25. März 2020 / 13:47 Uhr

Nach der Olympia-Entscheidung: Erleichterung aber auch Probleme bei Dresdner Athleten

Nach der Olympia-Entscheidung: Erleichterung aber auch Probleme bei Dresdner Athleten

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Martin Wolfram, Tina Punzel und Tom Liebscher richten ihren Blick jetzt auf 2021.
Martin Wolfram, Tina Punzel und Tom Liebscher richten ihren Blick jetzt auf 2021. © DNN-Archiv
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Die Verschiebung der Olympischen Spiele auf das kommende Jahr trifft auch einige Dresdner Spitzensportler. Sie begrüßen die Entscheidung, haben nun aber auch mit zahlreichen daraus resultierenden Problemen zu kämpfen.

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Dresden. Mit den Olympischen Sommerspielen ist das größte Sportereignis des Jahres dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Tokio 2020 soll nun ein Jahr später steigen. Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher vom KC Dresden begrüßt die Verschiebung. „Ich bin erstmal froh, dass sie verschoben werden und nicht ganz ausfallen“, sagte der der 26-Jährige am Mittwoch. Dennoch sieht der mehrfache Weltmeister der Zukunft auch mit gemischten Gefühlen entgegen. „Ich muss mich erstmal sortieren. An diesem Szenario hängt ja einiges dran“. Sein ganzes Leben sei auf die Sommerspiele in Tokio ausgerichtet gewesen. „Ich habe deshalb schon drei Urlaubssemester genommen, müsste ja jetzt noch einmal zwei nehmen. Natürlich werde ich versuchen, trotz Notbetrieb an der Uni die Zeit in diesem Sommersemester zu nutzen, obwohl der Beginn ebenfalls verschoben ist“, erklärte der Student für Verkehrsingenieurwesen.

Verschiebung für Wolfram "optimal"

Auch andere Dinge gebe es zu regeln. „Alle Sponsorenverträge und auch das Stipendium, das wir von der Stadt Dresden bekommen, laufen nur bis August“, betonte Liebscher, der zumindest über die Sportfördergruppe der Bundeswehr zum Teil abgesichert ist.

Auch privat bringen die derzeitigen Einschränkungen wegen der Corona-Krise Probleme mit sich. Seine ungarische Freundin Dora Lucz, ebenfalls Kanutin, hält sich in ihrer Heimat auf. „Wann wir uns sehen können, steht in den Sternen, da die Grenzen dicht sind. Dabei hätten wir gerade jetzt etwas mehr Zeit, die wir gemeinsam verbringen könnten“, meint der Olympiasieger von Rio im Kajak-Vierer, der erst am Dienstag zu Dresdens Sportler des Jahres gekürt worden war. Das Training habe er jetzt erst einmal auf zehn Stunden wöchentlich heruntergefahren, da ohnehin das Bootshaus zu sei.

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<b>1. Platz in der Kategorie Sportlerinnen:</b> Tina Punzel (Wasserspringen). Zur Galerie
1. Platz in der Kategorie "Sportlerinnen": Tina Punzel (Wasserspringen). ©

Wasserspringer Martin Wolfram kommt die Verschiebung nicht ungelegen. Der Olympia-Fünfte befindet sich derzeit noch in der Rehabilitation, nachdem er sich Ende Januar seiner inzwischen vierten Schulter-Operation unterziehen musste. „Ich finde die Entscheidung gut und richtig, sie war alternativlos. Zudem wissen jetzt alle Sportler, was Sache ist und können sich darauf einstellen“, sagte der 28-Jährige und fügte hinzu: „Für mich persönlich ist es sogar optimal. Damit fällt der Stress weg, dass ich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder fit sein muss. Jetzt habe ich Zeit, die weitere Genesung in Ruhe anzugehen und dann richtig Schwung für nächstes Jahr zu holen.“

"Ich hoffe, dass der Quotenplatz erhalten bleibt"

Wasserspringerin Tina Punzel vom Dresdner SC ist erst einmal erleichtert. „Daran führte kein Weg vorbei. Wir haben mit der Nationalmannschaft bereits am Sonntag entschieden, das Training einzustellen und uns nur noch daheim fit zu halten“, sagte die 24-Jährige, die neben dem Berliner Patrick Hausding schon einen Quotenplatz für Tokio erkämpft hatte. . „Ich fühle mich jetzt befreit. Bei der Ungewissheit zuvor hatte ich den Kopf gar nicht mehr frei zum Trainieren. Jetzt aber können wir neu planen“, betonte die vierfache Medaillengewinnerin der Europameisterschaft im vergangenen Jahr.

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Sie habe sich jetzt intensiv damit auseinandergesetzt und blickt zuversichtlich nach vorn: „Ich sehr das Ganze nicht so dramatisch. Ich werde den Sommer jetzt dazu nutzen, im Studium voranzukommen. Außerdem widme ich mich zu Hause Dingen, die sonst liegengeblieben sind“, sagte die Studentin der Wirtschaftswissenschaft. Eines beschäftigt die Ex-Europameisterin vom Dreimeterbrett aber schon: „Ich hoffe, dass der Quotenplatz erhalten bleibt.“

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