23. Januar 2022 / 17:23 Uhr

Nach echtem Abnutzungskampf: RB Leipzig erarbeitet sich 2:0-Sieg gegen Wolfsburg

Nach echtem Abnutzungskampf: RB Leipzig erarbeitet sich 2:0-Sieg gegen Wolfsburg

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Willi Orban (l.) brachte RB Leipzig gegen Wolfsburg in Führung.
Willi Orban (l.) brachte RB Leipzig gegen Wolfsburg in Führung. © Getty (Montage)
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Es war ein hartes Stück Arbeit, aber ein erfolgreiches. 2:0 (0:0) gewinnt RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg, musst dabei aber alle Register ziehen. Die Wölfe ackern 90 Minuten lang tapfer, machen viel richtig, müssen sich aber den überraschend effizienten Hausherren beugen.

Leipzig. Die Konkurrenten legten am Vortag vor, RB Leipzig hat nachgezogen. Die Sachsen feierten am Sonntagnachmittag nach einem wahren Geduldsspiel und Abnutzungskampf einen 2:0-Sieg (0:0) gegen aufopferungsvoll verteidigende Wolfsburger. Vor 1000 Zuschauern in der Red Bull Arena sorgten mit Willi Orban und Josko Gvardiol zwei Verteidiger für die entscheidenden Tor. Während Leipzigs Abstand auf einen Champions-League-Rang damit weiter drei Punkte beträgt, wird die Luft für Trainer Florian Kohfeldt beim VfL Wolfsburg indes immer dünner. Nach dem elften sieglosen Spiel unter seiner Führung in Folge rutschen die Niedersachsen auf Tabellen-Rang 15 ab. Der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nur zwei Punkte.

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Wenig Räume für RB

Coach Domenico Tedesco wartete bereits vor dem Anpfiff mit einer Überraschung auf: dem Startelf-Debüt von Youngster Hugo Novoa in der Bundesliga. Der Spanier bildete einen Tag vor seinem 19. Geburtstag zusammen mit André Silva die Leipziger Doppelspitze. Erst am Freitag hatte der Angreifer seinen Vertrag am Cottaweg bis 2024 verlängert. Abseits dessen gab es gegenüber dem Pokalsieg gegen Rostock vom Mittwoch zwei weitere personelle Änderungen bei RB. In der Defensive bekam Benjamin Henrichs auf der rechten Seite den Vorzug vor Lukas Klostermann. Im defensiven Mittelfeld durfte Konrad Laimer für Tyler Adams ran. Wolfsburgs Kohlfeldt wechselte nur einmal, brachte Aster Vranckx für den gelbgesperrten Renato Steffen.

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Hart erkämpft, aber verdient: 2:0 gewinnt RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg. Willi Orban uns Josko Gvardiol machen die Tore für die Gastgeber. Zur Galerie
Hart erkämpft, aber verdient: 2:0 gewinnt RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg. Willi Orban uns Josko Gvardiol machen die Tore für die Gastgeber. ©

Dass sie mit zehn sieglosen Partien in Folge im Gepäck nach Leipzig gereist waren, merkte man den Wolfsburgern nicht an. Sie überließen zwar über weite Teile der ersten Hälfte den Hausherren die Initiative, machten aber rund 30 Meter vor dem Tor nahezu dicht, kein Durchkommen für RB gegen den Wölfe Abwehr-Riegel. Die VfL-Defensive verschob geschickt, agierte mit viel Aufwand, machte die Räume eng. Zwar bemühten sich die Gastgeber darum, das Spiel mit Tempo und vielen Pässen breit zu machen und suchten geduldig die Lücke, fanden sie allerdings nur höchst selten. Den ersten erwähnenswerten Abschluss gab es denn auch erst in der 18. Minute. Novoa nutzte eine Wolfsburger Fehler, nahm sofort Tempo auf. Seinen Schuss von rechts entschärfte Wolfsburg-Keeper Koen Casteels, der ansonsten herzlich wenig zu tun hatte.

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Dreifachwechsel nach 55 Minuten

Nach rund einer halben Stunde suchten die Gäste dann auch zunehmend selbst den Weg Richtung Tor, wo die Leipziger ihrerseits aufmerksam ihren Dienst versahen. In der 35. Minute der erste Patzer. Sebastian Bornauw blieb unbewacht, stieg nach Flanke von Ridle Baku zum Kopfball hoch - knapp drüber. RB-Torhüter Peter Gulacsi bekam nun mehr zu tun, als ihm recht sein konnte, war vor dem Pausenpfiff noch zweimal gefragt, parierte jeweils gegen Aster Vranckx. Laimer blockte einen weiteren Versuch ab. Das 0:0 zur Pause war aus Leipziger Sicht fast ein wenig schmeichelhaft, nachdem sie zwischenzeitlich alles souverän im Griff gehabt hatten.

Rund zehn Minuten guckte sich Tedesco das Tun der Seinen nach Wiederanpfiff noch an - es änderte sich wenig an den zuvor aufgetretenen Problemen - dann schritt der Coach zur Tat, und zwar gleich dreifach. Klostermann ersetzte Henrichs, Adams kam für Laimer und Novoa machte Platz für Dani Olmo. Unmittelbar darauf zappelte der Ball im Wolfsburger Netz, Schiri Daniel Siebert erkannte aber nach dem Abschluss von Willi Orban zurecht auf Abseits.

Ein Tor zum Geburtstag

Immerhin: Auch wenn die in jüngster Zeit bisweilen dargebotene Leichtigkeit den Hausherren an diesem Nachmittag abging, es sich eher um Fußball-Arbeit handelte, ging jetzt wieder mehr nach vorn. RB entwickelte gegen weiterhin engagiert und intensiv verteidigende Wolfsburger nun wieder deutlich mehr Druck. Christopher Nkunku und Kevin Kampl vergaben Möglichkeiten. Belohnt wurde die Leipziger Geduld dann in der 76. Minute. Nach punktgenauer Hereingabe von Olmo köpfte zunächst der völlig freistehende Silva an die Latte, den Abpraller schob Orban zum 1:0 ins Netz. Dabei blieb es nicht. Nach herrlichem Pass des eingewechselten Nordi Mukiele entdeckte Josko Gvardiol ausgerechnet an seinem 20. Geburtstag den Stürmer in sich und vollendete zum 2:0-Endstand. Allerdings musste der Kroate mit seinem Jubel kurz warten, denn Linienrichter Grudzinski hatte zunächst auf Abseits entschieden, der VAR korrigierte das.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Simakan (74. Mukiele), Orban, Gvardiol - Henrichs (55. Klostermann), Laimer (55. Adams), Kampl, Angelino, Nkunku (81. Poulsen) - Silva, Novoa (55. Olmo).

Wolfsburg: Casteels - Lacroix, Bornauw, Brooks - R. Baku, Gerhardt (79. Nmecha), Arnold, Roussillon, Vranckx (79. Lukebakio), Waldschmidt (46. Philipp) - Weghorst.

Tore: 1:0 Orban (76.); 2:0 Gvardiol (84.).

Zuschauer: 1000.