13. Mai 2021 / 20:39 Uhr

Nach DFB-Beben: Matthäus fordert "Generalreinigung" - Schweinsteiger "wieder Ruhe"

Nach DFB-Beben: Matthäus fordert "Generalreinigung" - Schweinsteiger "wieder Ruhe"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus und Bastian Schweinsteiger haben sich über die DFB-Krise geäußert.
Lothar Matthäus und Bastian Schweinsteiger haben sich über die DFB-Krise geäußert. © dpa/IMAGO/MIS/Montage
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Die Führungskrise beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) sorgt weiter für Wirbel. Nach dem angekündigten Rücktritt von DFB-Präsident Fritz Keller und dem bevorstehenden Abschied von Generalsekretär Friedrich Curtius haben sich nun Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und der 2014er-Weltmeister Bastian Schweinsteiger zum DFB-Chaos geäußert.

In der Führungsspitze des DFB bleibt nach dem jüngsten Chaos kaum ein Stein auf dem anderen: DFB-Präsident Fritz Keller hatte am Dienstagabend seine Bereitschaft zum Rücktritt erklären lassen. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius wird den Verband verlassen. Interimsmäßig wird der DFB bis zum nächsten Bundestag mit Neuwahlen, voraussichtlich Anfang 2022 stattfinden soll, von den ersten Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters geführt. Koch wird sich nicht zur Wiederwahl stellen, wie Curtius gehörte er in dem heftigen Richtungsstreit der vergangenen Monaten zu den Gegenspielern von Keller. Jetzt haben erneut Lothar Matthäus und Bastian Schweinsteiger Stellung zur Führungskrise beim Verband genommen. Besonders Matthäus rät zu einem radikalen Schnitt.

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Matthäus: Alles beim DFB "reinigen, was möglich ist"

Rekordnationalspieler Matthäus wiederholte im Vorfeld des DFB-Pokalfinals zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund in seiner Funktion als Experte für den Pay-TV-Sender Sky seine Forderung nach weiteren personellen Konsequenzen in der tiefen DFB-Krise. "Ich bin der Überzeugung, dass wir eine Generalreinigung brauchen", sagte der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft. Es gehe nicht nur um den Präsidenten Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius, sondern auch "um die Leute, die im Hintergrund die Fäden in der Hand gehabt haben". Die kämen "zu glimpflich" davon, meinte der 60-Jährige. "Ich bin der Meinung, dass man da oben alles reinigen muss, was möglich ist." Also alle Personen, "die was in den letzten Jahren zu sagen gehabt haben. Wenn die weiter dabei bleiben, wird sich nie was ändern."

Auch Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger kritisierte den DFB in der ARD: "Das ist ein sehr schlechtes Bild, das der größte Sportverband abgibt und nicht schön anzusehen", monierte der Weltmeister von 2014 und forderte ein, dass beim DFB "wieder Ruhe" einkehren müsse: "Man muss einen Präsidenten finden, der sowohl Vertreter der Amateure als auch der Profis ist", sagte "Schweini" - und blickte gleichzeitig auf mögliche Keller-Nachfolger: "Wen durfte ich erleben, wer kann es auch? Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Aki Watzke, Christian Seifert. Aber man muss jemanden finden, der auch will."

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Mit Augenzwinkern: Schweinsteiger bringt Merkel als DFB-Präsidentin ins Spiel

Mit einem Augenzwinkern brachte Schweinsteiger selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach der Bundestagswahl im Oktober ihr Amt niederlegen wird, ins Spiel: "Ich kenne eine erfahrene Dame, die ist ab Oktober frei, die kennt sich ja aus. Wenn der DFB das will, kann ich vielleicht ein bisschen helfen", witzelte der Ex-Bayern-Profi.

Zuletzt kritisierte auch Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge den DFB scharf: Der Wirbel um Keller könnte nicht nur dem Verband schaden – sondern auch den sportlichen Leistungen der Nationalmannschaft, fürchtete der Bayern-Boss am Samstag bei Sky. Ob es dem DFB gelinge, zur Ruhe zu kommen, werde "eine Schicksalsfrage sein", so Rummenigge. "Man darf nicht vergessen, dass wir in vier Wochen eine Europameisterschaft haben, die auch in München gespielt wird unter anderem." Als Nachfolger für Keller stünde er nicht bereit: "Ich suche jetzt nicht einen Job, der quasi einer Harakiri-Aktion gleichkommt", sagte der FCB-Chef, der im kommenden Jahr von Oliver Kahn an der Spitze des FCB abgelöst wird.