18. Dezember 2019 / 11:07 Uhr

Nach Doppel-Sieg bei der DM: Eintrachts Turngruppe hat nächsten Titel schon im Blick

Nach Doppel-Sieg bei der DM: Eintrachts Turngruppe hat nächsten Titel schon im Blick

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gewannen die deutsche Meisterschaft zum zweiten Mal in Folge: die Turngruppe vom Vfl Eintracht Hannover.
Gewannen die deutsche Meisterschaft zum zweiten Mal in Folge: die Turngruppe vom Vfl Eintracht Hannover. © Florian Petrow
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Die NP-Sportlerwahl 2019 – am 21. Januar küren wir unsere Topathleten bei der Sportgala im Theater am Aegi. Sie bestimmen mit Ihrer Wahl, wer oben steht. Wir stellen täglich einen Kandidaten vor. Diesmal: die Turngruppen-Meister vom VfL Eintracht Hannover.

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Dieses Team ist absolute Spitze in Deutschland. Zum zweiten Mal in Serie gewinnen die Turn-Ladys des VfL Eintracht Hannover die deutsche Meisterschaft. Genug vom Erfolg hat die Turner-Gemeinschaft aber noch lange nicht.

Turnergruppen-Meisterschaft, das klingt nach Turnvater Jahn, sieht bei Ihnen aber so ganz und gar nicht altmodisch aus. Was macht die Faszination Turn-Gruppe für Sie aus?

Nina Traulsen: Der Teamgedanke und die Vielseitigkeit jeder einzelnen Athletin. Wir absolvieren als Gruppe verschiedene Disziplinen und müssen absolute Allrounder sein.

Lina Kunze: Turnen, Tanzen und Gymnastik sind eng verwandt – und doch ganz unterschiedlich. Das Wichtige an unserem Sport ist das Funktionieren als Gruppe. Die Choreografien werden nach Synchronität bewertet, alles muss also ineinanderfließen. Dafür trainieren wir hart, jede Kleinigkeit muss sitzen.

Nina Traulsen: Man muss eine echte Einheit bilden. Wenn man das als Team nicht hinbekommt, kann man dieses Gefühl nicht nach außen transportieren.

Wo liegt denn der Unterschied zwischen Turnen und Gymnastik?

Lina Kunze: Turnen bildet die klassische Variante mit Überschlägen, Flickflacks, Saltos und Partnerakrobatik. Bei der Gymnastik verwenden wir ein Handgerät, in unserem Fall den Reifen.

NP-Sportlerwahl: Das sind die zehn Kandidaten für die Wahl zur Mannschaft des Jahres 2019 mit Telefonnummer zum Abstimmen

<b>TSV Hannover-Burgdorf</b> - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 Zur Galerie
TSV Hannover-Burgdorf - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 ©
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Tanzen ist als dritte Disziplin leicht zu verstehen. Fehlt noch eine Disziplin.

Nina Traulsen: Wir machen Medizinball-Weitwurf.

Ist klar.

Nina Traulsen: Nein, wirklich. Der Wettkampf ist so strukturiert, dass man aus acht möglichen Disziplinen vier auswählen muss.

Und Sie haben sich Medizinball-Weitwurf ausgesucht.

Lina Kunze: Das können wir am besten.

Was steht denn noch zur Auswahl?

Nina Traulsen: Schwimmstaffel, Staffellauf oder Orientierungslauf mit Karte und Kompass.

Lina Kunze: Wir dürften auch singen, aber das können wir nun leider wirklich gar nicht.

Wie weit muss der Medizinball denn für die Topnote 10,0 fliegen?

Lina Kunze: Mit dem Zwei-Kilo-Ball müssen die Frauen 13 Meter werfen, die Männer mit dem Drei-Kilo-Ball 15 Meter.

Klingt nach Bundesjugendspielen für Erwachsene.

Lina Kunze: So ein bisschen ist die Atmosphäre auch. Am Ende sind bei der Siegerehrung immer über 2000 Teilnehmer dabei, eine tolle Atmosphäre, echte Gänsehaut. Dafür machen wir das alle.

Kandidat für die NP-Sportlerwahl 2019: VfL Eintracht Hannover

Wie groß ist die Konkurrenz in Deutschland?

Nina Traulsen: Bei den deutschen Meisterschaften haben wir uns gegen knapp 20 Teams durchgesetzt, die sich zuvor über die Landesverbände qualifiziert haben. Die Konkurrenz ist schon groß.

Lina Kunze: Und in diesem Jahr war es ein echter Nervenkrimi. Unsere letzte Disziplin war die Gymnastik-Choreografie. Wir waren total nervös. Alles hing von dieser einen Übung ab, wir haben unsere direkten Konkurrenten zuvor bei ihrem Auftritt sehen können. Das hat uns scheinbar angespornt, es wurde schließlich eine unserer besten Übungen.

Wie ist es Ihnen gelungen, diesem Druck standzuhalten?

Lina Kunze: Angespannte Stimmung gibt es immer, aber wir stehen das gut durch. Wenn uns manch einer vor den deutschen Meisterschaften beobachten würde, wie wir uns gegenseitig anschn…, ähm korrigieren, würden das manche nicht nachvollziehen können. Nach dem Wettkampf ist alles gut.

Nina Traulsen: Dafür trainieren wir dreimal in der Woche – das ist anstrengend, fordert uns. Und dazu gehört eben Disziplin.

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2020 sind die Olympischen Spiele – wäre Turngruppen-Wettkampf nicht etwas für die große Weltbühne?

Nina Traulsen: Klar, warum nicht? Unsere Sportart reicht aktuell leider nur bis zur deutschen Meisterschaft, danach ist Schluss. International gibt es leider nichts.

Jetzt sind Sie Vizemeister und deutscher Meister in Serie geworden – was ist Ihr Ziel für 2020?

Lina Kunze: Wir bereiten uns wieder für die deutsche Meisterschaft vor – mit unserer neuen Choreografie. Und dann hoffen wir auf den nächsten Titel.

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<b>Andreas Toba</b> - Turnen, TKH, Deutscher Meister - 0137/9880822-04 Zur Galerie
Andreas Toba - Turnen, TKH, Deutscher Meister - 0137/9880822-04 ©

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