15. Januar 2020 / 17:19 Uhr

Nach deutscher EM-Auftaktpleite gegen Kroatien: Druck auf Waspo-Trio steigt

Nach deutscher EM-Auftaktpleite gegen Kroatien: Druck auf Waspo-Trio steigt

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Julian Real von Waspo 98 Hannover.
Julian Real von Waspo 98 Hannover. © imago images / Bernd König (Archiv)
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Deutschland hat die EM-Auftaktpartie gegen Kroatien mit 9:17 (2:1, 2:6, 1:6, 4:4) verloren. Der Druck vor dem Spiel gegen die Slowakei am Donnerstag "ist enorm", sagt Kapitän Julian Real von Waspo 98 Hannover.

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Immerhin dreimal in Führung gegangen sind Deutschlands Wasserballer gegen Top-Favorit Kroatien. Anderthalb Viertel sah das gut aus für die DSV-Auswahl zum EM-Auftakt in Ungarn. Da reckte Ex-Hannoveranerin Gesa Deike auf der Tribüne beide Daumen nach oben. Die Frauen-Nationalmannschaft sah in der fast leeren Halle in Budapest zu, Gesa und ihre jüngere Schwester Ira Deike (beide Bayer Uerdingen) erlebten dann, wie die Kroaten immer stärker wurden.

Noch vor der Halbzeit entschieden sie die Partie, Deutschland verlor mit 9:17 (2:1, 2:6, 1:6, 4:4). „Wir sind sehr gut gestartet, darauf müssen wir aufbauen“, sagte Kapitän Julian Real von Waspo 98 Hannover.

Waspo-Torhüter Schenkel mit spektakulärer Parade

Im ersten Abschnitt zeigte Schlussmann Moritz Schenkel von Waspo die spektakulärste Parade der Partie, lenkte einen Wurf aus nächster Distanz mit den Fingern noch an die Unterlatte – und sicherte den Ball vor einem lauernden Kroaten. So führten die Deutschen in der Neuauflage des WM-Viertelfinales nach dem ersten Abschnitt mit 2:1.

Und wenn es noch eines weiteren Weckrufes bedurft hätte, so kam der im zweiten Viertel, als Kroatiens Angreifer Josip Vrlic mit einem Cut über dem Auge behandelt werden musste. „Da waren die richtig sauer, da hätten wir mehr draus machen müssen“, betonte Real. „aber es ist uns nicht gelungen, deren Wut in positive Energie für uns umzuwälzen.“

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Nach der 3:2-Führung hatte der eingebürgerte Niederländer Lucas Gielen von Spandau 04 Billard-Pech, sein Wurf prallte vom linken zum rechten Innenpfosten und wieder heraus.

Im Gegenzug glich Kroatien aus, dann drehte der Vize-Olympiasieger richtig auf. Binnen anderthalb vogelwilden Minuten kassierte Schenkel vier Treffer und sogar die Deutschen waren in dieser Phase erfolgreich. „Das Spiel ist uns entglitten, und dann bestraft ein Weltklasseteam wie dieses jeden Fehler“, so Real.

Schadensbegrenzung misslingt dem deutschen Team

Die Deutschen konnten nicht mehr mithalten, waren vor allem offensiv in ihren Mitteln begrenzt. Schenkel zeigte noch einige Paraden, die Schadensbegrenzung misslang aber. „Wir verlieren um vier bis fünf Tore zu hoch“, betonte Real. Erst in den Schlussminuten ließ es Kroatien lockerer angehen. Da war der Kapitän schon nicht mehr dabei, er musste im dritten Viertel nach einer kuriosen Entscheidung raus: Er hatte lediglich aufs Tor geworfen. Wenig später bekam Real sein drittes Foul. „Ich weiß nicht, wann mir das zum letzten Mal passiert ist“, sagte Real ungläubig.

Am Donnerstag geht es für die Deutschen in der Vierergruppe gegen die Slowakei (unterlag Montenegro mit 4:15) um sehr viel. „Der Druck ist enorm“, sagte Real.