfsburg nach der Corona-Krise. Zur Galerie
Mit Abstand: So lief das erste Training beim 1. FC Wolfsburg nach der Corona-Krise. ©

Andere Vereine stecken noch in den Planungen. Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg könnte beispielsweise nächste Woche wieder starten. Die Bezirksligisten TSG Mörse, TuS Neudorf-Platendorf und die FSV Adenbüttel/Rethen streben einen Re-Start in den Trainingsbetrieb ebenfalls nach dem Wochenende an. Der VfB Fallersleben will am Dienstag oder am Freitag wieder starten.

Das Problem: Es gibt noch einige offene Fragen. "Es sind einige Dinge aus meiner Sicht noch nicht ganz klar", sagt Mörse-Coach Thomas Orth. Immerhin gab's vom DFB am Freitag einen 16-seitigen Leitfaden für die Vereine. "Bei uns wäre ein Großteil der Jungs dabei", freut sich Adenbüttels Trainer Michael Horst. So geht's auch Platendorf-Coach Ralf Schmidt, dennoch betont er: "Das kann man bestimmt nicht als Einheit ansehen."

Trainingseinheit 1. FC Wolfsburg

In anderen Klubs wird hingegen noch gar nicht geplant. Oberligist MTV Gifhorn wartet ebenso noch ab wie die Bezirksliga-Teams des VfR Wilsche/Neubokel, des VfL Wahrenholz und des TSV Hillerse. Kreisligist SSV Kästorf II kann noch gar nicht auf den Rasen, zur Benutzung braucht es zunächst grünes Licht von der Stadt. Trainer Basti Ludwig betont aber auch: "Es macht keinen Sinn mit diesen krassen Auflagen zu trainieren, wenn wir erst im September wieder spielen sollten. Und ich möchte diese Verantwortung auch gar nicht übernehmen."

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Dem schließt sich auch José Salguero, Trainer des Landesligisten SV Reislingen/Neuhaus an: "Die Sicherheitsauflagen und Verantwortungen sind für Trainer, Spieler und den Verein immens. Wir prüfen intensiv, ob das den Nutzen zu diesem Zeitpunkt nicht übersteigt, bevor wir in Aktionismus verfallen." Burkhard Kick von Staffelkonkurrent SSV Vorsfelde sieht die Wiederaufnahme des Trainings ebenfalls kritisch: "Ich bin der Meinung, es hilft im Fußball niemandem weiter - es ist wirklich nur bewegen und vielleicht mal andere Leute wiederzusehen."

Wie es mit der laufenden Saison weitergeht, ist noch offen. Der NFV forciert einen Saisonabbruch, dieser ist aber nicht in der Satzung vorgesehen. Daher braucht es einen außerordentlichen Verbandstag. Die Beschlussvorlage wurde gestern an die Kreisverbände geschickt. Diese haben nun bis Montag (19 Uhr) Zeit, darüber zu beraten. Dann treffen sich die Vorsitzenden mit dem Präsidium im virtuellen Raum, um das weitere Vorgehen zu beraten,