22. Februar 2021 / 15:11 Uhr

Nach einer Führung wird Hansa „ekelhaft“

Nach einer Führung wird Hansa „ekelhaft“

Sönke Fröbe/Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Hansas Bentley Baxter Bahn wird vom Mannheimer Marco Schuster bedrängt.
Hansas Bentley Baxter Bahn wird vom Mannheimer Marco Schuster bedrängt. © Lutz Bongarts
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Wenn die Elf von Hansa Rostock das 1:0 vorlegt, ist sie seit neun Monaten unschlagbar. FCH-Mittelfeldmann Bentley Baxter Bahn sagt dazu: "Wir stehen kompakt, jeder knallt sich für den anderen rein."

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Mannschaftliche Geschlossenheit plus Führungstor sind gleich drei Punkte. Die Erfolgsformel des FC Hansa klingt simpel, ist aber harte Arbeit und vor allem kein Zufallsprodukt. Natürlich spielt dabei auch Glück eine Rolle, aber eine erstaunliche Statistik zeigt den vielleichts entscheidenden Erfolgsfaktor. Immer wenn die Mannschaft von Trainer Jens Härtel das Führungstor vorlegt, gewinnt sie das Spiel. Fast 40 Wochen ist es her, dass Hansa sich nach einem 1:0 mit nur einem Punkt zufriedengeben musste: beim 2:2 in Zwickau am 30 Mai vorigen Jahres. Danach gingen die Rostocker in 14 Spielen nach einer 1:0-Führung immer als Sieger vom Platz.

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„Am besten gar nicht so viel darüber sprechen“, findet Mittelfeldmann Bahn angesichts diese beeindruckenden Serie. „Wenn wir das 1:0 machen, sind wir eine ganz ekelhafte Truppe. Wir stehen kompakt, jeder knallt sich für den anderen rein. Wenn einer ausgespielt ist, ist der nächste da. Wir bekommen es im Moment hin, diese ekelhaften und einfach widerlichen Spiele zu gewinnen.“

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 20. Januar 2021):

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Die 14-Spiele-Serie haben die Rostocker bei ihrer Jagd nach dem nächsten Sieg immer im Hinterkopf. „Klar denkt man daran, vorm Spiel oder auch im Spiel, wenn man das 1:0 macht. Man nimmt sich immer vor, in Führung zu gehen, dann ist es in dieser Liga schwierig zurückzukommen“, weiß Bahn aus eigener Erfahrung. In Spielen wie gegen Meppen (0:2), Dresden (1:3) oder in Wiesbaden (1:2), wusste Hansa zwar fußballerisch zu gefallen, ging aber jeweils als Verlierer vom Platz.

Der spielerische Glanz hat zuletzt gefehlt, aber die Ergebnisse stimmen und machen Hansa zu einem ernsthaften Aufstiegskandidaten. „Auch wenn es auf dem Platz nicht immer schön aussieht, ist es aktuell erfolgreich. Jeder knallt sich rein, man hat einfach ein gutes Gefühl auf dem Platz“, sagt Bahn. „Wir wissen aber, dass das nicht von alleine kommt, dass wir noch Optimierungsbedarf haben. Gerade im Spiel mit dem Ball, wir müssen mehr Torraumszenen herausarbeiten und mehr Situationen spielerisch lösen.“


Auch der derzeit entspannte Spielplan spielt Hansa in die Karten. Aufgrund von zwei Ausfällen haben die Rostocker in sechs Wochen nur sechs Partie absolviert. Nach dem Sieg gegen Mannheim gönnte Trainer Härtel den Spielern zwei freie Tage, sie werden also auch ins Auswärtsspiel gegen Viktoria Köln ausgeruht gehen können. Danach ist es mit der Ruhe aber erst mal vorbei. Durch die Nachholspiele gegen Lübeck und Uerdingen stehen für Hansa zwei englische Wochen an.

Die ersten drei Plätze sind heiß umkämpft. „Die die oben sind, punkten aktuell sehr fleißig. Das ist immer so in der Saison, irgendwann gehts dann ab, da muss man mit dabei sein“, sagt Bahn. Mit Erfolgen in ihren Nachholspielen gegen Lübeck und Uerdingen könnten sich die Rostocker zumindest ein Polster zum vierten Tabellenplatz schaffen. „Dieses Jahr wird es brutal eng sein“, glaubt der Hamburger. „Wenn man zwei Spiele gewinnt oder verliert, ist man auf einmal drei, vier Plätze weiter oben oder unten.“