09. Mai 2021 / 20:27 Uhr

Nach der Pause wie im Rausch: VfL Potsdam gewinnt auch in Braunschweig

Nach der Pause wie im Rausch: VfL Potsdam gewinnt auch in Braunschweig

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
VfL-Trainer Daniel Deutsch freut sich über den gelungenen Saisonstart.
VfL-Trainer Daniel Deutsch will mit seiner Mannschaft in die 2. Bundesliga aufsteigen. © Julius Frick
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3. Handball-Liga: Handballer des VfL Potsdam erreichen in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga das erste Etappenziel.

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Große Freude machte sich bei Daniel Deutsch am Samstagabend breit. Nicht nur wegen des vierten Erfolgs im fünften Spiel in der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga. Vielmehr noch, weil der Trainer des VfL Potsdam mit seinen Schützlingen das erste Etappenziel erreicht hat. Die Zwischenrunde ist den Adlern nicht mehr zu nehmen, sogar den Gruppensieg kann der VfL aus eigener Kraft schaffen, womit man in den K.o.-Duellen einem vermeintlich schwereren Gegner erstmal aus dem Weg gehen würde. Die hervorragende Ausgangsposition verschafften sich die Drittliga-Handballer durch den 31:16 (11:10)-Auswärtssieg beim Nord-Ost-Staffelkonkurrenten MTV Braunschweig. Dass nach 60 Minuten ein solch klares Endergebnis auf der Anzeigetafel in der Sporthalle „Alte Waage“ prangte, damit war eine Halbzeit lang wirklich nicht zu rechnen.

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„Braunschweig hat das mit ihren Mitteln im ersten Abschnitt sehr gut gemacht, die eigenen Angriffe lange ausgespielt und das Spiel dadurch verschleppt“, erklärte Deutsch. Auch mit der Leistung seiner Mannschaft war er in Durchgang eins keineswegs unzufrieden, vor allem die Defensivarbeit stimmte. Zudem konnten sich die Adler einmal mehr auf Torhüter Jan Jochens verlassen, der mehrfach seine Flügel auspackte. „Jan hat überragend pariert“, lobte sein Coach.

VfL kommt zunächst nicht ins Tempo

Der Treffer von Linksaußen Jardel Suana zum 6:4 bedeutete die erste Zwei-Tore-Führung für Potsdam, der MTV brachte sich aber mit einem anschließenden 4:0-Lauf in Front – 8:6 (17. Minute). „Wir haben uns dem gegnerischen Niveau zwar nicht angepasst, sind aber einfach nicht ins Tempo gekommen“, sagte Deutsch, dessen Team mit einem knappen Vorsprung die Seiten wechselte. In der Pause wurde laut dem 39-Jährigen an „ein, zwei Stellschrauben gedreht“. Mit sichtlichem Erfolg, auch wenn Braunschweig zu Beginn der zweiten Hälfte noch mithalten konnte. Ab der 37. Minute brachen jedoch alle Dämme. Der VfL spielte sich in einen Flow, stand in der Abwehr wie eine schier unüberwindbare Mauer, warf vorne dank schneller Tempogegenstöße nahezu minütlich ein Tor und gewann die zweite Halbzeit mit 20:6. „Das spiegelt das derzeitige Selbstvertrauen wider. Auch die Flexibilität spricht für meine Jungs“, so Deutsch.



Gleich 13 Adler trugen sich in die Torschützenliste ein, die Potsdamer sind für jeden kommenden Gegner extrem schwer ausrechenbar. Zumal auf der Platte erneut ein neues Gesicht zu sehen war. Weil Kevin Struck angeschlagen pausierte, stieß Matthes Langhoff in den Kader. Das 19-jährige Füchse-Talent, das für die neue Saison bereits einen Profivertrag beim Berliner Bundesligisten unterschrieben hat, fügte sich nahtlos ein. Neben Langhoff wurden auch Nils Lichtlein und Robin Heinis aus dem Fuchsbau für die Aufstiegsrunde vom Kooperationspartner installiert. „Emotional und spielerisch war Matthes direkt eine Bereicherung“, berichtete Daniel Deutsch über den Dreifachtorschützen aus dem linken Rückraum, „ich kann die drei Youngster auch als Block zusammenspielen lassen, sie kennen sich ja perfekt.“

Ein Spiel vom Gruppensieg entfernt

Perfekt machen will der VfL Potsdam am kommenden Sonntag (16 Uhr/MBS-Arena) den ersten Platz in der Gruppe A. Dafür braucht es im eigenen Adlerhorst einen Sieg gegen TuS Vinnhorst. „Da kommt ein ganz anderes Kaliber auf uns zu“, weiß Deutsch, der sich mit der Gruppe B und einem möglichen Gegner noch nicht explizit befasst hat: „Ich sehe nur die Ergebnisse und auch die Tabelle. Es geht dort auch sehr ausgeglichen zu, wir schauen aber sowieso nur auf uns.“

VfL: Jochens (15 Paraden), Pellegrini (2) – Heinis (3), Struck, Simic (1), Schwarz (2), Lichtlein (4), Spengler (1), Flödl (1), Ende (1), Akakpo (4), Suana (1), Urios Gonzalez (1), Roosna (7/6), Langhoff (3), Schwark (2)